Würselen - „Preise machen mich sehr stolz“

„Preise machen mich sehr stolz“

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Schon die nächsten Projekte im Blick: Lydia Becker-Jax und Jürgen Nendza. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Schüler des Literaturkurses des Städtischen Gymnasiums räumten gleich zwei Preise ab: Zur Abschlussveranstaltung des 12. Wettbewerbs „Jugend macht Radio“, dem ältesten und populärsten Jugendradiowettbewerb in Nordrhein-Westfalen, verlieh die LAG Lokale Medienarbeit NRW im Kölner MediaPark auch den Würselenern die Preise.

 Conny Stenzel-Zenner sprach mit Direktorin Lydia Becker-Jax und mit Lehrer Jürgen Nendza über die Preise und die Bedeutung der Auszeichnung für die Schule.

Unter dem Motto „Mein Zuhause – Dein Zuhause“ haben viele Kinder und Jugendliche aus NRW ihre Ideen in Radiobeiträgen umgesetzt. Was waren die Beiträge der Würselener Schüler?

Nendza: Der Literaturkurs vor zwei Jahren hatte das Hörbuch „Jungenspiel und/e Carnevale“ herausgegeben. Das war ein gemeinsames Werk von deutschen und italienischen Schülern, ein zweisprachiges Buch mit ausgewählten Features, in denen Hörbilder vorgestellt werden. Es war ein Hörbild, vergleichbar mit einem akustischen Film, das zur Veranschaulichung seines gewählten Themas verschiedene Stilmittel einsetzt – wie atmosphärische Aufnahmen, Musik, Geräusche, Originaltöne von Interviewpartnern, Zitate und selbst verfasste Texte.

Becker-Jax: Herausgekommen ist damals wirklich ein besonderes Buch: 77 Seiten Texte über Aachen, das Wasser, die Jungenspiele, über die Stimmen des Meeres und über den Karneval im italienischen Fano.

Nendza: Der andere eingereichte Beitrag waren Minutennovellen, die überraschen, und experimentelle Texte, die beim Anhören Spaß machen. Haikus und Triolette haben wir in dem Hörbuch „Hosenknöpfe nach dem Frühstück“ letztes Jahr zusammengestellt. Titel waren „Die eiskalte Fee“, „Ein leises Rascheln“, „Gift“ und „Der mit dem Dings“.

 

Wie sah die Arbeit aus?

Nendza: Ein Jahr lang haben die Schüler gedichtet, sind danach ins Aufnahmestudio gegangen und haben ihre Texte eingesprochen. Das war schon eine besondere Erfahrung, bei der Sprachtalente entdeckt wurden. Eine schüchterne Schülerin sprach so gut hochdeutsch, betonte so gekonnt, dass sie sofort Nachrichtensprecherin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk hätte werden können . . .

 

Welche Preise konnten die Schüler entgegennehmen?

Nendza: Ein dritter Preis wurde es für „Spuren jüdischen Lebens in Würselen.“ Die Jurybegründung war: Respektvoll nähern sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Stadt Würselen einem dunklen Teil deutscher Geschichte. Gerade in heutiger Zeit, in der Zeitzeugen langsam rar werden, ist es besonders wichtig, solche Dokumente zu erschaffen. Hier wird deutsche Geschichte lebendig und erfahrbar gemacht. Die Achtung vor den Opfern des Nationalsozialismus ist in diesem Beitrag allgegenwärtig. Einen Sonderpreis erhielt „Weiter als ich – experimentelle Texte“ in der Kategorie „Ohne thematischen Bezug“. Die Jurybegründung: Radio mal ganz anders! Mit den pointiert geschriebenen, experimentellen Texten erschaffen die Schülerinnen und Schüler neue Hörwelten. Diese Herangehensweise ist im wahrsten Sinne des Wortes experimentell. Die künstlerische und minimalistische Produktion dieses Hörbeitrags hat die Jury beeindruckt.

 

Wie wichtig sind solche Preise für das Gymnasium?

Becker-Jax: Die Preise bestätigen die Arbeiten der Schüler, die mit konkreter Sprache einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten. Die Schüler bekommen ein besonderes Sprachgefühl, hören Klangbilder, können aber auch rhetorische Mittel im Alltag einsetzen. Unsere Schüler können also im Literaturkurs Sprache als Material entdecken und in ihrem weiteren Leben genau diese Entdeckung nutzen. Die Preise, die nun von der LAG vergeben werde, sind eine überregionale Würdigung, die mich sehr stolz macht.

 

Gib es weitere Projekte, die Sie ins Visier nehmen?

Nendza: Im nächsten Literaturkurs werden wir ein Hörspiel entwickeln, das mit Hilfe von Radio Ragazzi, dem Radio der Aachener Eurojugend, und der Landesmedienanstalt umgesetzt werden kann.

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