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„Pius am Mittwoch“: Anspruchsvoll und virtuos

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
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Besonderer Hörgenuss: Pius am Mittwoch mit La Quintessenza. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Mit einem Konzert des Holzbläser-Quintetts „La Quintessenza“ aus Hergenrath (Belgien) startete „Pius am Mittwoch“ ins neue Jahr. Wie schon beim ersten Gastspiel vor vier Jahren gestalteten Tania Devroye-Zimmermann (Flöte), Marie-Ange Kriescher-Pelzer (Oboe), Rudolf Meessen (Horn), Ilona Laschet (Fagott) und Cédric Kever (Klarinette) ein anspruchsvolles Programm fernab ausgetretener Fußstapfen.

Die versierten Musiker – jeder ein brillanter Solist – brachten vorwiegend Originalwerke meist zeitgenössischer Komponisten zu Gehör. Dabei stellten sie auch hohe Anforderungen an die Besucher. Die einzige Ausnahme war die Bearbeitung von „Aragonaise“ aus der Oper Carmen von George Bizet, ein schwungvoller Auftakt.

Im Geiste durfte das mittelalterliche Tanzbein geschwungen werden, als die musikalischen Botschafter der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens „Lavottiana“ des ungarischen Komponisten Ferenc Farkas intonierten, vom langsamen Werbungstanz über das Menuett bis hin zum Rondo „Im Wirtshaus“.

Dann wandte sich das harmonische Quintett einem der bekanntesten noch lebenden Musiker Ostbelgiens, Jean Marie Cremer, dem langjährigen Leiter des Männerquartetts Eupen und der Harmonie Hergenrath, zu. Die Besucher des Konzertes erlebten eine Welturaufführung, als das Quintett aus„Quatre pièces en aille“ das Stück „I. Tiraille“ auf hohem Niveau als eines von mehreren Beispielen moderner zeitgenössischer Kammermusik zu Gehör brachte. Sodann machte das Publikum Bekanntschaft mit dem weitgehend unbekannten ungarischen Komponisten Endre Szervanszky. Bei den vier Sätzen der Komposition „Quintett for Winds“ lebten die fünf Musiker ihre Spielfreude grandios aus, wobei sie in ihrer Spielfreude nicht zu überbieten waren. Beim „Allegro vivace“ ging die Post ab. Dabei verzückten sie durch verschiedene humorvolle musikalische Effekte.

Mit „3 Day Forecast“ grüßte die 1947 geborene irische Komponistin Pam Wedgwood. „Bright and Breezy“, „Cloudy with Drizzle“ und „Sunny Periods Developing“ forderten die Konzertbesucher. Es folgte „Bethena“, ein Konzertwalzer des texanischen Komponisten Scott Joplin, der den Ragtime vollendete.

Wie er Elemente der romantischen Klaviertradition mit afroamerikanischer Folklore kraftvoll verband, dafür trat das ostbelgische Quintett „La Quintessenza“ eindrucksvoll den Beweis an. Auch bei dem Stück „Belle Epoque en Sud-Amercia“ des brasilianischen Komponisten Julio Medaglia reizte es seine großen musikalischen Fähigkeiten bis zum „El Porsche Negro“, einem rassigen Tango, aus. Fürwahr: Es war mit seinen vielen Facetten ein ungewöhnliches Konzert. Die Konzertbesucher honorierten die großartigen Leistungen der engagierten Musiker mit lang anhaltendem Applaus.

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