Merkstein - Planwerkstatt: Mehr Qualität für den Ortsmittelpunkt

Planwerkstatt: Mehr Qualität für den Ortsmittelpunkt

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Moderator Hajo Hinzen vom Planungsbüro BKR hielt Kritik und Anregungen auf großen Plakaten fest.

Merkstein. Im Prinzip mögen die Merksteiner ihren August-Schmidt-Platz so, wie er ist: Als grünen, autofreien Ortsmittelpunkt mit altem Baumbestand, Sitzgelegenheiten, Spielplatz, guter Nahverkehrsanbindung und als Schauplatz für Feste im Stadtteil.

Dichte Sträucher

Was sie stört und aufregt, sind andere Dinge: Vandalismus, Hundehaufen, die meist geschlossene Toilettenanlage ohne soziale Kontrolle, die zu dicht gewachsenen Sträucher und Bäume, die unansehnliche Rückwand des Plus-Marktes, dass der Platz keinen richtigen Eingang hat.

All das sind Ergebnisse der Planungswerkstatt zur Umgestaltung des August-Schmidt-Platzes, zu der die Stadtverwaltung in die Gesamtschule geladen hatte. Rund 60 Vertreter der Ratsparteien, der beteiligten Fachabteilungen der Verwaltung, aus Handel und Gewerbe sowie Anwohner nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Vorschläge in die Planung einzubringen.

Nach einer kurzen Einführung durch Hajo Hinzen vom Planungsbüro BKR, das die Moderation übernommen hatte, teilte sich das Plenum in drei Arbeitsgruppen. Darin wurden zunächst die bereits erwähnten Plus- und Minuspunkte gesammelt, ehe es um konkrete Verbesserungswünsche ging. Dabei unterschieden sich die Ergebnisse der drei Gruppen nur in wenigen Punkten voneinander. So wünschen sich viele eine befestigte Fläche für Veranstaltungen oder den Wochenmarkt, eine neue, einheitliche Möblierung (Sitzbänke, Abfallbehälter), die vandalismusresistenter ist. Dabei könne es helfen, den Platz heller und einsichtiger zu machen, beispielsweise durch den Rückschnitt der Grünanlagen und eine moderne, helle Beleuchtung. Das Auslichten der Bäume und Hecken sagte Bürgermeister Christoph von den Driesch unabhängig von der weiteren Planung bereits zu.

Ein weiterer Punkt ist, mehr Leben auf den Platz zu bringen. Dazu kamen verschiedene Vorschläge: eine Außengastronomie, beispielsweise ein Biergarten, ein Ausbau des Spielplatzes, Spielgeräte und -möglichkeiten für Senioren (etwa ein Boule-Platz) oder ein Treffpunkt für Jugendliche. Gewünscht werden zudem mehr Blumen, Wasserfontänen, die im Sommer auch Kinder zum Spielen einladen, sowie ein Standort, an dem die Pferdeskulptur besser zur Geltung kommt.

Thema Einzelhandel

Zwei Dinge liegen den Merksteinern, die sich in den Arbeitsgruppen einbrachten, besonders am Herzen. Da ist zum einen die Toilettenanlage: Sie sei wichtig und sinnvoll - aber nur, wenn sie jederzeit geöffnet sei und eine soziale Kontrolle bestehe. Dazu gab es den Vorschlag, sie mit dem Kiosk auf dem Platz zu verbinden, dessen Vermietung außerdem die Aufenthaltsqualität verbessere. Sollte dies nicht möglich sein - die Verwaltung hält es für schwierig, einen geeigneten langfristigen Pächter zu finden -, wäre auch eine automatische Toilette eine Lösung.

Rege Diskussion löste auch das Thema Einzelhandel aus. Zurzeit gebe es wenig Leerstände und zugleich Vielfalt. Es fehlten aber Qualitätsgeschäfte und Ladenmieten, die eine Ansiedlung am Platz attraktiv machten, hieß es. Auch der Wochenmarkt könnte größer sein. Das Problem ist in beiden Fällen: Die Merksteiner kaufen nicht ausreichend in Merkstein. Wer einen schönen und lebendigen Ortsmittelpunkt mit dem August-Schmidt-Platz haben wolle, so das Fazit, müsse diesen und sein Umfeld dann auch nutzen.

Zum Abschluss stellte das Team von BKR auch die Ergebnisse des Kinder- und Jugendworkshops vor - Ergebnisse, die zeigen, dass Jung und Alt in puncto August-Schmidt-Platz auf einer Wellenlänge liegen. Positiv war aus Sicht des Bürgermeisters auch, „dass niemand den Platz radikal ändern will, sondern nur markante Punkte geändert und verbessert werden sollen”.

Noch in diesem Jahr?

Die Vorschläge der Planungswerkstatt stehen nun im April im Umwelt- und Planungsausschuss zur Diskussion. Danach geht es an die konkrete Planung. Die soll verwaltungsintern entwickelt werden, wie der Bürgermeister andeutete. Sein Wunsch: noch in diesem Jahr mit der Umsetzung beginnen.
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