Plan für privaten Trainingsplatz sorgt für Diskussionen

Von: gp/ehg
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„Ather Benden“: Die Wiese soll zu einem Traningsplatz ausgebaut werden. In der Nachbarschaft regt sich Unmut dagegen. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Um ihre Bedenken gegen die Realisierung eines 25 mal 50 Meter großen Rasensportplatzes durch einen privaten Investor anzumelden, haben Anwohner der Elisastraße und der von-Görschen-Straße im Rathaus eine Liste mit 64 Unterschriften eingereicht. Sie sprachen sich damit gegen die beantragte Änderung des Flächennutzungsplanes aus.

Ein Wiesengrundstück im rückwärtigen Bereich der Elisastraße soll statt als Fläche für Landwirtschaft in Grünfläche mit der Zweckbestimmung Sportplatz und Wohnbaufläche deklariert werden. Ein Anwohner will die Trainingsstätte der Jugendabteilung des SC Bardenberg zur Verfügung stellen, zudem will er dort eine private Schwimmhalle genehmigt haben. Mit dem Bau des Beckens wurde bereits begonnen.

Die Kinder sollen sich wie bisher im Sportheim Tannenweg umziehen und über einen Fußweg von zehn Minuten zu dem neuen Sportplatz „Ather Benden“ laufen, heißt es in dem Antrag. Jedoch werde der neue Platz mit zwölf Parkplätzen geplant, geben die Anwohner zu bedenken. Befürchtet wird ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Wohnstraße.

Ein bereits erstelltes Lärmgutachten empfiehlt, dass der Rasenplatz wegen der einzuhaltenden Abstandsflächen nur 25 mal 50 Meter statt der beantragten 30 mal 60 Meter groß sein dürfe. Die Fläche dürfe maximal für einen sechsstündigen Trainingsbetrieb genutzt werden. Training soll werktags von 13 bis 19 Uhr bzw. 14 bis 20 Uhr erfolgen. An Sonn- und Feiertagen soll nicht trainiert werden, zudem soll es keine Beschallungsanlagen geben.

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung schieden sich an den beantragten Änderungen des Flächennutzungsplanes die Geister. Die SPD/CDU-Koalition und Bündnis 90/Die Grünen waren wie die Verwaltung der Meinung, dass dazu das Verfahren eingeleitet und eine Bürgerversammlung durchgeführt werden solle. UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich kritisierte hingegen, dass diese nicht schon vorab abgehalten worden sei.

Er verwies darauf, dass der SC Bardenberg, dessen Jugend den Platz nutzen soll, von einem solchen privaten Vorhaben überrascht worden sei. Scherberich sah keine Notwendigkeit, zumal die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinke. Er befürchtete vielmehr, dass einer weiteren Wohnbebauung Tür und Tor geöffnet werden könnte. Aus diesen Gründen sprach er sich gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes aus.

FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck wollte mehr. Es mache Sinn, das Gebiet neu zu ordnen, deshalb sollte ein Bebauungsplan – unter Einbeziehung des Bardenberger Gässchens – aufgestellt werden. Fachbereichsleiter Manfred Schmitz-Gehrmann erläuterte: „Wenn wir einen Bebauungsplan aufstellen wollen, dann brauchen wir erst einmal die Änderung des Flächennutzungsplanes.“ Dazu müsse die Bezirksregierung ihr Plazet erteilen, „die in solchen Fällen sehr genau hinschaut“.

Es gehe nicht nur darum, einen Sportplatz zu ermöglich, es sollen auch vorhandene Rechtsuntersicherheiten aus der Welt geräumt werden, unterstrich Ausschuss-Vorsitzender Karl-Jürgen Schmitz (CDU). „Wir beschließen hier und heute weder ein Schwimmbad noch einen Sportplatz“, betonte er. Er plädierte dafür, das Verfahren auf den Weg zu bringen und die Bürgerversammlung durchzuführen.

Dann sollten die Argumente sorgfältig abgewägt werden. Den Antrag des FDP-Fraktionsvorsitzenden auf Änderung des zu fassenden Beschlusses lehnte Schmitz mit der Begründung ab, die übrigen Fraktionen hätten keine Gelegenheit gehabt, ihn zu beraten. Er riet ihm, diesen schriftlich einzureichen.

„Ich werde den Antrag neu stellen“, versicherte Carduck leicht erbost, dass er in der Sitzung nicht zum Zuge gekommen war. Was nun aus dem Schwimmbad und dem Rasensportplatz wird, ist vollkommen offen. Anfang Dezember 2014 soll – so der Vorsitzende – neu beraten werden.

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