„Pakt für den Sport”: Bald beginnen Bürgerbefragungen

Von: clg
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Hohe Unterhaltskosten, oftmals großer Sanierungsbedarf: In welche Sportstätten soll künftig wieviel investiert werden? Auch darauf soll die nun gestartete Untersuchung eine Antwort geben. Die Ergebnisse sollen Grundlage eines Würselener Sportentwicklungs- und Sportstättenplans sein. Foto: Stefan Klassen

Würselen. Der Startschuss für die Erarbeitung eines Sportentwicklungs- und Sportstättenplanes durch Professor Dr. Christoph Breuer vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule in Köln in Kooperation mit dem Sportamt der Stadt Würselen ist erfolgt.

Nun sind in den nächsten fünf Wochen von heute an auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ab dem 18. Lebensjahr gefragt, wenn sie von einem Duisburger Institut zu ihren sportlichen Aktivitäten und Bedürfnissen telefonisch interviewt werden.

Dazu Peter Kremer, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbandes: „Es ist wichtig, dass die Befragung funktioniert. Jeder Bürger hat die Chance, Einfluss auf die künftige Entwicklung zu nehmen.”

Fehlinvestitionen vermeiden

Per Zufallsgenerator sind die Bürgerinnen und Bürger ausgewählt worden, die bei der Befragung von 25 Interviewern angerufen werden. „Wenn sie nicht beim ersten Mal zu erreichen sind, werden weitere Versuche gestartet - bis zu zehnmal”, so Professor Breuer bei der Auftaktveranstaltung im Alten Rathaus.

„Am Ende sollen 1500 befragte Bürger stehen.” Er ist zuversichtlich, dass die telefonische Befragung repräsentativ gut laufen wird. Die Wünsche der Kinder werden dabei über die Auskünfte der Eltern erfasst. Breuer sicherte zu, dass auch die Schulen in die Erhebung einbezogen werden.

Es sei wichtig für eine Kommune zu wissen, wohin sich das Freizeit- und Sportverhalten ihrer Bürger entwickele, so Bürgermeister Werner Breuer, der von einem wichtigen Vorhaben sprach. Nur dann könnten Fehlinvestitionen vermieden werden.

Wie der Erste Beigeordnete Werner Birmanns darlegte, gehen derzeit 10641 Bürger - mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung - in 51 Vereinen einer sportlichen Betätigung in ihrer Freizeit nach.

Bereits im April 2005 habe der Rat den Auftrag erteilt, eine „sportgerechte Stadt” zu entwickeln, in der es Angebote für alle Generationen gebe. Doch reichten die 100000 Euro Sportpauschale, die vom Land jährlich gewährt würden, längst nicht aus, die notwendigsten Investitionen zu tätigen.

Am Ende des Projektes soll - so Birmanns - ein „Pakt für den Sport” stehen, womit er nicht nur der Vorsitzenden des Kreissportbundes, Karin Gruner, sondern allen übrigen Sportfunktionären aus dem Herzen sprach.

„Wir wollen zu belastbaren Entscheidungen in Kooperation mit dem Sport kommen. Wir wollen da investieren, wo seine Zukunft liegt”, gab Birmanns die Zielrichtung vor.

Die Planung sei nur zu einem Preis von 60.000 Euro zu haben, weil vor allem bei der Bestandsaufnahme, die bereits läuft, wichtige Zuarbeiterdienste von der Verwaltung geleistet würden.

Der Vorsitzende des Sportausschusses, Winfried Hahn, betonte, es gehe nicht darum, Sportstätten zu schließen. „Wir wollen herausfinden, wie wir uns in Zukunft auf dem Feld des Sportes positionieren können.”

Positiv wertete es Professor Breuer, „dass sich Würselen dem spannenden, aber auch heiklen Thema der Sportentwicklung widmet”. Landes- und bundesweit sei noch nicht so viel auf diesem Gebiet passiert. Dabei sei kommunale Sportentwicklung zugleich auch Stadtentwicklung und Gegenstand der Stadtpolitik.

Sobald der Status quo ermittelt und die Befragung der Bürgerinnen und Bürger ausgewertet ist, werden in einem dritten Verfahrensschritt die lokalen Experten in das Projekt einbezogen. „Erst danach werden wir aus der Analyse die Prognosen für die künftige Entwicklung unter demographischen Gesichtspunkten erstellen.”

Daraus werde die Stadt nicht nur Schlüsse für zukunftsträchtige Sportstätten ziehen können. Vielmehr könnten die Sportanbieter daraus auch schließen, welche neuen Offerten sie schon in naher Zukunft machen müssen, um den Bedürfnissen aller Bürger gerecht zu werden, so Professor Breuer.

Er geht davon aus, dass das Projekt in Kooperation mit allen Beteiligten vor Ort bis Ende 2009 abgeschlossen ist.
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