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Polizei verhindert mutmaßlichen Amoklauf

Von: hob
Letzte Aktualisierung:
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Das Alsdorfer Rathaus durfte der mutmaßliche Amokläufer betreten: Die Beamten erwarteten den 16-Jährigen im Jugendamt.

Alsdorf. Bei solchen Ankündigungen verstehen weder die Beamten der Polizei noch die der Alsdorfer Verwaltung Spaß. „Eine Ankündigung dieser Art nehmen wir sehr, sehr ernst“, sagt Sandra Schmitz, Sprecherin der Aachener Polizei.

Die Mutter eines 16-Jährigen hatte sich am Mittwoch gegen 12.30 Uhr telefonisch an die Polizeidienststelle gewendet und mitgeteilt, dass ihr Sohn einen Amoklauf im Jugendamt des Alsdorfer Rathauses beabsichtige.

„Eine solche Androhung löst bei uns eine ganze Maschinerie an Maßnahmen aus“, erklärt Schmitz. So wurde direkt Kontakt zum Jugendamt aufgenommen und den Mitarbeitern entsprechende Verhaltensanordnungen erteilt. Parallel dazu machten sich bereits uniformierte und zivile Beamte auf den Weg zum Alsdorfer Rathaus. Verdeckte Ermittler beobachteten das Geschehen um das Gebäude herum. Als der Jugendliche gegen 14.30 Uhr den Fachbereich des Jugendamtes in der vierten Etage des Rathauses betrat, wurde er bereits von mehreren Polizisten erwartet und ließ sich widerstandslos festnehmen. Waffen, die Schlüsse auf die angekündigte Gewaltandrohung ziehen lassen konnten, wurden bei dem 16-Jährigen nicht gefunden.

Der junge Mann wurde festgenommen und über die Motive seiner Androhung befragt. Dass er überhaupt den Flur des Jugendamtes betreten konnte, war polizeitaktischem Vorgehen geschuldet. Denn wegen einiger Zwischenfälle und Drohungen gegen einzelne Mitarbeiter in der jüngeren Vergangenheit ist dieser Fachbereich besonders geschützt. So erhält man Zutritt nur nach elektronischer Öffnung der Tür. „Unser Jugendamt ist wegen der besonderen Gefahrenlage sehr gut abgeschottet. Insofern bestand auch keine große Gefahr für unsere Mitarbeiter“, zeigte sich Bürgermeister Alfred Sonders dennoch erleichtert, dass „die Sache so glimpflich abgelaufen ist“. Er lobte besonders das umsichtige Vorgehen der Polizeibeamten vor Ort. Sandra Schmitz betonte noch einmal, dass die Polizei Androhungen dieser Art mit größter Ernsthaftigkeit verfolgt: „Die Ankündigung eines Amoklaufs hat juristische Konsequenzen. Die Störung des öffentlichen Friedens durch eine Amokdrohung ist ein Straftatbestand“, warnt sie eindringlich vor der Nachahmung.

Weil der Jugendliche, der der Polizei wegen anderer, kleinerer Delikte (er wurde beim Ladendiebstahl erwischt und war auch in einer Schlägerei verwickelt), bereits bekannt ist, in „problematischen familiären Verhältnissen lebt“, muss jetzt über seine weitere Unterbringung entschieden werden. Diese Aufgabe fällt wohl dem Ziel seines angekündigten Amoklaufs zu, dem Jugendamt Alsdorf .

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