Würselen - Parksünder müssen wieder mit mehr Knöllchen rechnen

Parksünder müssen wieder mit mehr Knöllchen rechnen

Von: -ks-
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Würselen. Verkehrsführung und Parkplätze in der Innenstadt werden immer wieder heiß diskutiert. Nun geht es um die Kontrolle des „ruhenden Verkehrs“.

Was den einen freut, ärgert den anderen. Im Würselener Stadtgebiet – und dort vor allem in der City – werden offenbar seit einiger Zeit weniger „Knöllchen verschrieben“. Das mag Parksündern gefallen. Die seltsame Zurückhaltung des Ordnungsamtes bestätigen Geschäftsleute an der Kaiserstraße.

Folge ist nicht nur, dass auf diese Weise „ungebührlich“ lange heiß begehrte Parkplätze blockiert werden und Kunden auf der Suche nach frei werdenden Parkplätzen seltener fündig werden. Auch die Einnahmen aus Ordnungswidrigkeiten sind für die Stadt Würselen in die Knie gegangen. Das ist wiederholt unter anderem von der FDP-Fraktion thematisiert worden und war auch Gesprächsstoff in Gremiensitzungen des Stadtrates.

Die Zahlen sind aus Sicht der klammen Kommune, die jeden Cent braucht, in der Tat alarmierend. Die Liberalen haben alte Werte nachgeschlagen und mit den „Erfolgszahlen“ des ersten Quartals dieses Jahres abgeglichen. Wurden im Jahre 2014 noch 305.437 Euro aus Einnahmen wegen festgestellter und geahndeter Verkehrsordnungswidrigkeiten eingespielt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 236 764 Euro. Von Januar bis März waren es ganze 47.562 Euro. „Rechnet man dieses hoch, so wird bedingt durch Krankheit, Urlaub und Nichtbesetzung von Stellen die Einnahme auf unter 150.000 Euro in diesem Jahr absinken“, hat FDP-Fraktionschef Hans Carduck formuliert. Er hat Bürgermeister Arno Nelles (SPD) per Antrag aufgefordert, hier für schnelle Abhilfe zu sorgen.

Neue Kraft engagiert

Nun muss sich Nelles aber nicht selbst auf den Weg machen, um Knöllchen zu schreiben. Ganz aktuell hat Personalchef und Stadtsprecher Bernd Schaffrath eine neue Kraft fürs Ordnungsamt engagiert, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. Die Unterschrift unter den Arbeitsvertrag wurde jetzt geleistet. Der neue Kollege fängt am 1. Juni an. Dann dürfte es bald für Parksünder in Würselen wieder riskanter sein, erwischt zu werden – und auch die Einnahmen dürften wieder anziehen. In der Tat war das Ordnungsamt in diesem Bereich unterbesetzt, bestätigt Schaffrath.

Laut Stellenplan sind in der Summe fünf Vollzeitstellen zu 39 Stunden vorgesehen. Diese Planstellen teilt sich eine an Köpfen höhere Zahl von Teilzeitkräften, sagte der Stadtsprecher. Um die bisherige Lücke zahlenmäßig besser beschreiben zu können, rechnet Schaffrath in Arbeitsstunden: Bei fünf Planstellen zu je 39 Stunden müssten dann eigentlich 195 Stunden personell abgedeckt sein. Es waren zuletzt nur 152,5 Stunden. Hier kommen jetzt jedoch wieder 39 Stunden hinzu. Bleibt noch eine kleine Lücke von 3,5 Stunden.

Und warum wurden die Ordnungskräfte während der Stellenvakanz nicht schwerpunktmäßig auf die Innenstadt konzentriert, wo die Parkplatzsituation besonders angespannt ist? Stadtsprecher Schaffrath verweist darauf, dass das Ordnungsamt natürlich auch andere Stadtteile und Gefahrenpunkte im Auge behalten muss.

So seien in der erweiterten City zum Beispiel wichtige Rettungswege, etwa im Umfeld des Medizinischen Zentrums auf der Marienhöhe, immer wieder zu kontrollieren. „An manchen Stellen müssen wir auch schon mal über einen längeren Zeitraum und regelmäßig Flagge zeigen, um Wirkung zu erzielen“, sagte Schaffrath. Gleiches gelte für die Hauptdurchgangsstraße von Broichweiden oder Linden-Neusen. Außerdem gingen die eingesetzten Kräfte immer wieder Bürgerbeschwerden und Anregungen nach. Auch das erfordere Arbeitszeit.

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