Herzogenrath - Podiumsdiskussion: Europaschule ist absolutes Wunschkind

Podiumsdiskussion: Europaschule ist absolutes Wunschkind

Von: Karl Stüber
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Diskussion um die „gute Schule für Alle”: Auf Einladung der Initiative Jenaplanschule Herzogenrath diskutierten (von links): LVR-Schuldezernent Michael Mertens, MdL Sigrid Beer (Grüne), MdL Raimund Billmann (CDU), Moderator Christian Füller, MdL Karl Schultheiss (SPD), Olaf Dambon (Fraunhofer Institut), Monika Wallbrecht, Leiterin der GGS Pannesheide und Vorstandsmitglied der Initiative Jenaplanschule Herzogenrath, sowie Otto Herz, GEW und Mitbegründer der Bielefelder Laborschule.

Herzogenrath. Eigentlich sollte besser heute als morgen mit der Einrichtung einer neuen Schule nach dem Konzept Jenaplan in Kohlscheid begonnen werden. So ist jedenfalls das Stimmungsbild unter Teilnehmern und Zuhörern der Podiumsdiskussion „NRW braucht ein neues Schulsystem. Jetzt!” im Technologie-Park Herzogenrath gewesen.

Und Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU) stimmte in den Chor der Befürworter ein. Mit Blick auf den neuen Schulentwicklungsplan gehe er davon aus, „dass wir die planerische Grundlage für eine Jenaplanschule mit internationalen Charakter in Kohlscheid haben”. Mit Blick auf den demographischen Wandel und die Stadtentwicklung müsse spezielle für den südlichen Stadtteil etwas getan werden.

Aber so einfach ist diese neue Schulform nicht einzurichten, wie der Herzogenrather CDU-Landtagsabgeordneter Raimund Billmann in Erinnerung rief, wobei er allerdings klar stellte, auch mit Blick auf die schwarz-grüne Kooperation in Herzogenrath „nicht strikt dagegen” zu sein. Für die Einrichtung einer solchen Schule „fehlen in Nordrhein-Westfalen die gesetzlichen Grundlagen”, sagte er. Zudem müssten die baulichen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden, um maximal 13 Jahrgänge unterzubringen bzw. zu beschulen. Aus Sicht des Aachener SPD-Landtagsabgeordneten Karl Schultheis ist die rechtliche Hürde leicht zu nehmen. Das Problem liege in der derzeitigen CDU/FDP-Mehrheit begründet. Er hoffe darauf, dass bei den Landtagswahlen die Wähler „andere Akzente setzen”.

Die grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion in Düsseldorf, betonte angesichts der vorbildhaften Gemeinschaftsgrundschule Pannesheide: „Wir brauchen keine weiteren Modellversuche mehr. Wir wissen, wie gute Schule geht. Wir brauchen jemand, der endlich den Riegel wegnimmt.”

Auch Michael Mertens, Schuldezernent beim Landschaftsverband Rheinland, konnte sich für das Konzept erwärmen. Förderschulen und die übrigen Schulen sollten zusammengeführt werden. Sonderpädagogen sollten auf diese Weise allen Schulen zugute kommen, was sich positiv auf die Förderung individuellen Lernens auswirken würde. Eindringlich und anschaulich beschrieb die Leiterin der GGS Pannesheide und Vorstandsmitglied der Initiative, Monika Wallbrecht, ihre Einrichtung, die hauptsächlich Kompetenzen, nicht vorrangig Inhalte vermittle, aber bei Vergleichstestes mit anderen Schulen hervorragend abschneide und dem modernen internationalen Standard entspreche.

GEW-Mann und Mitbegründer der Bielefelder Laborschule, Otto Herz, lobte das integrierende Konzept: „Ein System, das die Schüler nicht einfach wegschicken kann, stellt sich der Aufgabe, der Vielfalt der Schöpfung durch individuelle Förderung gerecht zu werden.”
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