Philippinische Theatergruppe „Akbay Preda“ begeistert

Von: mabie
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Elend körperlich erfahrbar machen: Beeindruckend war die Präsentation der philippinischen Darsteller. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es war mitreißend und dramatisch zugleich: Das mit dem unscheinbaren Satz „Once We Had A Dream“ überschriebene Drama-Musical in der Aula des Städtischen Gymnasiums Herzogenrath hat sein Publikum bewegt.

Die philippinische Theatergruppe Akbay-Preda hatte das Stück in deutscher Sprache auf die Bühne gebracht. Präsentiert von der Projektgruppe „Malabon“ und dem Kulturamt der Stadt, ging es im Stück um das tägliche Leben von jungen Menschen auf den Philippinen. Zwar sieht es dort überall paradiesisch aus, doch die Umstände, unter denen die meisten Menschen leben müssen, sind eher katastrophal.

So warnt im Stück ein Ingenieur vor einem drohenden Dammbruch des Auffangbeckens an einem Bergwerk. Doch trotz Regen und unübersehbaren Vorboten der drohenden Katastrophe wird nichts getan, um die unterhalb des Beckens lebende Bevölkerung zu schützen.

Aus Profitgier werden die Reparaturen eingespart – und so sterben mit der unvermeidlichen Flut viele Bewohner des Dorfes. Anderen wird die Lebensgrundlage in der ebenfalls völlig zerstörten Mango-Plantage entzogen. Um verzweifelt Geld für den durch die fehlenden Einkommen stetig wachsenden Schulden zu sammeln, werden Mädchen aus dem Dorf von den Eltern unwissend an einen Menschenhändler verkauft. Der schickt sie nach Deutschland, wo sie ohne Pass und unter steter Lebensgefahr in einem Bordell arbeiten müssen, während es sich die dunklen Hintermänner mit dem Geld gutgehen lassen. Einzig die Liebe zwischen Celina und ihrem Freund Alex kann diesen Teufelskreis durchbrechen. Allerdings müssen die Liebenden dafür einen schrecklichen Preis bezahlen.

Eindringlich, teilweise sehr drastisch, zeigte die siebenköpfige Theatergruppe das oft harte Los der Menschen auf den Philippinen. Zwischen Missbrauch, Alkoholsucht und den skrupellosen Machenschaften einer auch auf Tourismus basierenden Sexmafia zeigt sich aber, dass das Gute in den Menschen immer noch Zuhause ist und sich am Ende durchsetzen kann.

Für die eindrucksvolle Darbietung, die in 90 Minuten viele Tänze, viel Musik, aber auch viel Drama und Spiegelbilder der menschlichen Gesellschaft zeigte, gab es am Ende stehende Ovationen eines restlos begeisterten Publikums. Zugleich erbrachten die freiwilligen Spenden der 320 Besucher an diesem Abend neben der Unterstützung durch die Sparkasse Aachen, den Preda-Freundeskreis der Philippinen, dem Eine-Welt-Laden und dem Soziokulturellen Zentrum „Klösterchen“ auch eine stattliche Spendensumme von 1500 Euro, die der Arbeit der Projektgruppe „Malabon“ zugutekommt.

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