Paten sollen Schüler in den Job bringen

Von: Holger Bubel
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Ziehen alle an einem Strang: die Schulleiter Norbert Steffens (v.l.) und Astrid Petry (Förderschule Elisabethschule), Jürgen Koch (Arbeitsagentur), Norbert Suing (Caritas), Berufswahlkoordinatorin Hedi Knollmann, Patin Hedi Ditberner und Bürgermeister Alfred Sonders. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Eigentlich kann Norbert Steffens, Schulleiter der Europahauptschule Pestalozzi, eine gute Bilanz vorlegen: 50 Prozent seiner Schützlinge schaffen nach Abschluss der Schule den Weg in ein Ausbildungsverhältnis. Das ist im Vergleich zu anderen Hauptschulen sehr gut – aber ausbaufähig, wie sich alle Beteiligten bei der Vorstellung des „Patenprogramms Übergang Schule und Beruf“ einig waren.

„Haupt- und Förderschulen haben es am schwersten, ihre Schüler in Arbeit zu bringen“, konstatierte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders. Die Stadt Alsdorf sowie die Bundesagentur für Arbeit Aachen-Düren wollen daher jetzt gemeinsam diese Gruppe von Schulabgängern unterstützen.

Die Idee dabei: Je ein ehrenamtlicher Helfer begleitet einen Schüler bei der Lehrstellensuche und der Bewerbung bis hin – das wäre der Idealfall – zum Eintritt in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis.

Mit im Boot dabei sitzt auch der Caritasverband für die Region Aachen. „Jedes Ehrenamt braucht einen Rahmen. Und den stellen wir dar“, erklärt Norbert Suing, der Ansprechpartner für interessierte Bürger ist, die den jungen Menschen zur Seite stehen wollen (s. Infobox).

Kümmern über Schule hinaus

„Wir suchen Kümmerer für die noch jungen Berufseinsteiger. Menschen, die sich über dem hinaus, was Schule oder Elternhaus bieten können, um die Jugendlichen im Wortsinne kümmern“, sagte Jürgen Koch, derzeitiger Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.

Zwar seien die Schulen – in diesem Patenprogramm die Europahauptschule Pestalozzi und die Förderschule Elisabethschule – äußerst engagiert, setzten Berufswahlkoordinatoren ein und versuchten, oftmals mit Erfolg, die Kinder über Praktika zu vermitteln, doch stießen sie auch an ihre Grenzen – zeitlich und aufgrund fehlender Reputationen. Und hierauf setzt das Patenprogramm: Mitbürger, die gut vernetzt sind, Erfahrungen in der Arbeitswelt haben, kurz gesagt, Menschen, die wissen, worauf es bei der Jobsuche ankommt, sollen die Jugendlichen an die Hand nehmen und ihnen zeigen, „wo es langgeht“.

Zwei Paten, die (bald) pensionierte Lehrerin Hedi Ditberner und der verrentete Mechanikermeister und Ausbilder Friedel Schwarzenberg, konnten bereits für das Programm gewonnen werden. Sie freuen sich auf die Arbeit: „Ich bin zwar Rentner, aber ich möchte noch etwas Sinnvolles tun mit meiner Zeit“, sagt Friedel Schwarzenberg.

Die fast schon optimalen Voraussetzungen, die die beiden Paten mitbringen, sind allerdings nicht zwingend für andere Ehrenamtler. „Interessierte werden durch uns in Gesprächen, Reflexionsrunden und Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet, begleitet und unterstützt“, sagt Norbert Suing. „Wichtig ist nur, dass man sich für die Jugendlichen und ihre Situation interessiert.“ Berufswünsche und Interessen der Schulabgänger werden im Vorfeld mit ihnen als Grundlage für das Patenverhältnis von Schule und Arbeitsagentur ermittelt. Der individuelle Unterstützungsbedarf und der „Traumjob“ kristallisieren sich dabei heraus und werden den Paten mitgeteilt: „Wir schauen, ob‘s passt oder nicht“, sagt Norbert Suing

Übrigens: Man muss nicht Rentner sein, um als Pate zu helfen: „Wer zeitlich etwas flexibel ist, ist genauso willkommen“, ermuntert Norbert Suing

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