Probleme in der Grenzregion: Mehr kommunal denken

Von: mabie
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Drei Verwaltungschefs und ein Europaexperte setzten sich im TPH für ein regionales und europäisches Denken ein (v.l.): Jos Som (Kerkrade), Alfred Leclerf (Lontzen), Christoph von den Driesch (Herzogenrath) und der CDU-Europaabgeordnete Herbert Reul. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Europa konkret“, darum ging es im Technologie Park Herzogenrath. Eingeladen hatte dazu Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch, der gemeinsam mit dem CDU-Europaabgeordneten Herbert Reul und den Bürgermeistern aus Kerkrade/NL, Jos Som, und Alfred Leclerf aus Lontzen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien vor allem über Alltagsprobleme in europäischen Grenzregionen diskutierte.

Herzogenraths Bürgermeister von den Driesch erklärte, den Menschen in Eurode weiterhin bei individuellen Lebensfragestellungen helfen zu wollen, unabhängig von ihrer Nationalität. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Arbeit des Eurode Business Centers (EBC). „Der dortige Grenzinfopunkt bearbeitet jährlich mehrere tausend Anfragen und ist längst ein wichtiger Ansprechpartner rund um alle arbeits-, sozial- und steuerrechtlichen Fragestellungen mit Blick auf Eurode“.

Europaexperte Herbert Reul forderte mehr Kooperation der EU-Staaten in zentralen Handlungsfeldern wie Kriminalitätsbekämpfung und Umweltschutz. Brüsseler Beschlüsse wie das Glühbirnenverbot seien wenig hilfreich, um die Menschen in ihren Regionen für Europa zu begeistern. „Denn Brüssel muss nicht jedes Detail vor Ort regeln und regulieren“, so Reul.

Kerkrades Erster Bürger Jos Som warb für eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Mobilität. „Fahren Sie mal mit dem Bus von Kerkrade nach Aachen: Da brauchen Sie fast zwei Stunden, obwohl es gerade einmal zehn Kilometer Entfernung sind“, sagte Som. Gerade in Sachen Verkehrsinfrastruktur regte er eine viel stärker grenzüberschreitend gedachte Planung an, um den Menschen in Eurode den Alltag zu erleichtern.

Lontzens Verwaltungschef Alfred Lecerf schließlich appellierte daran, vor allem regionale Identitäten zu stärken. „Wenn wir international wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir zum Beispiel unsere regionalen Produkte auch stärker gemeinsam vermarkten und bewerben“, so Leclerf. Die bisherige Denke des „Jeder für sich allein“ werde auf Dauer in einem geänderten Zusammenleben nicht funktionieren, schloss er.

Alle gut 30 Anwesenden waren sich darin einig, dass ein Mehr an Europa nur dann dauerhaft zu schaffen sei, wenn grenzüberschreitende Alltagsprobleme praktisch gelöst würden. Nicht immer sei die Regulierung durch Brüssel hier gefragt, sondern oftmals schafften bilaterale Abkommen Abhilfe. Wünschenswert, sei ferner, dass die Bürger in Eurode künftig von den Medien stärker über grenzüberschreitende Entwicklungen in Kerkrade und Herzogenrath informiert werden sollten. Die Presseberichterstattung dürfe nicht an den Grenzen des jeweiligen Nachbarn aufhören, unterstrichen Christoph von den Driesch und Jos Som.

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