Würselen - Politik und Gymnasium setzen auf Tablet-Computer

Politik und Gymnasium setzen auf Tablet-Computer

Von: ehg
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Das Gymnasium Würselen setzt im Zuge des Lemmon-Projektes verstärkt auf Tablets. Symbolbild: dpa

Würselen. Lange hatte das vor acht Jahren am Städtischen Gymnasium auf den Weg gebrachte Projekt „Lernen mit neuen Medien – online“ (Lemmon) an Kinderkrankheiten gelitten. Nachdem vor drei Jahren auch die konzeptionelle Basis in der Regie des sachkundigen Lehrers Frajo Ligmann geschaffen worden war, hatte es dann endlich Laufen gelernt.

Doch kamen in jüngster Zeit keine Laptop-Klassen mehr zusammen. Es musste der Entwicklung im Bereich „Lernen mit neuen Medien – online“ Rechnung getragen werden. Also entschloss sich das Städtische Gymnasium zur Einführung von iPads. Die bestellten 30 Geräte wurden in diesen Tagen angeliefert. Die Regio-IT installierte zwischenzeitlich das vorher mit der Schule abgestimmte Profil.

Fehler der Vergangenheit

Bevor an die Weiterentwicklung des Projekts herangegangen worden sei, habe ein Team von engagierten Lehrern erst einmal die Fehler der Vergangenheit analysiert, erläuterte Frajo Ligmann den Mitgliedern des Bildungsausschusses. Hauptsächlich habe es daran gelegen, dass ein auf die Schule zugeschnittenes Konzept gefehlt habe. Andererseits habe man sich mit der Einführung von Laptops in sechs Schulklassen übernommen gehabt.

Damit das nicht wieder passiere, habe man nunmehr ein Konzept erstellt. „Wir werden gut vorbereitet an die Arbeit mit iPads herangehen“, versicherte Ligmann. Damit die Kollegen geschult werden können, würden die gelieferten Geräte in der Schule gebraucht. Zum Schuljahr 2015/2016 werde die Schule eine iPad-Klasse in der Jahrgangsstufe 7 einrichten.

Dafür gemeldet haben sich 48 Schülerinnen und Schüler, nur 32 von ihnen können berücksichtigt werden. Nach pädagogischen Gesichtspunkten seien sie ausgewählt worden. Sie können entweder ihre eigenen Geräte mitbringen oder das Leasingangebot einer Firma in Anspruch nehmen. Finanziell stelle sich das iPad-Leasing – 14,70 Euro im Monat über drei Jahre hinweg – wesentlich günstiger dar als beim Laptop. Bei ihm waren vier Jahre lang 29,50 Euro zu „löhnen“.

Unterstützt wird das Städtische Gymnasium in seinem neuen Vorhaben von der RWTH Aachen, Lehrstuhl Didaktik. Auf eigenem Wunsch wird sie nach den erfolgten Abstimmungen mit dem Gymnasium in Würselen kooperieren. Man möchte, so erklärte Ligmann, dass Studierende frühzeitig Erfahrungen beim Einsatz von elektronischen Medien im Unterricht sammeln. Und die Schule verspreche sich von dieser Kooperation Anregungen und neue Ideen.

SPD-Sprecher Andreas Dumke begrüßte zwar die Initiative des Städtischen Gymnasiums, übte aber Kritik daran, dass von der Verwaltung nur eine Mitteilungsvorlage auf den Tisch gebracht worden sei, wo es bisher noch keinen Ratsbeschluss gebe. Dumke mahnte genauso wie sein Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers bei der Beteiligung am Projekt Chancengleichheit für alle Schüler an. Die Verwaltung und Lehrer Ligmann verwiesen auf Förderprogramme. Ein Informationsabend für die Eltern werde noch veranstaltet.

Dass das Lemmon-Projekt vor drei Jahren eine neue Qualität erhalten habe, unterstrich CDU-Sprecher Balthasar Tirtey. Er begrüßte es, dass „Lernen mit neuen Medien – online“ durch die Einführung von iPads weiter entwickelt werde. Er verwahrte sich gegen die Unterstellung, dass in den vergangenen acht Jahren fünf Millionen Euro in den Sand gesetzt worden seien, zumal die Technik weitgehend genutzt werden könne. Man müsse die neue sich bietende Möglichkeit nutzen. Er hoffte auf positive Rückmeldungen bei Eltern und Schülern.

Dass seine Fraktion vor drei Jahren iPads in Vorschlag gebracht habe, merkte FDP-Sprecher Frank Lube an. Kritisch fragte er nach, ob über Alternativen nachgedacht worden sei. Nicht nur bei dieser, sondern auch bei vielen anderen Fragen zu den komplexen Sachverhalten der Nutzung elektronischer Medien für den Unterricht stand der Experte souverän Rede und Antwort. „Es ist wichtig, dass wir die Gunst der Stunde nutzen“, unterstrich daraufhin FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck.

„Eingeleitet wird hier ein Pilotprojekt. Da haben wir allen Grund, stolz zu sein“, reklamierte Schulleiterin Lydia Becker-Jax für ihre Schule. Mit ihr stellte der gesamte Ausschuss am Ende schließlich fest, dass das Städtische Gymnasium mit iPads auf dem richtig Weg sei. Ziel müsse es sein, dass alle Schüler in Zukunft in den Genuss des neuen Lernmittels kommen könnten.

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