Pflegen bedeutet auch Belastung: Missverständnisse bleiben nicht aus

Von: Holger Bubel
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Hoffen auf viele Teilnehmer bei der Konfliktschulung: Dezernent Stephan Spaltner (v.l.), Hasan Alagün (Demenz-Servicezentrum) und Stephan Löhmann (Pflegeberatung Städteregion). Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Wenn ein Mensch zum Pflegefall wird und von Familienangehörigen zu Hause betreut wird, so ist das für alle Beteiligten eine Riesenherausforderung – und Belastung, wenn es sich zudem um Demenz-Kranke handelt.

„Eine Pflegetätigkeit kann sogar über Jahre hinaus erforderlich sein. Dann gibt es Situationen, in denen die Nerven schon mal blank liegen“, sagt Stephan Löhmann von der Pflegeberatung der Städteregion Aachen. Darum wissend, bietet die Pflegeberatung gemeinsam mit dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel eine Informationsveranstaltung an, bei der Angehörige lernen und erfahren können, wie sie in solchen belastenden Situationen reagieren sollten. Für Donnerstag, 26. September, laden die Veranstalter von 17 bis 20 Uhr in den ABBBA-Schulungsraum an der Luisenstraße 35 zum Thema „Konfliktlösung in der häuslichen Pflege“ ein. Eine Anmeldung unter Telefon 0241/51985065 ist erforderlich.

Dass Betreuung von Familienangehörigen ein „heißes Thema“ ist, belegen die Zahlen: In der Städteregion gibt es 20 451 Pflegebedürftige, davon werden 11 186 Menschen ausschließlich von Familienmitgliedern häuslich betreut und gepflegt.

„Wir wollen diese helfenden und betreuenden Menschen unterstützen. Dazu gehört auch, ihnen die Schuldgefühle zu nehmen, wenn sie etwa einmal Zeit für sich abknapsen, um persönliche Dinge zu erledigen oder einfach nur, um einmal Abstand zu gewinnen und zur Ruhe zu kommen“, sagt Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum. Und er weiß auch: „Aggressionen zwischen Demenzkranken und pflegenden Angehörigen sind vorprogrammiert, wenn das Umfeld das Krankheitsbild nicht kennt.“ Aufklärung über die Ursachen und Handlungsalternativen, wie man mit schwierigen Situationen stressfreier umgehen kann sowie leichte und im Alltag anwendbare Entspannungstechniken wollen Alagün und Löhmann den Teilnehmern der Infoveranstaltung vermitteln. „Denn die Ursachen für Symptome durch Überbelastung – etwa Schlaflosigkeit, Kopfschmerz oder Magen-Darm-Probleme – werden von den meisten gar nicht in Bezug gesetzt zu der Belastung aus ihrer Betreuungstätigkeit für ihre Angehörigen“, weiß Alagün.

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