Pirmin Spiegel zu Gast bei „Schwarz auf Weiß“

Von: Christoph Hahn
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Misereor-Hauptgeschäftsführer: Pirmin Spiegel. Foto: Ch. Hahn

Würselen. Der Pfarrsaal von St. Marien zu Scherberg war gesteckt voll, die Luft zum Schneiden dick – und trotzdem hingen die Zuhörer Pirmin Spiegel bei „Schwarz auf Weiß“ schier an. Den Machern der Reihe ist es gelungen, auch bei deren jüngster Folge einen Gast in Würselener Stadtteil zu holen, der Beredsamkeit mit Substanz zu verbinden weiß.

Moderator Ralf Pütz hatte jedenfalls wenig Mühe, aus dem Priester und Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor fundierte und immer wieder bewegende Worte über dessen Zeit als Seelsorger in Brasilien und seine Verwurzelung in der Heimat, der Pfalz, zu entlocken.

In der Tat zeigte sich der 56-jährige Gast rasch als einer, der nicht nur reden kann, sondern bei dem allem auch etwas zu sagen hat. Von seiner „Rekordtaufe“ (106 Kinder an einem Samstag) berichtete Spiegel ebenso wie von seinen Erfahrungen („Fühlen, wie die Erde ist“) durch sein Studium vor dem der Theologie, in Agrarwissenschaft. Mit seiner Philosophie vom Christsein in der Gemeinde („Gemeinsam unterwegs sein und für einander Sorge tragen“) hielt er ebenso wenig hinterm Berg wie mit seiner Sehnsucht nach selbst bestimmtem Handeln: „Mir wurde nie der Kalender gemacht.“ Im Pfarrheim fühlte sich der Geistliche und Anwalt der Armen von Anfang an wohl und bekundete: „Die Nähe, wie wir sie heute Abend hier haben, ist für mich und mein Leben sehr wichtig.“ Und dem Auftrag der Armen, von denen Spiegel 2012 Abschied nahm, als er nach Aachen wechselte, kam er ebenfalls nach: „Erzähl von uns“, hatten sie ihm mit auf den Weg gegeben.

Von Ralf Pütz – klug und gut vorbereitet – befragt, formulierte der Mann Gottes aus dem Pfälzer Dorf Großfischlingen ein ums andere Mal Aussagen, mit denen es sich nicht wohnlich einrichten lässt. Zum Beispiel: „Für mich wird Getreide angebaut, um Menschen zu ernähren, nicht um Gewinne zu machen.“ Oder: „In Brasilien habe ich gelernt, dass nur zwei Sachen absolut sind: Gott und der Hunger.“ Das hat die Menschen im Scherberger Pfarrsaal merklich bewegt. Und so beteiligten sich Zuhörer an einer spontanen Kollekte – zu Gunsten eines Projekts in Südafrika, von dem Spiegel berichtet hatte. Dabei kam zugunsten traumatisierter Kinder der stolze Betrag von 500 Euro zusammen.

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