Pokémon-Spieler mit Baseballschläger verprügelt

Von: red/pol
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pokemon go spieler Remko de Waal/dpa
Mini-Monster im Visier: Blick aufs Handy eines Pokémon-GO-Spielers.

Alsdorf. „Aus Spaß wurde Ernst“: So beginnt eine Polizeimeldung über einen Einsatz in Alsdorf kurz nach Mitternacht am Freitag. Ein begeisterter Pokémon-Spieler, der eigentlich mit dem Smartphone die kleinen virtuellen Monster jagen wollte, wurde dabei selbst zum Gejagten. Und bekam reichlich Prügel ab.

Zusammen mit einem Kumpel war der 27-Jährige kurz nach Mitternacht in einem Garten der Alsdorfer Siedlung Busch unterwegs. „Konspirativ und leise durchsuchten sie den Garten“, berichtete Paul Kemen von der Pressestelle der Aachener Polizei. Sehr zum Leidwesen des 50-jährigen Hausbesitzers, der, ob der Geräusche in seinem Garten, akute Einbruchsgefahr witterte und zu einem hölzernen Baseballschläger griff.

Dann spitzte sich die Handlung zu. Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ ließ der Hausbesitzer zunächst einen Warnschrei durch das geöffnete Fenster in den Garten erschallen. Paul Kemen: „Die Pokémon-Spieler, völlig überrascht ihrer Spielewelt entrissen, flüchteten daraufhin panikartig aus dem Garten und türmten in verschiedene Richtungen.“ Der 50-jährige nahm die Verfolgung auf.

Nicht weit von seinem Haus entfernt erwischte er den 27-Jährigen. Überzeugt, einen Einbrecher vor sich zu haben, verpasste er dem jungen Mann mit dem Baseballschläger Hiebe auf die Oberschenkel. Dennoch gelang es dem Angegriffenen, zu flüchten und dabei die Polizei zu rufen.

 

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„Da er seinen Verfolger stets im Nacken spürte, sprang er sogar durch eine dicht bewachsene Hecke“, schilderte der Polizeisprecher die plötzlich gar nicht mehr virtuelle Jagd. Dabei verlor der Spieler einen Schuh. Als die Polizei eintraf, kauerte er auf dem Gelände eines Kindergartens und erwartete sehnsüchtig deren Erscheinen.

Der 50-jährige Hausbesitzer gab gegenüber den Beamten an, er sei davon ausgegangen, dass sich Einbrecher „in seinem Garten herumtreiben und klauen wollen“. Schlimmere Folgen hatte das unverhoffte Aufeinandertreffen der Kontrahenten nicht. Der 27-Jährige verzichtete trotz blauer Flecken auf eine ärztliche Behandlung.

Die Polizei der Städteregion Aachen nahm den Vorfall zum Anlass, auch beim Pokémon-Spielen den gesunden Menschenverstand eingeschaltet zu lassen - „auch wenn das Eindringen in fremde Gärten wohl nicht ausdrücklich in den Regeln des Spiels behandelt wird“. Sonst werde man am Ende selbst zum Gejagten.

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