Petra Keller wirft das Handtuch im Stadtrat

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Ratsmandat niedergelegt: Petra Keller bleibt aber weiter in der UWG.

Würselen. Petra Keller, Stadtverordnete der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), hat ihren Rücktritt vom Ratsmandat im Würselener Rathaus erklärt. Seit dem erstmaligen Einzug der UWG in den Rat vor über zehn Jahren wirkte sie in der Fraktion mit.

Die Politikerin betonte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie weiterhin Mitglied der UWG bleibe. Sie ist überzeugt, dass die Wählergemeinschaft für Würselen viel erreicht habe.

In ihrem speziellen Wirkungsfeld sehe das jedoch bedauerlicherweise etwas anders aus. Die Diplom-Pädagogin setzte die Schwerpunkte ihrer Arbeit im Jugendhilfeausschuss. „Wenn die Umstände nicht mehr stimmen, ist es einfach besser, wenn man aufhört”, erklärte Petra Keller. Und weiter: „Ich habe über ein Jahrzehnt ehrenamtlich in der Politik gearbeitet. Jetzt ist es an der Zeit, dass jemand anderes diese zeitintensive und nervraubende Arbeit übernimmt.”

Dass Petra Keller sich als Fürsprecherin für die Belange der Kinder und Jugend stark gemacht hat, findet mit Sicherheit fraktionsübergreifend Anerkennung. Halbe Sachen passen in der Tat nicht in das Bild der Kämpfernatur. Doch die Arbeit werde immer problematischer, begründet sie ihren Schritt.

Zum Beispiel: „Seit Jahren stehen für alle Spielplätze in der Stadt nur 15.000 Euro im Haushalt zur Verfügung. Das reicht aber nicht. Ich habe den Eindruck, wenn man sich mit der Sammelbüchse auf den Morlaixplatz stellt, kann man mehr erreichen als im Stadtrat. Ich finde es traurig, dass ein Verein wie Wir in Würselen´, der Großes leistet, überhaupt nötig ist, um Schulessen zu finanzieren. Menschen müssen zur Tafel gehen, um über die Runden zu kommen. Und woanders werden mal eben 1,5 Millionen Euro für eine überflüssige euregionale Klangbrücke über die Wurm ausgegeben. Das passt alles nicht mehr zusammen. Da wird diskutiert, wie die Sozialarbeit an der Schule, eine sogenannte freiwillige Leistung´ der Kommune, weiter finanziert werden kann. Durch solche Sachen wird man als Politikerin verschlissen. Jetzt muss das jemand machen mit frischer Energie.”

Als persönliche Vertreterin von Petra Keller ist die Sozialarbeiterin Claudia Küppers gefragt, ob sie das Mandat annimmt. UWG-Fraktionsvorsitzender Walter Quadflieg bedauerte Petra Kellers Rücktritt und würdigte den Einsatz der UWG-Politikerin der ersten Stunde. Für Quadflieg steht indes fest: „Gerade in diesen Zeiten haben wir keine Alternative als auf Veränderungen in der Politik zu drängen - und wenn es auch nur kleine Schritte sind, die wir erreichen können.”
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