„Pro Integration” tritt erstmals bei Wahl zur Migranten-Vertretung an

Von: -ks-
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„Wählen gehen” ist die Hauptsache: Das sagen (v.l.) Musa Yamaner, Muammer Öden, Ibrahim Yücel, Önder Günay, Musa Yamaner, Yalcin Aydin und Remzi Kacmaz, die für „Pro Integration” kandidieren. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. „Wir sind eine junge Liste”, sagt Spitzenkandidat Önder Günay. Er spricht von „Pro Integration”, die mit der Wahl am Sonntag im Integrationsrat für frischen Wind und einen Generationswechsel sorgen will, aber dennoch respektvoll von den anderen drei Listen spricht.

Nein, keine Konfrontation, sondern gedeihliche Zusammenarbeit will man im Integrationsrat praktizieren, wird betont. Ibrahim Yücel und Yalcin Aydin haben bereits Erfahrungen in diesem Gremium gesammelt und kennen die schwierige Aufgabe, Migranten und „Ur-Alsdorfer” zusammenzubringen. Die anderen neun Kandidaten sind Neulinge, aber nicht minder motiviert, wie Listenführer Önder Günay beim Gespräch im Dartclub am Übacher Weg klar macht.

Bewusst in Deutsch formuliert

„Wir wollen, dass Integration konsequent schon im Kindergarten beginnt”, sagt Günay. „Die Meisten von uns sind hier geboren und aufgewachsen, Alsdorf ist unsere Heimat. Wir wollen Integration aus einem anderen Blickwinkel betreiben, aus der Sicht der jungen Leute”, ergänzt er.

Was den Aktivisten der Liste „Pro Integration” unter anderem noch fehlt, ist ein für den Integrationsprozess ungeheuer wichtiges Netzwerk relevanter Initiativen und Einrichtungen in Alsdorf. Das vorhandene Potenzial soll besser verknüpft werden. Migranten müssten mehr über ihre Möglichkeiten erfahren und Deutsche mehr über ihre Nachbarn, die sie bislang nicht so recht einordnen konnten. „Wir wollen mehr Deutsche ansprechen und für die gemeinsame Sache gewinnen. Integration ist eine Aufgabe, die in zwei Richtungen geht”, betont er.

Die Migranten-Jugend will die „Pro Integration”-Liste über dort gängige Kommunikation „packen”: Internet-, Mail- und SMS-Kommunikation sollen „gefüttert” werden mit ansprechenden Informationen. Nachrichten sollen in verschiedenen Sprachen aufbereitet werden, auch als Info-Blätter.

Die Liste hat bewusst ihr Flugblatt nicht auch noch in türkischer Sprache verfasst, sondern konsequent in Deutsch formuliert. „Das ist schließlich die Sprache der Integration”, heißt es in der Runde. Und überhaupt: „Der Integrationsrat muss mehr Öffentlichkeitsarbeit machen”, lautet eine weitere Aussage.

Unternehmer mit Migrantenhintergrund, die es in Alsdorf geschafft haben, will die Liste als ermutigendes Beispiel an die „Integrationsfront” bringen, um andere zu motivieren. Patenschaften könnten so entstehen. Schulen will man entsprechende Referenten anbieten. Ibrahim Yücel sagt: „Wir wollen klar machen, dass auch Absolventen der Hauptschule es schaffen können.”

Tage der offenen Tür in Unternehmen, die von ausländischen Mitbürgern geführt werden, sind geplant. Wichtig gerade für junge Migrantenfamilien ist die Wohnungssuche. Hier will die Liste bei Vermietern Vorurteile abbauen. Zudem geht es den Kandidaten darum, Rechte und Bedeutung des Integrationsrates auszubauen.
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