Projekt „Patchwork“ bietet allerhand

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
5454058.jpg
Sie freuen sich auf das bevorstehende Börsenfest (v.l.): Geschäftsführerin Andrea Kever, Vorsitzender Wilfried Hammers, Referent Gerd Mertens und KAB-Vertreterin Agnes Schnieders. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wer hier einmal den Fuß hereingesetzt hat, kommt immer wieder: davon sind nicht nur die Offiziellen des Projekts „Patchwork“ im Herzen von Merkstein überzeugt. Denn wer sich einmal nur kurz die Zeit nimmt, in die Runde blickt und hinter die strahlenden Augen blickt, der weiß, dass die Menschen gerne hier sind.

Das gilt nicht nur für das immer gut besuchte Café des Gebrauchtwarenkaufhauses an der Kirchrather Straße, sondern auch für die verschiedenen Verkaufsabteilungen. Egal, ob Kleidung, Gläser oder Möbel: Hier finden sich Sachen, die andere Menschen nicht mehr gebrauchen können, die aber noch vollkommen intakt sind, zum kleinen Preis.

Es ist allerhand, was hier zu sehen und zu kaufen ist, unter dem Titel „AllerHAND – Made in Herzogenrath“ geht es am Sonntag, 5. Mai, zwischen 11 und 18 Uhr auch zum Börsenfest. „Irgendwann verändert sich die Gesellschaft, dann müssen sich auch die Feste ändern“, meint die Geschäftsführerin des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen, Andrea Kever dazu. Schließlich gibt es schon seit dem Start der Einrichtung im Jahr 1990 immer wieder Festivitäten.

Doch die wurden im Laufe der Jahre immer wieder an die Bedürfnisse der Zeit angepasst, um spannend zu sein und spannend zu bleiben. „Wir bieten dann eine Fülle von Themen, es findet sich für jeden das Passende“, ist sich Kever sicher. Im letzten Jahr ging die Einrichtung wieder einmal einen neuen Weg bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit, die Grundlage für solche Tage der Offenen Tür ist. Damals griff die Geschäftsführerin selbst zum Häkelzeug und fühlte sich sehr wohl dabei. „Ich habe wieder Leute kennengelernt“, erinnert sie sich lächelnd, „und alle waren nachher zufrieden mit dem, was sie gemacht haben“.

Über das Wohlfühlen in der Gruppe hin zur Aufmerksamkeit für Menschen in der Erwerbslosigkeit führt auch der Weg, den der Vorsitzende des Fördervereins, Wilfried Hammers, beschreiten will. „Ein ganzer Bereich droht, über den Rand zu fallen“, macht er unmissverständlich klar. Vor dem Hintergrund, dass erwerbslose Menschen in Deutschland keine interessante Wählergruppe seien und immer nur als Bittsteller der Gesellschaft angesehen würden, müsse auch durch solche Feste ein anderer Weg aufgezeigt werden.

„Wir müssen uns Seit‘ an Seit‘ solidarisch empören“, so Hammers, „denn es kann nicht so weitergehen, dass Menschen mit so vielen Kompetenzen so wenig Beachtung finden.“ Patchwork biete hier, schließt Hammers, Möglichkeiten, im Wortsinn alte Dinge wieder aufzumöbeln oder im Kollektiv Dinge herzustellen aus Teilen, die anderswo nicht mehr genutzt werden.

„Arbeit kann ganz schön schön sein“, ergänzte auch Agnes Schnieders vom Bezirksverband Aachen-Land und dem Bildungswerk der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). In der heutigen, immer verfügbaren Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft mit rasant explodierendem Niedriglohnsektor sei es enorm wichtig, Bildungsarbeit mit kreativen Ansätzen zu verbinden. „Ich finde es schön, dass man hier versucht, klassenübergreifend Menschen zusammenzubringen“, betont sie.

Abgerundet wird der soziale Ansatz noch durch die so genannte „Soli-Kollekte“, die Solidaritätskollekte für Arbeitslose im Bistum Aachen am 12. Mai. „Immer dort, wo etwas für arbeitslose Menschen getan wird, werden wir als Christen unseren Beitrag leisten“, sagte Gerd Mertens, Referent im Büro der Dekane, dazu. So werden mit der Kollekte des Bistums neben dem Patchwork noch 25 weitere Projekte in Aachen-Stadt und -Land unterstützt.

„Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung die Leistungen für Arbeitslose um 3,5 Milliarden Euro pro Jahr gekürzt hat, muss es Unterstützung geben“, unterstrich auch Agnes Schnieders.

Nur mit einem flammenden Herz der Empörung, der Empathie und einer klaren Sprache nach außen, meinte Wilfried Hammers abschließend, sei es möglich, etwas zu bewegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert