„Platinum String Quartet“ begeistert im Herzogenrather Bahnhof

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
6042036.jpg
Beeindruckendes Spiel: Anja Ormiston, Rebecca Cheminais, Frances Clement und Oliver Costar als „Platinum String Quartet“ aus Schottland machten bei ihrem Stopp beim Orlando-Festival in Kerkrade auch im Herzogenrather Forum für Kunst und Kultur viel Eindruck. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wer sich einmal das „Profil“ des „Platinum String Quartet“ aus Schottland anschaut, versteht schnell, warum das Image klassischer Musiker keinesfalls angestaubt ist. Bunte Klamotten, fröhliche junge Menschen in T-Shirts, mit Turnschuhen, bunten Socken oder Flip-Flops sind zu sehen. Sie kommentieren, was sie erleben und zeigen natürlich gerne, was sie haben, so zum Beispiel auch ein Programm in deutscher Sprache. Das gab es auch beim Konzertnachmittag im Forum für Kunst und Kultur im Herzogenrather Bahnhof.

Mit knallroten T-Shirts traten die jungen Klassikprofis dort auf, denn sie waren Teil des seit nunmehr 31 Auflagen hochaktuellen und geliebten „Orlando-Festivals“ im benachbarten Kerkrade/NL. Und auch wenn Anja Ormiston, Rebecca Cheminais, Frances Clement und Oliver Costar damit ein mehr als deutliches optisches Ausrufezeichen im Erdgeschoss des Herzogenrather Bahnhofsgebäudes hinterließen, so beeindruckte ihre musikalische Leistung noch viel mehr.

Vom ersten Ton an verzauberten die Vier, ließen seidige Klangkulissen in die Ohren der begeisterten Gäste gleiten, überzeugten, wenn Tempo, Ruhe oder Kraft gefragt waren und wussten auch die Dynamik der kammermusikalischen Leckerbissen bestens wiederzugeben. Gegründet haben sie sich vor zwei Jahren, gleich in der Anfangszeit ihres Studiums an der Royal Conservatoire of Scotland. Unterrichtseinheiten von Andrea Gajic und Robert Irvine und der Besuch der Meisterklasse von Daniel Rowland, Ian Belton, Paul Cassidy, Roland Roberts, Jerzy Kosmala und Gina McCormack hinterließen jedenfalls tiefe positive Spuren im musikalischen Können und sorgten für Begeisterung bei den Zuhörern. Interpretationen von Musik aus der Feder solcher Komponistengrößen von Joseph Haydn, Antonin Dvorak oder Ludwig van Beethoven stellten die Vier vor keinerlei Schwierigkeiten.

So war es kein Wunder, dass sich die Wartenden auf Gleis eins vor dem Schritt in den Zug gerne einmal heimlich lauschend ans Fenster stellten und einfach nur genossen. Ob nun jemand ob der ausgezeichneten Darbietungen seinen Zug verpasste, konnte nicht mehr nachvollzogen werden. Fest stand nur, dass die Menschen, die sich an diesem ungewöhnlichen Nachmittag zu einer für deutschen Klassikgeschmack unüblichen Zeit, einen wahren Glückstreffer gelandet hatten und nicht nur am Ende viel Applaus für ein grandioses Programm spendeten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert