Nordkreis - Papa Jürgen Beckers ist wieder reif für die Bühne

Papa Jürgen Beckers ist wieder reif für die Bühne

Von: Stefan Schaum
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Stolzer Papa, großer Schelm: Noch genießt Jürgen Beckers die Babypause mit Ehefrau Sandra, Töchterchen Marie und Sohn Lukas. Bald gehört auch die Bühne wieder zur Familie. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Leise sprechen, „d´r Jung” schläft noch. Während auf der ersten Etage Gattin Sandra mit Töchterchen Marie ein Mittagsschläfchen macht, plaudert Papa Jürgen Beckers parterre über seine Babypause, Bühnenpläne und eine Benefizgala für die Schüler des Heilig-Geist-Gymnasiums.

Hier und da springt er im Gespräch mit Stefan Schaum auf und schaukelt sanft die Wiege im Wohnzimmer. In der liegt Lukas, kaum drei Wochen alt und frisch gewickelt. Der Kleine hält den Hausmann schwer auf Trab.

Kinder oder Komiker - wo steht eigentlich der Bühnenmensch Jürgen Beckers so kurz nach der Geburt des zweiten Kindes?

Beckers: Eigentlich noch mitten in der Babypause. Seit Mai habe ich ja keine Auftritte mehr gemacht. Es ist auch richtig stressig hier bei uns zu Hause, seit der Kleine da ist. Aber so langsam bin ich doch wieder reif für die Bühne.

Um der Welt einen gereiften Hausmann zu präsentieren?

Beckers: Ja. Die Themen liegen doch auf der Hand. Ich bin mittlerweile sicher noch näher dran an der Bühnenfigur, obwohl die auch früher schon ein großer Teil von mir war. Aber ich könnte Ihnen jetzt zum Beispiel ein Stück Pflaumenkuchen anbieten, das ich gestern frisch gebacken habe. Richtig lecker.

Hoppla, die Hausarbeit macht Ihnen also wirklich Spaß?

Beckers: Und ob. Das ist eine Zeit, die ich sehr gut nutzen kann. Ich mache gern den Abwasch oder greife zum Staubsauger. Alles so Dinge, bei denen man nicht groß nachdenken muss. Für mich ist das eine Gelegenheit, um neue Ideen zu entwickeln. Nur Bügeln mag ich nicht. Komisch eigentlich.

Reicht ein wenig Staubfegen denn, um ein komplettes Programm zu entwickeln?

Beckers: Nee. Aber ich bin ja Frühaufsteher. Morgens um 6.30 Uhr ziehe ich die Laufschuhe an und bin im Broichbachtal unterwegs. Das ist wirklich inspirierend, meine produktivste Zeit. Zuhause schläft dann alles noch. Am Schreibtisch kommt später nur der Feinschliff für die Sachen, die Ideen stammen von unterwegs.

Worauf kann das Publikum sich einstellen - auf Pointen rund um Babybrei und Bäucherchenmachen?

Beckers: Kann gut sein. Ich hab aber auch einiges zu erzählen von meiner Zeit als einziger Mann in einer Müttergruppe oder vom Babyschwimmen. Da erlebt man schon was. Es wird zudem allerlei Skurriles geben. Passt ja zum Titel des nächsten Programms: „Nää, dat jibt et jar nit!”

Seitdem Sie im Kölner Karneval durchgestartet sind, bringen Sie es auf gut 300 Auftritte pro Jahr. Auch noch mit zwei Kindern?

Beckers: Das wird schwer, ist aber machbar. Ich traue mir das nervlich mit 46 Jahren noch zu. Am Gymnasium gebe ich ja nur noch ein paar Stunden, also bin ich morgens oft zuhause. Ich kann schon viel Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Apropos Schule: Den ersten Auftritt seit langem haben sie bei der Benefizgala „Jürgen Beckers & Friends” gemeinsam mit ihren Lehrerkollegen vom Heilig-Geist-Gymnasium. Was hat es damit auf sich?

Beckers: Ein Reiseunternehmen, bei dem Schüler der 13. Jahrgangsstufe eine Segeltour rund um Korsika als Abschlussfahrt gebucht hatten, ist pleite gegangen. Das Geld ist weg. Jetzt müssen wir neues sammeln. Also bin ich auch gefragt, auf der Bühne den Tuppes zu machen. Mache ich ja gern.

Wie steht es um den Bekanntheitsgrad, seit sie auch im Fernsehen zum Stammpublikum gehören? Überhaupt noch Lust, auf die Straße zu gehen?

Beckers: Ich schon, meine Frau nicht. Die begleitet mich nur noch ungern zum Einkaufen. Es kann nämlich gut sein, dass das ein bisschen länger dauert, weil mich des öfteren mal jemand anspricht und etwas plaudern möchte. Finde ich gut, die Zeit nehme ich mir gern. Selbst in Köln hat mich jüngst einer angesprochen. Da hatte ich gerade den Wagen geparkt und bin ausgestiegen. Sagt der: „Herr Beckers, ihr Auto steht falsch!”

Ist die Familienplanung mit dem Zweiten abgeschlossen?

Beckers: Schwer zu sagen, man kann ja nie wissen. Momentan tendieren wir aber zum Abschluss.

Hat es sie verändert, Vater zu sein?

Beckers: Ja, schon. Mein Ehrgeiz hat seine Spitze verloren. Vor Jahren habe ich noch gesagt: Du musst jetzt unbedingt rein in den Kölner Karneval. Das würde ich heute nicht mehr so verbissen sehen. Ich finde auch, dass ich jetzt noch verwurzelter in der Region bin. Ich mag es, hier nach Hause zu kommen und einfach mal ganz privat zu sein.

Karten und Termine für die ersten Auftritte

Das Benefizprogramm „Jürgen Beckers & Friends” beginnt am Freitag, 17. September, um 20 Uhr auf Burg Wilhelmstein. Neben Auszügen des neuen Programms von Beckers wird es Auftritte der Theater-AG „Bühnenreif”, bestehend aus ehemaligen HGG-Schülern, sowie Hardrock-Klänge der Lehrerband geben.

Karten kosten 13 Euro und sind erhältlich in der Mayerschen Buchhandlung, Aachen, Buchkremerstraße, und beim Zeitungsverlag Aachen, Dresdener Straße 3, online: http://tickets.zeitungsverlag-aachen.de

Sein neues Programm „Nää,dat jibt et jar nit” feiert am 28. November Premiere im Aachener Eurogress. Im Nordkreis ist es erstmals in Alsdorf zu sehen, und zwar am 5., 6. und 7. Dezember in der Stadthalle. Auch dafür sind Karten bereits erhältlich.
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