Pfadfinder bringen Spielplatz auf Vordermann

Von: Daniel Gerhards
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Haufenweise Sand verteilt: Die Jungs vom Pfadfinderstamm Bardenberg bringen den Spielplatz in Bardenberg Pley auf Vordermann. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Tom Göde, Sebastian Pütz und Nils Sieben legen sich kräftig ins Zeug. Schippe für Schippe verteilen sie den Sand auf dem Spielplatz in Bardenberg-Pley. „Wir arbeiten hier seit Donnerstag. Auch auch als geregnet hat, das war nicht so schlimm“, sagt Pfadfinder Tom Göde, zehn Jahre. Schlechtes Wetter – kein Hindernis für die Pfadfinder. Schließlich wollen sie den Spielplatz herrichten – und das in 72 Stunden.

Um Punkt 17.07 Uhr starteten sie am Donnerstag. So wie alle freiwilligen Helfer, die sich im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Katholischen Jugend einbrachten. Bundesweit gibt es 4000 Aktionsgruppen mit 175.000 Teilnehmern. Im Bistum Aachen sind es 290 Gruppen mit rund 7000 Aktiven. Eine davon ein Bardenberg-Pley.

Dass der Spielplatz in der Nähe des Guts Kuckum dringend saniert wurden musste, war längst klar – auch den Verantwortlichen im Würselener Rathaus. Aber der Verwaltung fehlte das Geld, um das Projekt anzugehen. Also springt der Pfadfinderstamm Bardenberg ein. Mit Muskelkraft und Geld. 4500 Euro kostet das neue Klettergerüst, das nun auf dem Spielplatz steht.

Das Geld sammelten Pfadfinder bei Unternehmen und den Einwohnern des kleinen Ortsteils. Außerdem gibt es Samstag und Sonntag einen Second-Hand-Basar und Sonntag eine Benefiz-Veranstaltung im Pfadfinderhaus. „Das Geld fließt komplett in den Topf für das Gerüst. Wenn noch was übrig bleibt, spenden wir das für das Kinderhospiz Sonnenblume in Aachen“, sagt Thomas Völker, Leiter der Pfadfinder.

Die Bereitschaft zu helfen ist bei den Pfadfindern groß. 20 bis 30 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren sind durchgehend auf dem Spielplatz. Einige übernachten sogar im direkt neben der Baustelle aufgebauten Zelt. Spontan kommen auch rund zehn Kinder „aus der Nachbarschaft mit Schaufeln vorbei, um zu helfen“, sagt Alexander „Sascha“ Flecht, Pfadfinder-Stammesvorstand.

Zu tun gibt es jedenfalls genug. 16 Tonnen Sand werden rangekarrt, und mit Rechen und Schaufel verteilt. Die freiwilligen Helfer stutzen die Hecke, planieren den Weg, der um den Spielplatz herumführt, und verteilen dort frischen Split. Außerdem bekommt die Sitzbank einen frischen Anstrich. Dass die Arbeit zwar unentgeltlich, aber nicht umsonst ist, vermitteln die Pfadfinder den jungen Helfern. „Wir haben den jüngeren Kindern langsam erklärt, dass wir damit etwas für die Gemeinschaft tun. Dass wir auch kranken Kindern Helfen, wenn Geld übrig bleibt, finden sie toll“, sagt Pfadfinder-Geschäftsführerin Agnes Völker.

Tom Göde und die anderen Helfer haben nun beinahe den ganzen Sand auf dem Spielplatz verteilt. Was ihm richtig gut gefällt: „Einige haben ziemlich viel getan, andere ein bisschen weniger. Aber es war keiner hier, der nicht mitgeholfen hat.“ Am Sonntag wollen die Pfadfinder mit den Einwohnern von Pley die „Wiedereröffnung“ des Spielplatzes feiern. Einen Wunsch konnten sie bisher noch nicht erfüllen. „Die Kinder hätten gern auch noch eine Wippe gehabt. Aber so viel Geld konnten wir zusammenbekommen“, sagt Thomas Völker. Aber vielleicht kommt die ja noch in den nächsten Jahren. Die Helfer halten jedenfalls einen Platz dafür frei – vorsorglich.

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