Würselen - Parksituation am Markt: Autofahrer beschädigen Wasserrinne

Parksituation am Markt: Autofahrer beschädigen Wasserrinne

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
13505610.jpg
Nett anzusehen, aber mit viel Arbeit und Ärger verbunden: Die Wasserrinne am Markt in Würselen-Mitte ist immer wieder verstopft. Querende Fahrzeuge beschädigen die Randsteine. Die Stadtverwaltung will vorerst Findlinge aufstellen, um Autofahrer fernzuhalten. Foto: Karl Stüber

Würselen. Kinder und Jugendliche sowie entsprechend „gepolte“ Erwachsene lassen ausgelöffelte Eisbecher oder leer geschleckte -waffeln in der Rinne am östlichen Rand des Marktes zu Wasser. Sie finden es toll, deren Reise von der Kirche St. Sebastian bis fast zum Zeitungskiosk zu verfolgen, samt Schanzensprüngen. Oft landen die Reste im Abfluss und verstopfen das Sieb. Laub sowieso.

Noch ärgerlicher ist es, wenn Waschpulver oder Dreck in die Wasserrinne gekippt werden. Besonders schlimm ist aber, dass Autofahrer immer wieder und leider offenbar vermehrt rücksichtslos an mit der Straße und dem Fußweg niveaugleichen Stellen über die Wasserrinne fahren. Lediglich rücksichtsvolle Anlieferung für Anlieger ist in diesem Fußgängern vorbehaltenen Bereich gestattet. „Zahlreiche Autofahrer missachten die Verkehrsbeschilderung und Parken in diesem Bereich“, hat die Stadtverwaltung festgestellt.

Das hat Folgen und die Diskussion über Gegenmaßnahmen währt schon Jahre. Zwischenzeitlich war die Rede von der Aufstellung von Blumenkübeln. Die Anlage musste vor ein paar Wochen aufwendig repariert werden. Durch das Überfahren abgesplitterte Teile der Rinne wurden neu eingesetzt und verklebt. Das hat die Stadt Würselen und ihren Bürgern 4880 Euro gekostet.

„Handlungsbedarf“

Aus dem Rathaus ist zu hören: „Da sich die Situation auch durch die inzwischen dort erfreulicherweise vorhandene Außengastronomie leider nicht verbessert hat, sondern sich insbesondere das Überfahren der Rinne und abendliches Parken deutlich zunimmt, sieht die Verwaltung weiterhin Handlungsbedarf.“

Der CDU-Ortsverband Würselen Mitte hatte bereits im Juli 2013 beantragt, dem Überfahren der Rinne und dem Parken dort einen „Riegel vorzuschieben“ und „über die Länge der Rinne straßenseitig eine Kette abzuspannen … und vor dem Büdchen marktseitig entfernbare Poller zu installieren, die im Bedarfsfall, da es sich auch um eine Feuerwehrzufahrt handelt, schnell wieder entfernt werden können“. Die Christdemokraten sehen neben der Beschädigung der Rinne ein „sicherheitstechnisches Problem“: Passanten und insbesondere Kinder würden durch die Rinne querende Autos gefährdet.

Allerdings scheint die Stadtverwaltung der Kettenlösung skeptisch gegenüber zu stehen. Absperrmaßnahmen würden sich „wegen der zu berücksichtigenden Anliegerinteressen“ und dem dort ausgewiesenen Behindertenparkplatz als schwierig erweisen.

Um kurzfristig die Rinne gegen Überfahren zu schützen, sollen nun in Abstimmung mit dem Fachdienst Kommunale Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) zunächst Findlinge verlegt werden. Längerfristig schlägt die Verwaltung „eine ergänzende Maßnahme“ vor. Drei Holzbänke „mit beidseitigen Sitzmöglichkeiten“ sollen aufgestellt werden. Die Holzart soll den bereits aufgestellten Sitzblöcken entsprechen. Inklusive Fundamenten wird dies mit rund 5500 Euro veranschlagt. Zudem sollen mehrere Fahrradbügel zu je 220 Euro installiert werden, die im Bereich Markt bislang fehlen, schlägt die Verwaltung vor.

Von der Tagesordnung abgesetzt

Allerdings ist das kein 100-prozentiger Schutz: Ein Befahren des Platzes und Parken auch außerhalb der Ladezeiten würde weiterhin möglich sein. Um dies zu verhindern, müsste der Zufahrtsbereich „abgepollert“ werden: im Aufstellbereich der Außengastronomie mit herausnehmbaren und im Fahrbereich mit umklappbaren Pollern, führt die Stadtverwaltung aus. Sie gibt aber zu Bedenken, dass den Anliegern zwar das Öffnen umklappbarer Poller zuzumuten wäre, nicht jedoch dem Nutzer des Behindertenparkplatzes dort. Hinzu komme, dass das Verschließen meistens versäumt werde, wie die Erfahrung aus anderen Bereichen zeige.

Von einem elektrisch steuerbaren Poller wie in der Friedhofsstraße rät die Verwaltung wegen der hohen Anschaffungskosten sowie der aufwendigen Unterhaltung infolge unsachgemäßer Nutzung ab. Unterm Strich wird empfohlen, Bänke und Fahrradständer aufzustellen und den Verkehr zu überwachen, wie Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Der Technik- und Bauausschuss setzte aber dieses und noch weitere Themen von der Tagesordnung ab. Erneut wurde bemängelt, dass die Verwaltung Unterlagen zu kurzfristig lieferte, so dass eine angemessene Vorbereitung und Diskussion nicht möglich war.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert