Herzogenrath - Politik fordert: „Beschleunigung“ der Entwicklungen in Kohlscheids Zentrum

Politik fordert: „Beschleunigung“ der Entwicklungen in Kohlscheids Zentrum

Von: Beatrix Oprée
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Eine Dachreparatur für 5000 Euro, obwohl das vakante Ex-Supermarktgebäude am Langenberg in absehbarer Zeit abgerissen werden soll? Sie sei nötig gewesen, sagt Bürgermeister von den Driesch: Die stadteigene Immobilie diene zurzeit als Zwischenlager im Zuge der Einrichtung der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Turnhalle An der Waidmühl.
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Erst das Verkehrsproblem in Kohlscheids Zentrum lösen: Der Bau der Osttangente ist auch für die Bezirksregierung wesentlich. Foto: M. Bienwald

Herzogenrath. Den Unmut der Kohlscheider Bevölkerung über die Situation im Ortszentrum hat unsere Zeitung bereits thematisiert. Jetzt reagiert die rot-schwarze Koalition mit einem Antrag für den nächsten Umwelt- und Planungsausschuss:

Der Wegfall des bisher am Langenberg ansässigen Nahversorgers „Kaiser‘s“ bedeute für die Bürgerschaft eine „dramatische“ Verschlechterung. Und beabsichtigte Neuansiedlung eines Nahversorgers verzögere sich, heißt es in dem Schreiben an Ausschussvorsitzenden Werner Spiertz (CDU).

Bürgerversammlungen und Workshops hätten bisher noch zu keiner „brauchbaren und geschlossenen Gestaltungsplanung“ geführt, die aber zwingende Voraussetzung für die Beantragung und Bewilligung von Städtebaufördermitteln sei.

„Da die (noch) vorhandenen Einzelhändler auf der Südstraße sowie rund um den Markt zunehmend unter Druck geraten, ist die schnellstmögliche Vorlage eines Entwicklungsplans für das Kohlscheider Zentrum dringend vonnöten“, fordern die Unterzeichner, die beiden Fraktionschefs Gerhard Neitzke (SPD) und Reimund Billmann (CDU).

Da die Verwaltung zurzeit auch mit anderen Planungen, etwa für Herzogenrath-Mitte beschäftigt sei, böte sich doch an, „zur Beschleunigung“ mit externen Fachleuten zusammenzuarbeiten. Überdies bringt die Groko nochmals die Beteiligung von FH-Studenten ins Spiel, wie sie ja bereits für Planung in der Stadtmitte angefragt worden seien. Studien- , Bachelor oder Masterarbeiten schweben ihnen vor, vielleicht auch ein Studierendenwettbewerb.

Auf Nachfrage unserer Zeitung legt Bürgermeister Christoph von den Driesch die Sichtweise der Verwaltung dar: Dass es zu einer Verzögerung der Ansiedlung eines neuen Nahversorgers gekommen sei, sei richtig. Bisher sei es noch zu keiner Einigung der Vertragsparteien gekommen, nämlich dem potenziellen Betreiber und dem Vermieter. Immer noch gebe es zu klärende Fragen.

Was die Überplanung des Ortsteilzentrums insgesamt angehe, verweist der Bürgermeister auf intensive Gespräche zwischen der Stadt und der Bezirksregierung als Fördergeldgeber und zwar nicht nur für Kohlscheid, sondern auch für die Entwicklung von Herzogenrath-Mitte.

Und dort sei die Latte in Bezug auf die Förderfähigkeit immer höher gelegt worden: Mittlerweile seien ausgefeilte Konzepte nötig, müsse die Stadt viel mehr in Vorleistung gehen, als dies vor zehn Jahren noch der Fall gewesen sei.

Habe damals beispielsweise der bloße Hinweis gereicht, dass man auch eine Fassade sanieren wolle, so bedürfe es heute dazu „sehr intensiver Vorprüfungen“ – mit konkreten Angaben über Größenordnungen, Einverständnis- und Kostenerklärungen der Eigentümer samt Aufmaßen.

Derartige geforderte Detailprüfungen seien nicht nur teuer, sondern vor allem auch sehr zeitaufwendig, gibt von den Driesch zu bedenken, dass das dafür zur Verfügung stehende Personal überdies auch noch für alle anderen Bebauungsplanfragen zuständig sei.

Der Prozess speziell in Kohlscheid hänge überdies maßgeblich von einem weiteren Aspekt ab: der Lösung des Verkehrsproblems rund um den Markt. Die Osttangente müsse kommen, das habe auch die Bezirksregierung zu verstehen gegeben. Diese aber müsse wegen ihrer überörtlichen Bedeutung und der Tatsache, dass Teile der Südstraße eine Landesstraße seien, mindestens eine Kreisstraße sein, gibt von den Driesch auch den allgemeinen politischen Konsens in der Rodastadt wieder. Mit einem einfachen Antrag bei der Städteregion sei es da natürlich nicht getan.

Auf Dezernentenebene seien diesbezüglich aber bereits Gespräche geführt worden, die den Bürgermeister hoffnungsfroh stimmen. Nun steht ein Spitzengespräch mit dem Städteregionsrat an. Was die Kosten angeht, sieht von den Driesch gemustert an anderen Kommunen durchaus Verhandlungsmasse, etwa bei der Unterhaltung der avisierten Straße.

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