Premium-Radweg führt durch Würselen

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
5846135.jpg
Grünes Licht: Über den Parkplatz der Sporthalle Krottstraße (l.) und die alte Bahntrasse entlang der Friedrichstraße soll der Premium-Radweg durch die Würselener Innenstadt geführt werden. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Durch Würselen wird bald ein Premium-Radweg geführt: Bereits vor zehn Monaten war in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Straßenbau, Umwelt und Verkehr die Planung der Städteregion Aachen für einen Radweg Aachen-Jülich auf der ehemaligen Bahntrasse vorgestellt worden.

Damals war noch kein Beschluss gefasst worden. Vielmehr war die Städteregion vom Ausschuss gebeten worden, diese in Teilbereichen zu überarbeiten. Die überarbeitete Planung stellten Ralf Oswald und Hubert Philippengracht von der Städteregion jetzt dem Ausschuss vor. Demnach wird der Radverkehr zwischen der Einmündung Friedrichstraße/Wilhelmstraße und der Krottstraße auf der ehemaligen Bahntrasse geführt. Die Querung der Krottstraße wird mit Rechts-vor-Links geregelt. Weitere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung in diesem Abschnitt sollen – so hieß es – im Rahmen der weiteren Planung geprüft werden.

Fahrbahn anheben

Der Bau einer Fußgängerbrücke zwischen Poststraße und Bertha von Suttner-Straße ist vorgesehen. Zwischen Markt und Wilhelmstraße soll der Radweg komplett in der „Nebenanlage“ angelegt werden. Für die Linienführung im Bereich der Sporthalle Krottstraße wird von der Städteregion eine Alternative vorgeschlagen, die aus Richtung Markt kommend zwischen Krottstraße und der Querungshilfe in der Friedrichstraße 50 Meter vor dem Willy-Brandt-Ring westlich der kleinen Halle des ESV verläuft. Die Verwaltung hat diese Variante untersucht und schlägt vor, den Radweg wie bisher geplant über den Parkplatz der Sporthalle Krottstraße zu führen. In Euchen wird die Radroute über die Straße Hüpchensweid geführt. Sie quert die Broicher Straße „bevorrechtigt“. Die Fahrbahn wird im Kreuzungsbereich angehoben, um einen „geschwindigkeitsmindernden Effekt“ zu erzielen. Die Verwaltung merkte dazu an, dass die Querung der Fahrradstraße im Bereich Broicher Straße weiter diskutiert werden kann. Ob der Radweg tatsächlich vorfahrtsberechtigt werde, könne noch während der Bauausführung entschieden werden.

Polizei ist eingebunden

Bedenken wegen der Vorfahrtsregelung meldete nicht nur UWG-Sprecherin Martina Dubois an. CDU-Sprecher Balthasar Tirtey regte an, eine Stellungnahme der Polizei nicht nur für diesen einen Gefahrenpunkt einzuholen. „Wir haben gute Sichtverhältnisse“, versuchte Ralf Oswald die Bedenken auszuräumen. Die Polizei sei bereits in die Planung eingebunden worden. Der Wirtschaftsweg von Elchenrath nach Euchen müsse für die Landwirtschaft weiter nutzbar bleiben. Die Bäume so weit wie möglich auf dem Teilstück Friedrichstraße/Wilhelmstraße – Krott-straße zu erhalten, dafür plädierte die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Dr. Renate Knauf.

Obwohl die Verwaltung schon in der Vorlage Bedenken wegen des Baues der Euregiobahn nach Aachen ausgeräumt hatte, hakte der Sachkundige Bürger Werner Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nach. Dazu Hubert Philippengracht zur Klarstellung: „Unabhängig von der schwierigen Rechtsfrage, ob die Bahnstrecke entwidmet ist oder nicht, bestehen nach Auskunft des Nahverkehrs Rheinland und des Eisenbahn-Bundesamtes keine Bedenken, die Bahntrasse – wie bisher – als Radweg zu nutzen und in Asphaltbauweise auszubauen.“ Auf jeden Fall müsse für eine Reaktivierung der Bahn ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden.

Wirtschaftsplan über 20 Jahre

Nach Abschluss der Vorplanung belaufen sich – so Hubert Philippengracht – die Gesamtkosten für das Projekt auf 4,8 Millionen Euro, auf 1,3 Millionen für den Abschnitt Würselen. Die Stadt Aachen trägt ihren Eigenanteil selbst. Dagegen beträgt der Eigenanteil der Städteregion nach Abzug der Fördermittel rund eine Million Euro. Der Wirtschaftsplan der Städteregion wird über 20 Jahre jährlich mit rund 75.000 Euro für Abschreibung und Zinsen belastet, wovon etwa 35.000 Euro über die Kreisumlage finanziert werden.

Keine Beleuchtung

Der Anteil der Stadt Würselen über die Kreisumlage beträgt 5000 Euro jährlich. Philippengracht geht davon aus, dass in der nächsten Sitzung des Städteregionstages der Beschluss zur Realisierung des gesamten Projektes gefasst werden wird. Dann soll umgehend der Förderantrag gestellt werden. In Würselen sei der Grunderwerb schon weitgehend abgeklärt. Dass keine Beleuchtung vorgesehen sei, stellte Ralf Oswald auf Nachfrage von Christoph Küppers (SPD) klar.

Sprecher aller Fraktionen begrüßten den Bau des Radwegs. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert