Würselen - Projekt „Lemmon”: Kritik reißt nicht ab

Projekt „Lemmon”: Kritik reißt nicht ab

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
lemmonbu
Die Ausrüstung ist zwar da, es scheint aber noch erheblichen Nachbesserungsbedarf seitens des IT-Partners Bechtle zu geben. Foto: psw

Würselen. „Lemmon läuft!” Das sagt Erster Beigeordneter Werner Birmanns mit Nachdruck. Er koordiniert im Rathaus die „bildungspolitische Offensive der Stadt Würselen”, und die komme keineswegs nur schleppend voran.

So habe allenfalls die sensible Startphase etwas länger als erwartet gedauert. Die Kritik der Grünen weist Birmanns vehement zurück. Die Oppositionsfraktion hatte eine Sondersitzung zu dem Projekt „Lemmon” (Lernen mit modernen Medien - online) gefordert.

Marc Peters hatte erklärt: „Lemmon läuft bei Weitem nicht so rund, wie man es der Schulministerin glauben macht beziehungsweise wie man es gerne gemacht hätte. Viele entscheidende Faktoren stimmen noch nicht.”

Von „großen Defiziten” kann aber laut Birmanns gar keine Rede sein: „Auch unser IT-Partner Bechtle ist seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen.” Der Beigeordnete räumt hingegen Kommunikationsprobleme ein, „die ich anfangs wohl unterschätzt habe. Jetzt sind wir allerdings auf einem guten Weg.”

So habe ein Gespräch, an dem Lemmon-Partner, Schulen und Verwaltung teilgenommen haben, erhoffte Klarheit gebracht: „Dabei ist detailliert aufgelistet worden, was noch zu erledigen ist und bis wann. Ich bin absolut sicher, dass ab dem nächsten Schuljahr alles läuft, was wir vereinbart haben.”

Zum Beispiel werden die versprochenen Langzeitakkus ihrem Namen immer noch nicht gerecht. Viereinhalb Stunden Laufzeit sollen aber in Kürze drin sein. Vertraglich seien alle Schulen so ausgerüstet worden, wie vereinbart, betont Birmanns.

Allerdings, räumt er ein, „ist die Erwartungshaltung an das System offensichtlich bei manchen zu hoch gewesen. Möglicherweise haben wir auch zu wenig kommuniziert: Was kann das System? Wo sind die Grenzen? Um die angestrebte Sicherheit zu gewährleisten, sei es gar nicht vorgesehen, dass Lehrer Administratorrechte für die aufgesetzten Programme bekommen. Das sei einigen aber offenkundig nicht bekannt gewesen.

So hätten sich Pädagogen gewundert, dass all das, was sie installiert hatten, am anderen Tag auf dem Rechner verschwunden sei. Birmanns: „Wir haben aber immer gesagt, um diesen Bereich sollen sich Lehrer gar nicht kümmern müssen.” Zugegebenermaßen habe es auch Irritationen durch Lernsoftware gegeben, die nicht mit den Lemmon-Programmen kompatibel ist.

„Aber auch das bekommen wir hinsichtlich der jeweiligen Ansprüche der Schulen sicher noch hin”, ist Birmanns zuversichtlich. Schon geraume Zeit seien alle leitungstechnischen Schwierigkeiten überwunden worden. Nachgebessert werde bei den Nutzeroberflächen der Rechner für Grundschüler, sie sollen bedienungsfreundlicher werden.

Sehr unterschiedlich sei die Intensität, mit der die Lemmon-Laptops an den Schulen eingesetzt werden. Birmanns: „Letztendlich hängt das von jedem einzelnen Fachlehrer ab, wie stark die Notebooks zum Einsatz kommen. Mancher geht mit großer Euphorie ans Werk, andere haben weiterhin große Berührungsängste. Alle am Projekt Beteiligten sind aber in einem Lernprozess. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt, dass das wegweisende Projekt eine sehr gute Zukunft hat.”

Laptop-Räume statt Notebook-Klassen

An der Hauptschule in Würselen gibt es keine Notebook-Klassen, dafür aber zwei Laptop-Räume. Den Unterricht besuchte Mitte Mai Barbara Sommer. Exels stand auf dem Stundenplan. Und was die Schulministerin zu sehen bekommen hat, „ist gut und läuft”, sagt der Leiter der Hauptschule, Paul Kuck. Dass die Schule keine Notebook-Klassen einrichten könne, habe in erster Linie finanziellen Gründe. Kuck: „Das können wir unseren Eltern gar nicht zumuten.” Über die beiden IT-Räume ist der Rektor indes sehr froh. Seit gut einem halben Jahr werde die Technik intensiv genutzt.

In der Ratssitzung am Donnerstag, 18. Juni, werden die Grünen zum Thema sicher nachfragen, warum ausgerechnet die Hauptschule für die Präsentation ausgesucht wurde? Schließlich trägt das Projekt doch den Titel: „Würselen. Um Notebook-Klassen besser.”

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert