Herzogenrath/Würselen - Ortstermin im Further und Pleyer Wald sorgt für neuen Unmut

Ortstermin im Further und Pleyer Wald sorgt für neuen Unmut

Von: mabie
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Erste Farne wachsen: Sonst hat sich offenbar nichts getan auf den abgeholzten Flächen und den Wegen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath/Würselen. Klar, ein paar Farne haben die Flächen schon besiedelt. Doch inhaltlich wird kein Gras über die Abholzaktion im Further/Pleyer Wald wachsen. Da waren sich die Teilnehmer der Wurmtalbegehung sicher, die auf Initiative der Herzogenrather SPD die Wanderstiefel schnürten.

„Unser optischer Eindruck ist, dass seit der Fällaktion vor sieben Monaten nichts passiert ist“, machte SPD-Sprecher Bruno Barth deutlich. Die gründliche Abholzaktion eines Eifeler Holzhändlers, der die Waldfläche vom EBV erworben hatte, sorgte seinerzeit für hohe Wellen in der ganzen Städteregion. Auch wenn der Wald hinterher einer Mondlandschaft glich, bewegte sich alles offenbar im rechtlichen Rahmen.

Unverständnis und Ärger wurden von allen Mitlaufenden laut, dass der Verursacher die Wege nicht in Ordnung gebracht habe. „Das muss massiv eingefordert werden“, forderte Barth, und zwar unabhängig von Kauf- oder Verkaufsverhandlungen für die betroffenen Grundstücke.

Reiter müssen ausweichen

Rolf-Peter Kalmbach, Leiter des Fachbereichs 4 – Bau und Betrieb – im Herzogenrather Rathaus, sagte vor Ort prompt zu, dies für seine Stadt auch umzusetzen. Die Vertreter von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken sowie Aktive des Nabu und Bürger aus Herzogenrath und Bardenberg sahen dies auch für die Reitwege als unbedingt notwendig an.

Ein entsprechendes Schreiben an die zuständige Stelle bei der Städteregion Aachen ist bereits herausgegangen. „Ein Stück Reitweg, der parallel zum Wanderweg verläuft, ist inzwischen überwuchert und mit Holzresten überlagert“, umschrieb Toni Ameis von den Linken die Lage, „dadurch sind Reiter gezwungen, auf den Wanderweg auszuweichen“. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den vor allem als Naherholungs-, Lauf- und Hundespazierweg genutzten Weg.

Vor Ort nicht erkennbar, verdeutlichten die Vertreter der Kommune allerdings, dass es schon ein paar Ergebnisse gebe: So sei beispielsweise das Vorkaufsrecht der Städteregion für Flächen im Wald wiederhergestellt, und die Verhandlungen über den Kaufpreis gingen durch die öffentliche Hand. Allerdings seien die ebenfalls gefertigten Anträge an das Land NRW auf Änderung des Landesforstgesetzes und der Richtlinien für FFH (Flora, Fauna, Habitat, also Tiere, Pflanzen und Lebenswelt) noch ohne endgültige Auskunft. Wie es nun zumindest für die auf Herzogenrather Gebiet befindlichen Abholzflächen weitergeht, soll unter anderem ein Runder Tisch mit Vertretern aller Ratsfraktionen klären.

Am 17. Juli sind dafür auch Umweltschutzverbände, Teilnehmer vom Gemeindeforstamt Aachen und des Regionalforstamtes Rureifel/Jülicher Börde geladen, sich über eine mögliche Aufforstung oder naturnahe Belassung für die kommenden drei Jahre oder auch eine Mischform von beidem zu unterhalten. „Es ist wichtig, dass sich die politischen Vertreter vor Ort mit den Bürgern weiter für ihren Erholungswald einsetzen und nicht sieben Monate nach der Abholzaktion resignierend den Mantel des Schweigens über den Zustand des Naturschutzgebietes Wurmtal legen“, resümierte Bruno Barth. Deshalb soll sich der Arbeitskreis Umwelt mit der Thematik nach den Sommerferien erneut auseinandersetzen.

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