Pfarrversammlung in St. Josef informiert über neuen Verband

Von: ath
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Rund 90 Gemeindemitglieder waren der Einladung zur Pfarrversammlung gefolgt: Eine Sorge konnte Pfarrer Bobby van den Berg (stehend) ihnen nehmen, er wird auch weiter als ihr Priester im Pastoralteam von St. Josef tätig sein.

Herzogenrath. Immer weniger junge Männer entschließen sich für den Beruf des katholischen Priesters, dazu kommen rückläufige Kirchensteuereinnahmen und weniger aktive Kirchgänger. Die Lösung des Bistums dafür heißt: Gemeinschaft der Gemeinden.

Weil das auf freiwilliger Ebene nicht geklappt hat, ordnet das Bistum nun zum 1. Januar 2010 die Kooperation von oben an. Für viele Gemeinden bedeutet das Fusion. Die ist in St. Josef Straß derzeit kein Thema, wohl aber der Beitritt zu einem Kirchengemeindeverband (KGV) sowie langfristig einer Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) mit der ab Januar fusionierten Großgemeinde St. Willibrord Merkstein und der bereits fusionierten Gemeinde St. Gertrud in Herzogenrath-Mitte.

Was sich damit für die Straßer Gemeinde ändert und ob das eventuell Einfluss auf die Arbeit des gut funktionierenden Pastoralteams hat, versuchte eine Pfarrversammlung zu klären, zu der Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand eingeladen hatten.

Knapp 90 Gemeindemitglieder nahmen das Angebot an, mehr zu erfahren und Fragen stellen zu dürfen. Dazu stand neben den Gremienvertretern auch Johannes Schnettler, Mitarbeiter des Generalvikariats, bereit. Zunächst blickte Gemeindereferent Wilfried Hammers auf die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte zurück, um deutlich zu machen, dass man sich in Straß nicht für eine Insel halte, ganz im Gegenteil.

„Wir waren schon immer bereit, uns in größere Verbünde einzubringen, haben Kooperationen gesucht und gestaltet über unsere Gemeindegrenzen hinaus.” Allerdings scheiterten entsprechende Versuche in Richtung Kohlscheid in der Vergangenheit an den Vorstellungen des Bistums, das hier territoriale Grenzen berücksichtigt sehen wollte.

Die Orientierung Richtung Mitte gestaltete sich im Ergebnis ähnlich unbefriedigend. Der Verbund mit Mariä Himmelfahrt mit einem gemeinsamen Pfarrer scheiterte an der Person des Geistlichen. An eine weitere Kooperation hatten die Gemeinden unterschiedliche Erwartungen.

Offenheit gewünscht

So wollten die Straßer aus der vorhergehenden Negativerfahrung einige bewährte Dinge aus ihrer pastoralen Arbeit nicht unter jedem neuen Pfarrer wieder in Frage stellen müssen. Daraus entwickelte sich mit Unterstützung des Generalvikariats die Idee, in Straß im Jahr 2000 eine kollegiale Gemeindeleitung, das Pastoralteam, einzurichten.

Nun macht die Entwicklung ein weiteres Zusammenrücken wieder aktuell, was man in St. Josef sehr offen angehe. „Auch unterschiedliche pastorale Konzepte müssen sich nicht ausschließen”, betonte Hammers mit Blick auf St. Gertrud. Es gebe Straßer, die gingen dort zur Messe und umgekehrt.



Eine solche Offenheit wünscht sich das Generalvikariat, denn aus organisatorischen Gründen ist der Beitritt zum Kirchengemeindeverband Merkstein zum Januar beschlossene Sache. Auf pastoraler Ebene bei der Gründung einer GdG Herzogenrath-Merkstein gebe es noch etwas mehr zeitlichen Spielraum, doch auch sie werde kommen, sagte Johannes Schnettler. Er skizzierte beide Strukturen und machte deutlich, dass daran nicht nur Nachteile stecken.

So wird St. Josef genauso viele Vertreter in den Kirchengemeindeverband entsenden, wie die beiden anderen, deutlich größeren Gemeinden. Hier werden zukünftig alle Personalangelegenheiten geregelt, die Mitarbeiter aller Einrichtungen der Gemeinden, wie Kindergärten etc. werden hier angestellt und abgerechnet.

Ob dadurch denn die Chance bestehe, dass Straß endlich wieder einen Organisten bekomme? Bekomme der Kirchenchor nicht bald wieder eine feste Leitung, drohe er auseinanderzubrechen, so die bittere Feststellung einer Dame. Natürlich biete ein KGV die Möglichkeit, Ressourcen von Kirchenmusikern anderer Gemeinden mit zu nutzen. Theoretisch, denn in der Praxis, gebe es derzeit kein Spielraum.

Das war eine der möglicherweise bitteren Pillen, die es in St. Josef zu schlucken gilt. Andere Befürchtungen („gibt es dann bald auch bei uns die Messe in Latein?”) konnte das Pastoralteam mit Priester Bobby van den Berg zerstreuen. „Auch in einer GdG wird es ein Gremium geben, und ich darf noch drei Jahre bleiben, was ich auch gerne tun möchte”, versprach er.
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