Prinzengarde macht diebisch viel Spaß

Von: Stefan Schaum
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Nee, „Schlabber”, einen „Hercule Pernod” gibt es nicht! Auch wenn Bernd Horbach (l.) trotz Belehrung durch Dieter Baumanns von sich glaubt, französischer Meisterdetektiv zu sein. Schlabbers Reaktion: „Ob du ein Papagei oder Sherlock Holmes bist, ist aber auch schwer zu sagen.”

Alsdorf. Ende. Theke. Bier. Alaaf! Ruckzuck vorbei - und doch alles drin. In halsbrecherischem Tempo preschte das Elferratsballett der Alsdorfer Prinzengarde durch eine „Sitzung”.

Sein 15-minütiges Furioso bot eine komplette Show in der Show. Dabei war diese Parodie bei der Preview-Sitzung des Programms „Gangster, Gauner und Gardisten” weit mehr als ein rasend komisches Vergnügen. Es war ein Beweis dafür, wie groß der Wiedererkennungswert der vielen Highlights der Sitzungen der Prinzengarde ist.

Zwar war der Auftritt deutlich erkennbar inspiriert von der Kölner Stunk-Sitzung, doch die Detailfülle, mit der das Elferratsballet die Eigenheiten der Büttenredner, der vielen Tänzer und musikalischen Akteure präsentierte, sprach für sich. Und was derart komprimiert funktionierte, entfaltete im gewohnten Tempo vollends seine Reize. Mehr als vier Stunden lang stemmte die jecke Abteilung der Kolpingsfamilie - eine närrische Familie mit gut 200 Akteuren! - ein Programm. Allein mit eigenen Kräften und ohne einen einzigen Durchhänger.

Mix als Erfolgsrezept

Der Mix ist das Erfolgsrezept, denn traditioneller Karneval und moderne Show-Elemente werden von den Gardisten leichtfüßig miteinander verwoben. Da folgte eingangs auf einen Tanz der jungen Damen von „Delight” - zum Hardrock von AC/DC - nahtlos die Büttenrede von Manni Dreschers, der seit vielen Jahren nur einer der erfolgreichen Redner der Garde ist. Solche Kombinationen prägten den Abend. Mal rasant, mal etwas weniger, aber nie verlangsamt bis zum Stillstand.

Für zwei Akteure war der Preview-Abend - der ersten von fünf Shows - zugleich der Anfang des Abschieds. Zwar wollen Bernd „Schäng Schlabber” Horbach und Dieter „Lutz Latz” Baumanns auch künftig als Programmpunkt bei den Gardisten mitmischen, doch als Moderatoren geben sie nach der elften Runde das Mikro weiter. Zum Abschluss zeigten sie noch einmal eindrucksvoll, warum man diese Entscheidung bedauern muss.

Ihre herrlich hingeblödelten Zwiegespräche im Detektivgewand zogen sich als roter Faden durch den Abend und waren stets ein glänzendes Entree für die übrigen Programmpunkte. Als Moderator selbst ein Kracher zu sein und anderen dabei nie die Show zu stehlen - diesen Spagat beherrschen „Schlabber und Latz” meisterlich. So boten sie etwa Büttenredner Jan „Der Holländer” Schröder viel Platz, sich zu entfalten.

Der ließ - mit roter Perücke überm ergrauten Haar - Pointen hageln. Er sei jüngst mit seiner Frau in Urlaub gefahren. „Das hat ihr so gut gefallen - die war eine Woche lang sprachlos. Da hab ich gleich noch mal um eine Woche verlängert!” Auch Karnical-Ensemble glänze. Mit einem wohl von der Wirklichkeit inspirierten Prozess gegen einen Schwerenöter namens „Kackelman”. Den setzte die sangesfreudige Truppe als Mini-Musical in Szene und machte das Publikum im Nu zum Chor.

Überhaupt ließ man sich im Saal nicht lange bitten. Von den schwungvollen Auftritten des Mariechens Monika Maischak bis zum Gangster-Tanz der „Steps” - die Zuschauer heizten den Akteuren ihrerseits mit Applaus und Raketen ein. Auch das Miteinander von Bühne und Saal gehört zu den Markenzeichen einer durch und durch eigenständigen Show, die so viel zu bieten hat, dass das „Best Of” des Elferratsballetts eine hoch verdiente Sache war.
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