„Passo Avanti“-Quartett aus München gastiert im Alten Rathaus

Von: ehg
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Auftritt im Alten Rathaus: Das Quartett „Passo Avanti“ wird mit viel Beifall belohnt. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. War das ein origineller musikalischer Hochgenuss! Bereitet wurde er den zahlreichen Besuchern von dem in München beheimateten „Passo Avanti“-Quartett, das anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kulturforums auf dessen Einladung im Alten Rathaus gastierte.

Nicht nur sie überschlugen sich vor Begeisterung. Auch die sogenannten alten Meister hätten wohl ihre helle Freude daran gehabt, wie die jungen sympathischen Vollblutmusiker voller Esprit und unbändiger Lebensfreude ihren Kompositionen einen jazzigen Anstrich verpassten, experimentierfreudig und offen für moderne Gestaltungsformen.

Anlässlich 500 Jahre Reformation brachten Julia Bassler (Violine), Alexander von Hagke (Klarinette, Bassklarinette, Flöte und Piccolo), Vlado Grizelj (Gitarre) und Eugen Bazijan (Cello) neue Einstudierungen aus der Renaissance zu Gehör.

Sie waren in erster Linie eine Hommage an den recht unbekannten flämischen Komponisten und Sänger, Josquin Desprez. Wie auch alle übrigen bekannteren Kompositionen formte das Quartett auch sie voller Musikalität in eine zeitgemäße Klangfarbe um, ohne deren ursprünglichen Geist zu verfälschen.

Musikalische Überraschung

Im Gegenteil: Durch ihre Arrangements wurden die Stücke wieder so aufregend, wie sie es zur ihrer Entstehungszeit waren. Dabei entpuppten sich die vier Musiker als außergewöhnliche äußerst versierte Meister ihres Faches. Aus den Originalen kitzelten sie wunderbare neue Nuancen heraus. Ob ihrer Spielfreude musste der Funke der Begeisterung trotz hoher Ansprüche rasch überspringen. Für so manche musikalische Überraschung waren sie gut.

Beim Rondo „Alla Turka“ in A-Dur von W. A. Mozart ging mit „Passo Avanti“ voller sprudelnder Lebensfreude in einer wunderbaren Natürlichkeit regelrecht die Post ab. Nicht minder bei der „Tritsch-Tratsch-Polka“ des berühmten Wiener Walzerkönigs Johann Strauß.

Seine ganze Virtuosität stellte „Passo Avanti“ unter Beweis, als es zwei anspruchsvolle Eigenkompositionen zu Gehör brachte. Wenn die Vier spielten, entstand ein aufregender Dialog zwischen den einzelnen Instrumenten. Sie reizten bei ihren Instrumenten deren umfassende Klangfülle aus.

Zwischendurch nahm Alexander von Hagke eine verständliche musikwissenschaftliche Einordnung der einzelnen verjazzten Stücke vor.

Die geforderte Zugabe war mehr als selbstverständlich. Es war ein außergewöhnliches Konzert, das noch lange in allerbester Erinnerung bleiben wird.

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