Planungsausschuss berät über Pläne für Kohlscheider Zentrum

Von: Yannick Longerich
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Diese Bereiche spielen bei den Überlegungen zur weiteren Entwicklung in Kohlscheid eine Rolle: der Sportplatz an der Puetgasse (oben), der neue Kreisverkehr auf der Oststraße, die Straße Am Langenberg mit leerstehender Supermarkt-Immobilie. Foto: Wolfgang Sevenich
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Sportplatz an der Puetgasse (oben), neuer Kreisverkehr auf der Oststraße, Blick auf die Straße Am Langenberg mit leerstehender Supermakt-Immobilie.Fotos W. Sevenich
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Sportplatz an der Puetgasse (oben), neuer Kreisverkehr auf der Oststraße, Blick auf die Straße Am Langenberg mit leerstehender Supermakt-Immobilie.Fotos W. Sevenich

Herzogenrath. Seit 2012 ist die Ausgangssituation klar: Das Kohlscheider Zentrum rund um den Markt muss entlastet werden und das bislang eher brachliegende Areal zwischen Südstraße und Puetgasse seine Möglichkeiten zur Steigerung der Attraktivität Kohlscheids ausspielen.

Das Büro für Kommunal- und Regionalplanung (BKR) stellte vor dem Umwelt- und Planungsausschuss seinen Vorentwurf zur städtebaulichen Gestaltung unter großem Zuspruch aller Fraktionen vor. Auf dieser Grundlage wird das weitere Genehmigungsverfahren basieren – unter anderem in Form einer Bürgerversammlung.

Für weitere Anregungen hatte der Ausschuss außerdem Studenten der FH Aachen eingeladen, die im vergangenen Semester eigene städtebauliche Ausarbeitungen zum Projekt „Zentrum – Am Langenberg“ entwickelt hatten und nun vorstellen konnten.

Große Verärgerung rief indes das Fernbleiben der angemeldeten Delegation hervor. Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) sprach von einem schlechten Licht, das hierdurch auf die FH geworfen werde, nachdem er selbst im vergangenen Jahr die Kooperation zwischen Stadt und Hochschule mit eingefädelt hatte.

Zwar könnten die Entwürfe der Aachener Studenten, die unter der Leitung von Prof. Dietmar Castro als benotete Studienarbeiten angefertigt wurden, dem Ausschuss einige wertvolle Anregungen geben, jedoch überwog das Unverständnis. Ragnar Migenda, Technischer Beigeordneter der Stadt und „Ersatz-Referent“, versprach, die Verantwortlichen über den Frust des Plenums zu informieren.

„Einige hier im Saal hätten sich nach einer solchen Gelegenheit während ihrer eigenen Studienzeit sicher sprichwörtlich die Finger geleckt. Es bleibt absolut unverständlich“, brachte es Migenda auf den Punkt.

BKR stellte zwei Varianten vor, die jeweils fraktionsübergreifend großen Zuspruch ernteten. Die geplante Entlastungstangente würde in jedem Fall von einem neu errichteten Kreisverkehr am Übergang des Marktes in die Oststraße in südliche Richtung durch das Areal führen. Südwestlich vom Ausgangspunkt träfe die Umgehung dann auf die Südstraße auf Höhe der Kreuzung Kaiserstraße.

Während Plan 1 flächensparend mit bis zu dreigeschossigen Bauten operiert und im Zentrum eine Freifläche als „Grünes Auge“ vorsieht, ist im zweiten Vorschlag diese Grünfläche im Südwesten vergrößert, was geringfügige Auswirkungen auf die Immobilienfläche hätte. BKR unterteilt diesen Vorschlag nochmals in 2a und 2b, da eine Vergrößerung der Grünfläche im Vergleich zu 1 an mehreren Stellen stattfinden könnte.

Stefan Becker (CDU) wertete die allgemeine Begeisterung im Plenum als Durchbruch für die langersehnte „Lebenstangente für Kohlscheid“, ein Baubeginn sei in seinen Augen schon im nächsten Jahr denkbar. Aus den Reihen der Grünen-Fraktion lobte Folker Moschel, dass der ökologische wie soziale Anspruch des Neubaugebiets erfüllt würde. Die SPD mahnte jedoch, dass der Knotenpunkt Südstraße/Tangente in seiner jetzigen Form Risiken berge. Ein zusätzlicher Kreisverkehr sei denkbar.

Speziell die soziale Nutzung der Neubauten stand unter genauer Beobachtung. Die Tangente wird als „zugangsfreie“, zweispurige Umgehung angelegt, es gibt also keine flankierenden Wohngebäude. Im Umkehrschluss soll eine Querstraße südlich des Aschensportplatzes für Zugang sorgen, wobei diese Anordnung für kurze Wege und Barrierefreiheit sorge.

Die Anordnung der Neubauten würde zusätzlich als Lärmdämmung fungieren. Es wäre der dringende Bedarf an Wohnraum sowohl für Studenten als auch für Senioren gedeckt.

Schlüsselimmobilien auf dem Gebiet seien weitestgehend in städtischer Hand, was einen weiteren Risikofaktor minimiere, betonte Migenda.

Die Gespräche der Stadt mit den betroffenen Sportvereinen würden im Gegenzug parallel laufen. Defizite sehen die Fraktionen allerdings noch in der Parkplatzfrage. Solche „potenziellen Minenfelder“ müssten frühzeitig ausgeräumt werden. Bevor es nun in eine Bürgerbefragung geht, müssen also noch einige Stellschrauben betätigt werden. Der Euphorie im Saal tat dies freilich keinen Abbruch.

Nach langem Warten scheint die Entlastung des Kohlscheider Marktes nun endlich Konturen anzunehmen.

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