Pannesheide und Bierstraß: Zwei Schulen bangen um ihre Zukunft

Von: bea/mabie
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Blick auf provisorische Rettungstreppen vor dem Fenster: Freiraum brauchen die Kinder, um sich in kleinen Lerngruppen zurückziehen zu können, zurzeit ist dieser aus Brandschutzgründen – das Neubau-Foyer gilt als Treppenhaus und darf nicht mehr möbliert werden – jedoch begrenzt. Foto: Markus Bienwald
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Die Europa-Hymne spielten die kleinen Referenten zum Auftakt der Kids-Uni, die auch Flüchtlinge im Blick hatte. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Sie haben mit Abstand die geringsten Anmeldezahlen, die Grundschulen Pannesheide (27) und Bierstraß (25). Die Sorge in der Elternschaft ist groß, dass eine der beiden Schulen den Prüfaufträgen zum Zweck der Haushaltskonsolidierung nicht standhält.

In Pannesheide hat es stets zwischen 35 und 50 Anmeldungen gegeben, die gesunkene Schülerzahl sehen Betroffene in der Brandschutzproblematik respektive der politischen Diskussion sowie Anmerkungen um eine etwaige Folgenutzung begründet.

Raumprobleme befürchtet

Auch in Bierstraß regt sich Widerstand. „Aus unterschiedlichen Richtungen“, so heißt es in einem Schreiben des OGS-Trägervereins „Betreute Schulen“ an die Ratsfraktionen sowie Bürgermeister Christoph von den Driesch, habe man vernommen, „dass derzeit Überlegungen seitens der Stadtverwaltung und der Politik bestehen, den Grundschulstandort Bierstraß bereits zum Schuljahresende 2015/2016 zu schließen.

„Verwundert“ und „im höchsten Maße unzufrieden“ beklagen die Verantwortlichen, „bis heute weder informiert noch in Überlegungen einbezogen“ worden zu sein. In Bezug auf die Konsequenzen für Personal, Schüler und Eltern fühlen sie sich vor den Kopf gestoßen. Hinzu komme, dass es in Folge in der Regenbogenschule zu „unlösbaren Raumproblemen“ kommen würde.

Eltern machen sich stark

Auch die Eltern machen sich für den Erhalt der rund 100 Jahre alten Schule an der Bierstraße stark und haben schon diverse Politiker kontaktiert. Der Standort Bierstraß sei für viele Familien der Grund zur Ansiedlung in diesem Wohnviertel gewesen.

Die Schulanmeldezahlen der Herzogenrather Grundschulen sind Thema im heutigen Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur: 18 Uhr, Ratssaal.

In Pannesheide weisen die Eltern auf das einzigartige Schulkonzept hin. Selbstständiges Arbeiten ist dort seit Jahrzehnten Programm. Und die regelmäßig stattfindende Kids-Uni ist Beleg für den Erfolg des Unterrichtskonzepts. Am Mittwoch war wieder Uni-Tag an der Schule, das Thema brandaktuell: „Europa“. Auch Katharina Uecker, Finn Collins und Lukas Eisenburger sind bestens vorbereitet.

In Büchern, Broschüren und sogar im Internet haben sie recherchiert. Karl der Große als erster Europäer wird bei einer der Infotheken behandelt, die die Kinder anbieten. Ebenso der Euro oder Aachener Brunnen. Neben den vielen positiven Aspekten, die Europa gebracht hat, das haben die Kinder schnell erkannt, gibt es jedoch immer mehr Probleme mit dem Staatenkonstrukt.

So haben die Kinder sich auch den ernsten Themen des Zeitgeschehens gewidmet: Jana Metzler, Pauline Hirschhausen und Fleur Jung informieren über die Terroranschläge von Paris und zeigen auf, wie der sogenannte „Islamische Staat“ Schrecken in Europa verbreitet. Sie berichten von der Zahl der Toten, erzählen, dass die Menschen wahllos in den Tod gerissen wurden, und wo die Anschläge in der französischen Hauptstadt genau stattfanden. „Der IS möchte das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen beenden“, erklärt Jana. Und Pauline stellt klar, dass die allergrößte Mehrheit der Muslime Gewalt ablehnt.

Am Ende einer jeden Infothek gibt es ein Quiz. Die Zahl der kleinen Zuhörer, die keine Antwort wissen, ist klein. Die jungen Referenten wissen sogar bei Nachfragen gelassen zu reagieren. Die von den Schülern in Eigenregie erarbeiteten Infotheken tragen ihren Titel also zurecht. Sibel Bacheca und Shari Daniels haben das Thema „Flüchtlinge“ beleuchtet. Und weisen auf, dass es Kindern egal ist, woher jemand kommt; dass es nur wichtig ist, zu helfen.

„Man muss dafür sorgen, dass der Krieg aufhört und die Menschen genug zu essen haben“, fordert Sibel. Während manchem noch die zum Auftakt der Kids-Uni gespielte Europa-Hymne in den Ohren klingt, geht es in der Feedbackrunde darum, die Ergebnisse des Tages zusammenzufassen. Da herrscht dann auch Erstaunen darüber, dass manche EU-Länder finanziell gut dastehen, andere indes völlig überschuldet sind. Kritik am Zustand Europas gibt es auch: Obwohl es für Frieden stehe, werden aus Europa Waffen in Krisengebiete exportiert ...

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