Polizei gibt dem Radweg schlechte Noten

Von: Georg Pinzek
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Achtung: Der Radweg in entgegengesetzter Fahrtrichtung zur Einbahnregelung auf der Kaiserstraße ist erneut in die Kritik geraten. Vor fünf Jahren stand der Streifen schon einmal zur Disposition. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Wenn ein Optiker sagt: „Da kann ich oft gar nicht mehr hinsehen“, dann ist das in diesem Fall eine ganz ernste Angelegenheit. Es geht um die Verkehrsführung auf der Kaiserstraße, speziell um den ausgewiesenen Radweg in entgegengesetzter Richtung zur Einbahnstraße.

Der Augenoptiker hat tagtäglich beste Sicht auf einen der Brennpunkte: „Permanent gibt es da brenzlige Situationen. Das ist auf Dauer in der extremen Form nicht tragbar. Entweder kommt da eine Ampel hin oder zumindest muss der Radweg weg.“

Besonders Autofahrer, die die Kaiserstraße auf der Bahnhofstraße überqueren oder einbiegen wollen, seien oft völlig überfordert mit der Situation. Sie müssten schließlich den Verkehrsfluss der stark frequentierten Kaiserstraße beachten, nicht selten auch den Gegenverkehr und rechneten gar nicht mit Radlern, die aus der anderen Richtung der Einbahnstraße anrollten. „Besonders im Berufsverkehr spielen sich viele problematische Szenen ab“, sagt der Augenzeuge.

Die Aussagen bekräftigen die jüngste Initiative der UWG, die den Radweg auf den Prüfstand stellen will. Einen entsprechenden Antrag hat sie jetzt an den Bürgermeister gerichtet. Arno Nelles betont: „Da rennt die UWG bei mir offene Türen ein. Schon vor Jahren habe ich mich für mehr Sicherheit auf der Kaiserstraße eingesetzt, damals noch als SPD-Fraktionsvorsitzender, und habe den Rückbau des Radwegs beantragt“, erklärt Nelles.

Nach Protesten bis hin zur Fahrraddemo über die Kaiserstraße und Debatten im Rathaus wurde dann beschossen, den Radweg durch Kennzeichnungen mit Piktogrammen und Pfeilen, Verschiebungen von Haltelinien und stärkerer Beschilderung sicherer zu machen.

Auch die Polizei unterstützt nun die jüngste die Initiative. Ihr Sprecher Paul Kemen stellt auf Anfrage unserer Zeitung fest: „Wir begrüßen es, wenn die Situation dort entschärft wird.“ Immer wieder sei es zu beobachten, dass Radfahrer auf diesem Streifen viel zu schnell unterwegs seien. „Manche fahren, als hätten sie eine Rüstung an. Bei einem Zusammenprall mit dem Gegenverkehr spielen aber hohe Kräfte eine große Rolle.“

Die Unfallzahlen lassen sich jedoch nicht als Beleg für die Gefährlichkeit des Radweges anführen. 2012 habe es auf der Kaiserstraße laut Polizei „nur“ zwei Unfälle gegeben, an denen Radfahrer beteiligt waren. „Die immer wieder geschilderte und auch von uns beobachtete Situation spricht aber eine andere Sprache“, sagt Kemen. „Da war wohl bei kritischen Situationen immer wieder viel Glück im Spiel“, resümiert der Polizeisprecher.

Die UWG will nun auf der Grundlage einer einzuholenden Empfehlung der Unfallkommission entscheiden. An dem Gremium sind neben Polizei auch Verkehrsexperten der Stadt Würselen und der Städteregion beteiligt. Sollte eine Unfallhäufung festgestellt worden sein, so müsse der Streifen für Radfahrer umgehend aufgehoben werden und eine Alternativlösung für ein gefahrloses Erreichen der Zielorte für Radfahrer in der Innenstadt gesucht werden, fordern Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich und sein Stellvertreter Ralf Niederhäuser.

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