Parkraumkonzept: Deutliche Überkapazitäten an Stellplätzen

Von: Beatrix Oprée
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Zurzeit völlig verwaist: Die Decks 2 bis 6 des Parkhauses an der Albert-Steiner-Straße sind wegen eines Brandschadens momentan nicht nutzbar. Aber auch sonst ist es wenig ausgelastet. Das Fachbüro weist in diesem Kontext auf eine verwirrende Dauerparkerbeschilderung hin.

Herzogenrath. Rodas Mitte soll attraktiver und damit belebter werden – ein sogenanntes integriertes Handlungskonzept soll dazu die Grundlagen schaffen. Die Erstellung eines Gestaltungshandbuchs für Fassaden und Straßenmöblierung ist beauftragt, eine Bestandsaufnahme durch ein Fachbüro bereits erfolgt.

Die Vorstudie für ein Beleuchtungskonzept liegt mittlerweile ebenfalls vor, zudem das gewünschte Parkraumkonzept, um den ruhenden Verkehr sinnvoller als bisher im Stadtzentrum zu verteilen. Dies auch, um Kapazitätsüberschüsse „aufzudecken“ und durch eine verbesserte Ordnung des Parkplatzangebots „Flächen für die städtebauliche Entwicklung“ gewinnen zu können, wie es das Konzeptpapier einleitend darlegt.

637 „Parkstände“ auf öffentlichen Parkplätzen und in Parkhäusern haben die Mitarbeiter des Aachener Planungsbüros Richter-Richard im Plangebiet gezählt, von denen 430 (67 Prozent) – fast ausschließlich am Rande des Kerngebiets – nicht bewirtschaftet werden, das heißt: kostenlos zur Verfügung stehen.

146 Parkplätze sind kostenpflichtig (Parkschein), 53 werden über Parkscheiben reguliert. Acht Parkstände sind Behinderten vorbehalten. Dazu kommen 188 Stellplätze im Straßenraum, davon 44 kostenlos (Randbereiche), 79 mit Parkschein und 57 mit Parkscheibe bewirtschaftet sowie acht Behindertenparkplätze.

Darüber hinaus werden 534 Stellplätze durch Gewerbebetriebe zur Verfügung gestellt, 400 alleine im Kaufland-Parkhaus an der Bahnhofstraße.

Erfreulich viel Gelegenheit, seinen fahrbaren Untersatz ortsnah abzustellen, sollte man meinen. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Planungsbüro, das Donnerstag, 11 Uhr, als den parkintensivsten Zeitpunkt auf den Straßen der Innenstadt ausgemacht hat. 79 Prozent der dort zur Verfügung stehenden 190 Plätze seien belegt gewesen.

Grund: der Wochenmarkt auf dem Ferdinand-Schmetz-Platz. Zwischen 13 und 14 Uhr sei der Wert auf 58 Prozent gesunken, um zwischen 15 und 16 Uhr wieder auf 70 Prozent anzusteigen. Fazit: Selbst in der „Spitzenstunde“ habe es ausreichend Parkraumreserven gegeben. Wobei der Parkdruck straßenbezogen unterschiedlich ausgefallen sei: „Mindestens einmal“ sei es im Erhebungszeitraum an der Afdener Straße, An der Wurm, Am Schürhof, der Bahnhofstraße, der Bicherouxstraße, der Unteren Kleikstraße und der Klosterrather Straße zu einer Auslastung von über 80 Prozent gekommen. Eine „besonders geringe“ Nachfrage sei indes im öffentlichen Straßenraum zu keinem Zeitpunkt zu verzeichnen gewesen.

Allenfalls mittelstark genutzt

Interessant auch die Falschparkeranteile. Größer als zehn Prozent betrugen sie An der Wurm, Am Schürhof, an der Oberen Kleik-straße sowie an Bahnhofs- und Dammstraße. Bezogen auf das gesamte Untersuchungsgebiet sei der Falschparkeranteil mit neun Prozent aber als „unauffällig“ zu bewerten.

Erheblich weniger ausgelastet ist hingegen das Parkhaus im Zentrum selbst zu Spitzenstunden, 38 Prozent von 151 Stellplätzen waren um 10.30 Uhr besetzt. Um 16 Uhr waren es mit 25 Prozent noch weniger. Die öffentlichen Parkplatzflächen indes waren an besagtem Donnerstag ebenfalls stark frequentiert.

Insgesamt nur mittelstark genutzt ist auch der Parkplatz Bergerstraße. Selbst bei maximaler Auslastung, so das Fazit der Experten, gebe es im Stadtzentrum einen rechnerischen Überschuss an 331 von 825 öffentlichen Parkständen.

Die komplette Studie und die daraus resultierenden Empfehlungen sind Thema in der Sondersitzung des Umwelt und Planungsausschusses am Dienstag, 5. Juli, 16.30 Uhr, im Rathaus. Behandelt wird dann auch die Vorstudie zum Beleuchtungskonzept.

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