Pfarrer liest: „Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!”

Von: Hanna Sturm
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Diskussion über Kritik an der Kirche: Pfarrer Ulrich Filler beim Montagsgespräch in St. Getrud. Foto: H. Sturm

Herzogenrath. „Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!” Mit solchen Aussprüchen konfrontieren kritische Mitmenschen gläubige Katholiken immer wieder. Meist folgten dieser Beschimpfung die immer gleichen Argumente, sagt Ulrich Filler.

Der Pfarrer aus Grevenbroich hat schon vor einigen Jahren unter diesem Titel ein Buch geschrieben, um mit den stereotypen Vorwürfen und Vorurteilen aufzuräumen. Sein inzwischen in der neunten Auflage erschienenes Werk präsentierte er bei den Montagsgesprächen im Gemeindezentrum St. Gertrud.

„Wenn man einmal nicht weiß, was man sagen soll auf bestimmte Fragen, dann kann man in diesem Buch fündig werden”, sagte Pfarrer Guido Rodheudt, als er den Gast begrüßte. Für die Lesung hatte Filler verschiedene Themenkomplexe ausgesucht und sprach etwa über die aus Kino und Büchern bekannte Geschichte von der Päpstin Johanna sowie über die Haltung des Papstes zu Kondomen.

Alle diese Themen gäben Kritikern Munition für Propaganda gegen die katholische Kirche, sagte Pfarrer Filler. „Es gibt keinen einzigen historischen Beleg dafür, dass es eine Päpstin gegeben hat.” Auch wenn die Autorin Donna W. Cross im Nachbuch zu ihrem Bestseller etwas anderes behaupte und der Kirche eine groß angelegte Vertuschungsaktion unterstelle. „Völlig unrealistisch” nennt Filler diese Behauptung. Schließlich seien andere peinlichen oder negativen Episoden nicht aus der Geschichte der katholischen Kirche getilgt worden.

Kondome thematisiert

Auch die Aussagen Papst Benedikts in dem Interview-Buch von Peter Seewald zum Thema Kondome seien keinesfalls ein grundlegender Wandel, wie es in manchen Medien dargestellt worden sei. Schon immer habe es die Kirche erlaubt, dass sich Prostituierte, so lange sie dieser moralisch verwerflichen Tätigkeit nachgehen müssten, dabei mit Kondomen gegen eine Erkrankung schützten.

Aber der Papst könne und werde niemals sagen, dass „wir alle Kondome benutzen und mit so vielen Menschen schlafen dürfen, wie wir wollen”, so Filler. Denn das widerspreche den Moralvorstellungen der Kirche über Ehe und Treue. An die Lesung schloss sich eine Diskussion zwischen den Besuchern und Pfarrer Filler an. Besonders die Stellung der Frau innerhalb der katholischen Kirche war ein Streitpunkt.

Natürlich sei die Weihe nur Männern erlaubt, aber es gebe noch viele andere Ämter innerhalb der Kirche, die Frauen übernehmen könnten, betonte Filler. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, immer nur auf das Priesteramt zu schauen.” Zum Beispiel sei es theoretisch und praktisch möglich, dass eine Frau Kardinal und damit eine enge Beraterin des Papstes werde.

Nächstes Thema: Kommunale Umbrüche

Das nächste Montagsgespräch der katholischen Gemeinde St. Gertrud findet am 21. März, ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum statt.

Dr. Matthias Pape spricht über kirchlichen Wandel durch kommunale Umbrüche im Aachener Nordkreis von 1800 bis heute.

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