Würselen - Projekt „Hand in Hand” soll den Alltag von Senioren erleichtern

Projekt „Hand in Hand” soll den Alltag von Senioren erleichtern

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
Ideen sammeln: Boris Gorin (l.
Ideen sammeln: Boris Gorin (l.) und Achim Großmann freuen sich auf viele Anregungen. Foto: Elisa Zander

Würselen. Ein Rollator kann ein sehr nützlicher Gegenstand im Alltag sein. Er dient gehbehinderten oder körperlich schwachen Personen als fortwährende Stütze beim Gehen, bietet Sicherheit beim Stehen und Aufstützen durch feststellbare Bremsen.

Aber was passiert, wenn man mit dem Gehwagen bei Schnee, Matsch und Eis unterwegs ist? Im schlechtesten Fall verlieren die Räder den Halt und werden zu einer Gefahr für den Nutzer, anstatt ihm den nötigen sicheren Halt zu geben. „Winterreifen oder Spikes müsste es für solche Situationen geben”, überlegt Boris Gorin laut.

Der Professor für Objekt-Design, Gebäudegestaltung und interdisziplinäres Design versucht sich in die Lage älterer Menschen und ihrer Bedürfnisse zu versetzen. Doch er weiß ganz genau, dass die Zielgruppe Probleme und Notwendigkeiten wesentlich besser formulieren kann. „Ältere Menschen haben Bedürfnisse, die jüngere nicht sehen oder verstehen, von denen ältere aber aus eigenen Erfahrungen berichten können”, sagt Boris Gorin.

Gemeinsam mit der Kulturstiftung Würselen, dem Seniorenbeauftragten der Stadt Würselen Dieter Juschka und dem Medizinischen Zentrum der Städteregion hat er ein Projekt für - jedoch nicht ausschließlich - ältere Bürger initiiert. Unter dem Titel „Hand in Hand” sind Menschen aufgefordert, sich Gedanken zu machen, welche Hilfen sie im Alltag vermissen.

Im späteren Stadium wird dann jemand hinzugezogen, der den Markt kennt und weiß, ob ein Produkt in einer ähnlichen Form bereits existiert oder die Entwicklung Sinn macht. Ziel ist es, dass in einer Projektgruppe Ideen gesammelt werden, die dann nach Möglichkeit von einem kreativen Design-Studententeam der Hochschule Niederrhein umgesetzt werden.

Boris Gorin betont, dass weniger aus dem akademischem Kontext heraus als vielmehr vor pragmatischem Hintergrund gearbeitet wird. Solche Kooperationen von der Hochschule mit Außenstehenden gebe es viele, sagt der Experte, „aber nicht in der Form, in der wir es hier machen, nämlich dass nach Bedürfnissen gearbeitet wird”.

Um potenzielle Abnehmer müsse man sich mit dem Produkt dann keine Sorgen machen, „denn das Interesse haben die Menschen ja durch ihren Ideentransport schon geäußert”. Möglich wäre auch, einen Wettbewerb aus dem Projekt herauszustellen und im weiteren Verlauf die Unterstützung von Firmen und Betrieben anzufragen.

Dies wollen Boris Gorin und Achim Großmann, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Würselen, von der Anzahl der Teilnehmer und den umzusetzenden Vorschlägen abhängig machen. „Es ist nicht notwendig, dass man alleine den einen, besonderen Vorschlag hat”, betont Achim Großmann.

Vieles ergebe sich auch aus Gesprächen und dem Austausch von Alltagserfahrungen. Hier könnten auch pflegende Angehörige oder Menschen in Pflegeberufen hilfreiche Tipps geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert