Patientenforum: „Migräne muss immer häufiger behandelt werden“

Von: pohl
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Ursache und Behandlung: Dr. Stefan Meyring hatte zum Thema „Migräne“ Infos zu beidem anschaulich zur Hand. Foto: pohl

Alsdorf. Es gibt einen feinen Unterschied: Kopfschmerzen müssen nicht mit einer Migräne gleich zu setzen sein. Obwohl sich die Migräne wie auch der Kopfschmerz zu einer Volkskrankheit – was die Häufigkeit angeht – entwickelt hat.

Differenzierte Zahlen lieferte jetzt Dr. Stefan Meyring bei einem Patientenforum, das in der Alsdorfer Stadthalle von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Alsdorf angeboten wurde. Die Veranstaltungsreihe des Marienhospitals Aachen findet regelmäßig statt und stand unter dem Titel, „Migräne – Hilfe, mein Kopf platzt!“ Referent Stefan Meyring ist Facharzt für Neurologie am Aachener Marienhospital und betreibt dort eine Gemeinschaftspraxis.

Genetisch vorbestimmt

„Migräne ist eine genetisch vorbestimmte Erkrankung und ein Thema, das immer häufiger behandelt wird“, leitete der Neurologe seinen Vortrag ein. Bei einer ersten Abfrage des Publikums – zuvor begrüßt von der Alsdorfer ASF-Vorsitzenden Brigitte Hinkelmann – bekannte sich etwa ein Drittel der Besucher dazu, unter einer Migräne zu leiden. Meyring: „Mit der Zeit werden Migräne-Patienten selbst Fachleute, was ihre Krankheit betrifft.“ Wie stellen sich die Symptome dar? Da nannte der Mediziner wiederkehrende Kopfschmerzattacken, die vier bis 72 Stunden anhalten. Mit typischen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie erhöhter Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit. Häufig stellen sich auch Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Drehschwindel ein. 15 Prozent aller Erwachsenen leiden an Migräne. Pro 1000 Berufstätige fallen statistisch 270 Arbeitsunfähigkeitstage an. 50 Prozent der Frauen und etwa 35 Prozent der Männer sind durchschnittlich sechs Tage im Jahr arbeitsunfähig erkrankt. Migräne ist ursächlich nicht heilbar, aber behandelbar, zeigte Meyring auf.

Bei der Therapie primärer Kopfschmerzen, insbesondere der Migräne, unterscheidet man zwischen der Therapie der Attacke und den vorbeugenden Maßnahmen. Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren. Eine wichtige Rolle in der Beeinflussung der Migräneintensität und Häufigkeit spielen die nichtmedikamentösen Verfahren.

Regelmäßig Sport treiben

„Studien konnten eine positive Beeinflussung auf die Ausprägung und Häufigkeit der Migräne durch regelmäßigen Ausdauersport, Entspannungsverfahren und Biofeedback nachweisen“, unterstrich der Medizinier. „Patienten können über das Führen von so genannten Kopfschmerztagebüchern die Auslösefaktoren für ihre Migräneattacken – Schlafentzug, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, bestimmte Nahrungsmittel, Stress – identifizieren und durch einige Verhaltensänderungen und Stressbewältigungsverfahren die Zahl der Migräneattacken reduzieren.“ Die Besucher hatten viele Fragen an den Fachmann gerichtet. Zum Beispiel zur Medikation. Auch Akkupunkturen wurden thematisiert und eine genaue Beschreibung der Form von Attacken wurde erfragt.

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