Würselen - Poststreik sorgt in Würselen für Probleme

Poststreik sorgt in Würselen für Probleme

Von: Leandra Kubiak
Letzte Aktualisierung:
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Hat sich an die Deutsche Post gewandt: Jörg Jansen, Geschäftsführer des Industrieausrüsters ProTec mit Sitz in Würselen. Foto: Leandra Kubiak

Würselen. Die Briefkästen bleiben leer. Und das schon seit einigen Wochen. Während in der Städteregion viele bisher weitgehend vom Poststreik verschont blieben, bekommen ihn einige Unternehmen wie auch Privatpersonen in Würselen derzeit stark zu spüren.

„Bei uns kommt seit zwei Wochen gar nichts mehr an“, sagt Jörg Jansen, Geschäftsführer der ProTec Industriebedarf GmbH in Würselen. „Es heißt, es gebe einen Notfallplan – aber es passiert nichts.“ In erster Linie geht es um Briefsendungen, die das Unternehmen rausschickt und die seitens der Kunden und Lieferanten an das Unternehmen geschickt werden. Vieles laufe zwar auch über E-Mails oder per Telefon, aber zum Beispiel Rechnungen werden nach wie vor auf dem Postweg versandt.

Und gerade die stellen ein Problem dar: Durch nicht zugestellte Rechnungen fehlen dem Unternehmen jetzt Zahlungen. Er habe Verständnis für den Streik und habe Verspätungen von ein oder zwei Tagen bisweilen hingenommen, sagt Jansen.

Das Ausmaß sei inzwischen jedoch so groß, dass sich „ProTec“ diese Woche an die Deutsche Post gewandt habe – doch bisher gab es auf das Schreiben des Betriebs keine Reaktion.

Auch andere Unternehmen in Würselen sind betroffen. Ganz ähnlich geht es beispielsweise Göttgens Industriearmaturen, die ebenfalls im Industriegebiet in Würselen, an der Neustraße, angesiedelt sind. Auch hier komme seit fast zwei Wochen weder Post an, noch werde die Post des Unternehmens bei ihren Empfängern zugestellt.

Geschäftsführer Christian Göttgens hofft nun, dass zumindest keine der Sendungen verloren geht. Auswirkungen für den Betrieb werde der Poststreik aber in jedem Falle haben. Auch hier fehlten Zahlungen und am Ende des Monats könne so keine vollständige Abrechnung erstellt werden, erläutert Göttgens.

Auch Rudi Edenhardter ist von dem Streik betroffen. Sowohl in seinem Privathaushalt als auch in seinem Friseurbetrieb in Würselen sei seit drei Wochen keine Post mehr angekommen. Er habe sich bereits bei der Post beschwert – gebracht habe das aber bislang nichts.

„Man weiß doch auch nicht, an wen man sich wenden kann“, sagt Käthe Ringens, eine Anwohnerin aus dem Helleter Feldchen in Broichweiden. Auch in ihrem Haushalt ist der Briefkasten seit dem 5. Juni leer geblieben. Der Nachbarschaft gehe es genauso, sagt sie.

„Die Auswirkungen des Streiks können von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich sein“, erläutert Dieter Pietruck, Pressesprecher der Deutschen Post AG in Nordrhein-Westfalen.

Rund 25000 Mitarbeiter befänden sich derzeit im Streik. Nichtsdestotrotz könnten 80 Prozent aller Briefe und Pakete pünktlich ausgeliefert werden – damit brüstet sich die Post nach wie vor.

Denjenigen, die seit Wochen keine Sendungen erhalten, dürfte das aber ein geringer Trost sein. „Natürlich sind die einzelnen Niederlassungen gehalten, die Auswirkungen möglichst gering zu halten“, sagt Pietruck. Dafür werden unter anderem sogenannte Abrufkräfte eingesetzt – also zusätzliches Personal – die einen Ausgleich schaffen sollen. Der gelinge der Post aber nicht in allen Bezirken, heißt es.

„Die Situation kann sich jeden Tag ändern“, sagt Pietruck. Für die Zeit der Sommerferien sei er aber zuversichtlich – dann stünden der Post noch mehr solcher zusätzlichen Kräfte zur Verfügung.

Vorerst heißt es für die Betroffenen also: weiterhin Warten auf die Post. Die logische Konsequenz vieler Unternehmen ist nun aber auch, Pakete zunehmend über die Konkurrenz zu verschicken.

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