Würselen - Politik will Angebot für Jugend nicht sterben lassen

Politik will Angebot für Jugend nicht sterben lassen

Von: clg
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Welches Angebot wird es künftig im Bahnhof noch geben? Die Suche nach Lösungen läuft. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Der Jugendhilfeausschuss war sich darin einig, dass ein Sozialarbeiter für die Innenstadt ein Gebot der Stunde ist. Was bedeutet, dass die offene Jugendarbeit, die bisher von einem hauptamtlichen Sozialarbeiter im Bahnhof geleistet worden ist, auf die Straße verlagert wird.

Dennoch - auch darin war sich der Ausschuss einig - dürfe die Einrichtung nicht sterben. Auch wenn sie künftig wegen der prekären Finanzlage der Stadt ohne einen hauptamtlichen Sozialarbeiter über die Runden kommen muss.

Dazu die Vorsitzende des Ausschusses, Eva-Maria Voigt-Küppers: „Was vor 30 Jahren funktioniert hat, sollte auch heute noch klappen.” Damals war im Bahnhof ein selbstverwaltetes Jugendzentrum eingerichtet worden.

Kein Verkauf des Bahnhofs

Dass diese Kröte nur schweren Herzens geschluckt werde, das betonte nicht nur CDU-Sprecher Hans Burchatzki. Es sollte geprüft werden, wie in Zusammenarbeit mit der Kleinen Offenen Tür dort Angebote unterbreitet werden können.

Wie er erteilten auch alle übrigen Fraktionen im Ausschuss dem Verkauf des Gebäudes eine klare Absage. „Wir wollen Kinderschutzbund und Metropolis im Bahnhof erhalten”, war seine klare Aussage. Burchatzki hielt die Verwaltung an, eine „kostenneutrale Lösung” für den Bahnhof anzustreben.

Neue Konzepte für das Haus sollten langfristig - so SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Mix - für das Haus erarbeitet werden. Dabei sollte man über eine Anlaufstelle für Jung und Alt nachdenken.

Die Jugendlichen, die heute noch den Bahnhof besuchten, sollten nicht dem Streetworker aufs Auge gedrückt werden, gab Mix für das weitere Vorgehen vor.

„Wir stopfen ein Loch mit dem anderen”, übte Petra Keller (UWG) herbe Kritik. „Wenn keine Jugendlichen mehr in den Bahnhof kämen, wäre der Vorschlag der Verwaltung nachvollziehbar gewesen”, konnte auch sie sich für den Fortbestand auf ehrenamtlicher Basis erwärmen.

Zu bedenken gab sie, dass diese Einrichtung vor Jahren schon von zahlreichen ausländischen Jugendlichen besucht worden sei.

Der Bahnhof werde von einer anderen Klientel Jugendliche frequentiert als die KOT, warf Grünen-Sprecher Jürgen Hohlfeld ein. Da in den Anfangsjahren gute Erfahrungen mit der Selbstverwaltung gemacht worden seien, sollte sie Schritt für Schritt dort neu aufgebaut werden.

Weitere Einschnitte

Die Verwaltung habe keineswegs lächelnd den Vorschlag zum Abzug des Hauptamtlichen aus dem Bahnhof unterbreitet, gab der Erste Beigeordnete Werner Birmanns zu bedenken.

Er zeigte auf, welchen Zwängen die Stadt ob ihrer finanziellen Lage auch im Jugendbereich unterworfen ist. Die Verwaltung könne erst über die künftige Nutzung der Einrichtung nachdenken, wenn die grundsätzliche Entscheidung für einen Sozialarbeiter stehe.

Dem Ausschuss gab er mit auf den Weg, dass das städtische Engagement auch in anderen Bereichen künftig nicht mehr erhalten werden könne, ohne jedoch konkret zu werden.

Er versicherte, wie vom Ausschuss gewünscht, nach konstruktiven Lösungen für ein jugendgerechtes Angebot im Bahnhof zu suchen. „Wir müssen kreativ sein”, rief die Ausschussvorsitzender alle, die helfen können, zur Mitarbeit auf. Grünes Licht gab der Ausschuss für den Streetworker.
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