Prinz wirft hin: Dieter Schönebeck verlässt Narrenzunft

Von: Stefan Schaum und Sigi Malinowski
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Schwungvoll regiert: In der vergangenen Session waren Edith und Dieter Schönebeck das Prinzenpaar der Narrenzunft. Foto: Sigi Malinowski
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„Wir sind gut aufgestellt!“ Narrenzunft-Vorsitzender Antoni Messias rechnet nicht damit, dass die KG Schaden nimmt.

Baesweiler. Vielleicht spielt verletzter Stolz hier die Hauptrolle. Womöglich sind manche Dinge auch einfach nur dumm gelaufen. Am Ende des Ärgers stehen jedenfalls zwei Männer, die einander nichts mehr zu sagen haben.

Der eine ist Dieter Schönebeck. Der ehemalige Präsident der KG Narrenzunft ist raus, er hat seine Mitgliedschaft zum 1. Oktober gekündigt. Der andere ist Antoni Messias. Der Vorsitzende der Narrenzunft muss den Austritt von knapp 20 weiteren Mitgliedern hinnehmen, die Schönebeck gefolgt sind. Wie das alles so weit kommen konnte, ist je nach Sicht recht unterschiedlich.

Schönebeck spricht davon, dass er während der vergangenen beiden Jahre zahlreiche Anfeindungen erlebt habe. Es habe die ein oder andere „heftige verbale Attacke“ ihm gegenüber gegeben, auch per E-Mail seien etliche Beschimpfungen gekommen.

Seine Vermutung: „Der Ausschlag war, dass vor einigen Jahren der jetzige Vorsitzende Antoni Messias nicht zum Gardekommandanten gewählt worden ist.“ Damals war Klaus Richter Vorsitzender, Antoni Messias Geschäftsführer und Margret Schmidt Kassiererin.

Nachhaltig beleidigt

Über die Nichtnominierung zum Gardekommandanten sei Messias nachhaltig beleidigt gewesen, sagt Schönebeck. Das sieht Messias nicht so – und nennt eine ganz andere Niederlage als möglichen Grund für das Zerwürfnis.

„Vor zwei Jahren wollte Schönebeck Vorsitzender werden und hat die Wahl gegen mich verloren.“ Danach habe Schönebeck sich „mehr und mehr zurückgezogen“, so Messias‘ Eindruck. Also ein schlechter Verlierer? „Schönebeck hat nicht verkraftet, dass er eine demokratische Wahl verloren hat.“

Es ist nicht der einzige Punkt, der die Männer spaltet. Schönebeck spricht davon, dass Gängeleien an der Tagesordnung waren. „Mir wurde vorgeschrieben, wie viele Orden ich als Präsident verteilen durfte“, klagt er. Das sei aber doch keineswegs unnormal, wundert sich Messias.

„Die Narrenzunft war seinerzeit finanziell nicht so gut aufgestellt. Die Orden für eine komplette Session kosten aber schnell an die 2500 Euro. Es gab daher einen Vorstandsbeschluss, der darlegte, wie viele Orden pro Veranstaltungen ausgegeben werden können.“ Eine reine Notwendigkeit, befindet Messias. „Korinthenkackerei“, sagt Schönebeck.

Dass er und seine Edith 2013/14 das Stadtprinzenpaar waren, sei für den Vorstand ein „rotes Tuch“ gewesen, ärgert sich Schönebeck. „Wenn wir zu Narrenzunft-Veranstaltungen einmarschierten, verließ der Vorstand demonstrativ den Saal.“ Ja, es gab Unstimmigkeiten – so sieht es auch Messias. „Die Chemie stimmte am Ende einfach nicht mehr.“ Dass die Dinge so gekommen sind, bedauert der Vorsitzende jedoch.

„Im Grunde wollen wir doch alle nur Karneval feiern – und keinen Krieg veranstalten.“ Dass der Austritt von Dieter und Edith Schönebeck und einiger ihrer Freunde den Verein gefährdet, glaubt Messias nicht. „Die Mitgliedszahlen sind insgesamt stabil. In diesem Jahr haben wir einige neue Kinder aufgenommen.“ Ruhe in den Laden zu bringen, ist nun eine wesentliche Aufgabe – und Messias ist zuversichtlich, dass das gelingen wird.

Ruhe will Schönebeck auch – genau deshalb sei er gegangen. Er blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Ich glaube nicht, dass es arrogant wirkt wenn ich sage, Dieter Krämer, Dieter Hermanns und ich haben den Verein dorthin gebracht, wo er mal war.

Wir haben den Freundeskreis etabliert und das Goldene Wappen eingeführt. Das hat zu großem Ansehen geführt, das jetzt bröckeln könnte.“ Das Sahnehäubchen für die Schönebecks sei „die traumhafte Session als Stadtprinzenpaar“ gewesen.

Die Zeit der Streitigkeiten soll nun vorbei sein. „Wir sind es leid, gemobbt zu werden“, sagt Dieter Schönebeck. Und dabei klingt in seinen Worten keine Verbitterung durch. Eher Erleichterung.

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