Ovationen krönen das Herbstkonzert

Von: ehg
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Viele glänzende Musiker, ein Top-Solist: Harald Claßen setzte sich beim Auftritt mit der Orchestergemeinschaft in St. Pius auch mit der Klarinette stark in Szene. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Wunderschöne Melodien erklangen in der Kirche St. Pius, als die Orchestergemeinschaft Mandolinenverein „Edelweiß“ Würselen und Mandolinen-Konzertgesellschaft Aachen ein musikalisch-buntes Herbstkonzert bot.

Nicht nur das wohl temperierte Orchester unter Stabführung von Dirigent Friedhelm Schütz begeisterte das Publikum. Auch das musikalische Multitalent Harald Claßen (Klarinette, Saxophon, Akkordeon) und der junge Architektur-Student Marcel Olinecki (Querflöte), der vor drei Jahren schon seine Musikalität unter Beweis stellte, rissen die Konzertbesucher zu Stürmen der Begeisterung hin. „Edelweiß“-Vorsitzender Herbert Lürken geleitete im Plauderton von Melodie zu Melodie und erntete großes Lob.

Charakter der Frühromantik

Mit der „La Caravane“-Ouvertüre des belgisch-französischen Komponisten André Gréty stieß das mit Mandolinen und Gitarren besetzte Orchester die Tür weit zu einem musikalischen Genuss der besonderen Art auf. Das dargebotene Werk eines in Paris äußerst erfolgreichen Komponisten, an den in Lüttich eine Statue vor der Oper erinnert, wurde arrangiert von Mario Maciocchi, der mehrere Stücke für Mandolinenorchester komponierte. Nicht Arthur, sondern der russische Komponist Anton Rubinstein kam mit der „Melodie in F“, dessen populärster Komposition, zu „Wort“. Solist Harald Claßen brillierte auf der Klarinette, das erste Mal. Er setzte sich ebenfalls mit dem „Ständchen“, dem vierten Stück aus dem „Schwanengesang“ von Franz Schubert, romantisch glanzvoll in Szene, eingerichtet für das Orchester von Orchester-Mitglied Horst Prell. Im Rahmen eines typischen Charakterstücks der Frühromantik bewegte sich Schuberts „Moment musical“, der ersten von sechs Klavierkompositionen. Das Orchester lief zur Hochform auf. Der Kontrast dazu war das im Stile das Barock geschriebene Konzert Nr. II des Engländers John Baston. Das Orchester und der Flötensolist meisterten die hohen Ansprüche mit Bravour. Nach der Pause griff Solist Claßen zum Saxophon: Subtil lotete er beim Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch die Klangfarbe seines Instruments aus.

Den verschiedensten Stilrichtungen trug das Orchester Rechnung. Die Mandolinen schlugen mit „Captain Correlis Mandolin“, der Filmmusik aus „The Reunion“, ihr Publikum in den Bann. Höchsten Anforderungen genügte der Flötist beim Konzert e-Moll von Lorenz Obiego, der die höchsten Anforderungen im dritten Satz technisch-versiert bewältigte, mit einem feinfühligen Klangkörper im Rücken. Bei den „Ungarischen Skizzen“ des zeitgenössischen deutschen Pianisten Hans Schmitt war das Orchester – ohne Solisten – noch einmal stark gefordert. Schnelle Passagen wechselten mit schmachtender Puszta-Romantik.

Bei dem Streifzug durch die verschiedenen Genres griff Solist Harald Claßen am Ende noch zum Akkordeon. Mit dem bekannten russischen Ohrwurm „Schwarze Augen“, den Rudolf Krebs zu einer Fantasie verarbeitete, verzauberte er sein Publikum musikalisch. Auch die bereitwillige gewährte Zugabe war ein musikalischer Leckerbissen. Ovationen waren mehr als verdienter Ausdruck der Begeisterung des Publikums.

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