Plötzlich rauchte der ausgeschaltete Herd

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Es kam einem Alptraum nahe: Erst brach das Telefongespräch ab, dann drang Rauch aus dem ausgeschalteten Herd, und im selben Moment rannte der Sohn durch den Flur, um seinen qualmenden Computerbildschirm ins Freie zu bringen.

Gabi Norget erinnert sich heute noch mit Schrecken daran, was sich im September 2008 innerhalb einer Minute ereignete: „Wir wussten nicht was los war. Mit dem Handy habe ich den Notdienst von Enwor angerufen. Die Telefonanlage war ja tot.” Es habe keine Netzschwankungen gegeben, der Fehler müsse bei ihr im Haus liegen, sei ihr dann seitens der Störstelle mitgeteilt worden. „Zum Glück haben wir einen Elektroniker in der Nachbarschaft, der mir den Herd auseinandergebaut hat. Ich hätte sonst gar nicht gewusst, was ich machen sollte.”

Nach und nach entdeckten Gabi Norget und ihr Mann Ingo, was noch alles kaputt war: die Satelliten-Anlage, die Pumpe für die Regenwasseranlage und, was am teuersten kam, die Steuerung der Heizung. „Alles in allem ein Schaden von rund 1500 Euro”, sagt Ingo Norget.

Genau eine Woche später gab es wieder Stromschwankungen: „Wir hatten gerade alles repariert”, berichtet Gabi Norget. „Plötzlich wurde das Licht dunkel. Ich habe sofort die Sicherungen rausgenommen.” Ingo Norget hat daraufhin mehrfach mit Enwor telefoniert, letztlich mit dem Netzmeister. Wieder habe es geheißen, seitens des Energieversorgers gebe es keine Probleme. Weil Norget darauf bestand, seien schließlich zwei Enwor-Mitarbeiter vorbeigekommen, hätten im bis dahin verplombten Hausanschlusskasten gemessen - und alles für „in Ordnung” erklärt.

Rund ein Jahr später, „wir hatten die Vorfälle inzwischen verdrängt”, gingen wieder Fernseher und zwei Computer aus, wurde das Licht dunkel, dann wieder ungewöhnlich hell. „Mein Mann war gerade auf dem Weg in den Keller, konnte schnell die Sicherungen herausnehmen.” Mit einem eigenen Multimeter habe er daraufhin deutlich erhöhte Spannung gemessen und wieder mit Enwor telefoniert.

Der Stördienst sei schließlich herausgekommen und habe bei einer der drei Phasen Unterspannung gemessen. Sie habe umgepolt werden können. Danach habe noch bei Nachbarn gemessen werden sollen, was allerdings nicht geschehen sei. Statt dessen sei die Verbindungsmuffe der Strom-Erdkabel ausgetauscht worden - die Ingo Norget stets als Ursache vermutet hatte. „Seither haben wir keine Probleme mehr.”

Keine Hinweise

Eigentlich war Ingo Norget mit seinem Energieversorger zufrieden gewesen, nicht zuletzt wegen dessen regionaler Verbundenheit. Nun aber möchte die Familie Schadenersatz. Denn die Ursache für den Defekt diverser Elektrogeräte habe eindeutig am Equipment des Energieversorgers gelegen.

Doch entsprechende Schreiben wurden - auch von der Versicherung des Unternehmens - negativ beschieden: Bei Enwor gebe es gar keine Hinweise über eine Störmeldung aus dem Hause Norget im Jahr 2008.

Ingo Norget aber verweist hier auf die Einzelverbindungsnachweise seines Telefonanbieters.

Diese Zeitung erhielt auf Anfrage folgende Auskunft: Am 13. Oktober 2009 sei die Spannung gemessen worden, allerdings eine geringere als sie sein sollte, so die Aussage von Enwor-Sprecher Wolfgang Fischer. Bei den Nachbarn im Hundforter Benden sei dies hingegen nicht der Fall gewesen. Im Anschluss sei dann die Hausanschlussmuffe ausgetauscht worden. Geringere Spannung sei im Übrigen nicht schädlich. Laut Netzmeister sei damit „alles getan worden, was in unserer Macht steht”. Was den folgenschweren Störfall von 2008 angehe, so liege Enwor „noch nicht einmal eine Vermeldung darüber” vor. So sieht sich das Unternehmen auch außerstande, die Reparatur-Rechnungen des Störfalls von 2008 zu begleichen.

Die Norgets aber wollen dies nicht akzeptieren und fragen sich überdies: „Wir sind doch bestimmt nicht die einzigen, denen so etwas passiert ist?”
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