Platz gesucht für Barbara-Kapelle

Von: Berthold Strauch
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So soll sie werden: die Barbara-Kapelle nach Entwürfen von Prof. Schaffrath. Den Ort seiner „Probebohrungen” will Vereinsvorsitzender Josef Kohnen der Stadt als Eigentümerin des Geländes für den Neubau vorschlagen.

Alsdorf. Zwei Arbeiter klopfen Rasenstücke, die zuvor sorgfältig ausgestochen worden waren, wieder fest. Daneben stehen Bauzaunelemente zum Abtransport bereit. Reste eines rot-weißen Absperrbandes flattern im Wind.

War da was? Baudezernent Harald Richter zeigte sich am Dienstag auf Anfrage ziemlich überrascht von der kleinen Baustelle im städtischen Renommierprojekt, dem Annapark.

Und, wie man hört, auch andere hohe Verantwortungsträger im Rathaus zuckten ratlos mit den Schultern, als sie nach dem Sinn und den Zusammenhängen rund um die etwas dubiosen Erdbewegungen im Schatten der mächtigen Kraftzentrale gefragt wurden.

Doch einer wusste sehr wohl Bescheid, warum in dem frischen Grün mit Hacke und Schaufel gebuddelt wurde: Karl Becher, Leiter des Fachgebiets Sonderaufgaben und Umwelt der Stadtverwaltung.

„Das ist mit mir abgestimmt”, berichtete er im AZ-Gespräch. Und somit war er also informiert, dass sich Mitarbeiter des Vereins Bergbaumuseum Grube Anna II dort zu schaffen gemacht hatten.

„Wir sind auf der Suche nach einem neuen Bauplatz für unsere geplante Barbara-Kapelle”, brachte Vereinschef Josef Kohnen Licht in diesen Fall.

Denn das bislang favorisierte Grundstück an der Adenauerallee und nicht weit von dem alten EBV-Wasserturm entfern wolle nun die Stadt im Zusammenhang mit dem neu konzipierten Zentrum für das Gymnasium und die Realschule nutzen.

Doch auch beim Blick auf die aktuelle Bohrstelle merken kundige Ratspolitiker an, dass auch dieser Bereich durchaus Teil der Schul(hof-)Landschaft werden könne. Dies schließt auch Baudezernent Richter nicht aus.

„Wir haben aber noch keine fertigen Pläne”, verweist er auf den ausstehenden Architektenwettbewerb.

Wie Josef Kohnen darlegt, käme aus seiner Sicht das Umfeld des von seinen Leuten gegrabenen Lochs für die Kapelle in Frage. „Wir wollten eigentlich nur wissen, in welcher Tiefe sich die Schutzfolie befindet”, die über dem dort abgekippten und „eingesargten” Abbruchschutt der Zechenanlagen gelegt worden war.

„Da ein Prüfschacht etwa vier Meter tief reicht, kämen wir dort zurecht.” Denn die Kapelle solle nur etwa zwei Meter eingegraben werden. In gleicher Dimension tritt der Sakralbau an die Oberfläche, ergänzt um einen bis zu drei Meter hohen Lichtschacht an der Spitze.

Kohnen hofft, dass diesen Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden könne, die ein Jahr dauern sollen. Die Kosten veranschlagt er mit knapp 200.000 Euro, wofür Landeszuschüsse zugesagt seien.

Darin nicht enthalten sei das Mosaik, das Alsdorfs Ehrenbürger Professor Ludwig Schaffrath, künstlerischer Ideengeber für die Gestaltung der Kapelle, noch kreieren will. „Aber es geht auch ohne”, will sich Kohnen dieses Schmuckstück für finanzkräftigere Zeiten aufsparen.
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