Ortskern zum Kundenmagneten machen

Von: Beatrix Oprée
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Pläne bis zur Paulusstraße hin ausweiten: Hans-Dieter Topa hat konkrete Zukunftsvorstellungen für seinen Stadttteil. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Hans-Dieter Topa hat die Nase voll, wie er sagt. Dem gebürtigen Kohlscheider liegt sein Stadtteil am Herzen. Mit großem Engagement hatte er sich deswegen eingebracht, als es darum ging, im Zuge des endlich in greifbare Nähe gerückten Baus der Markttangente weitere flankierende Ideen für die Umgestaltung des Zentrums zu entwerfen.

Ausgehend von der durch die Stadtverwaltung im November 2013 im Umwelt- und Planungsausschuss dargelegten Einschätzung der Situation machte er sich anhand eines Katasterplans ans Werk, um seine Vision von einem wiederbelebten Ortskern zu skizzieren.

Und die fand – auch bei den Einwohner-Workshops vor über einem Jahr – allgemein Anklang. Es erschien einleuchtend, wie Topa, von Hause aus Werbetechniker, den Verkehr steuern wollte, um ihn möglichst gleichmäßig durch Kohlscheids City fließen zu lassen.

Welche Flächen er ergänzend vorschlug, um im Ortskern einen echten Kundenmagneten zu etablieren und nicht nur einfach einen Supermarkt – für den er das bisher zur Verfügung stehende Areal viel zu klein einschätzt. Würde es nach Topa gehen, der mit seiner eigenen Firma schon seit vielen Jahren an der Südstraße ansässig ist, dann hätte die Stadt mit einem viel größeren finanziellen Aufwand in Vorleistung für einen Investor gehen müssen, um etwas wirklich Ansprechendes initiieren zu können.

Indem sie nämlich nicht nur das Grundstück jenseits der VR-Bank erwirbt, sondern gleich auch noch die Häuserfront daneben und überdies weitere Flächen bis hin zur Paulusstraße Denn erst dann hätte man laut Topa ausreichend Platz, um einen Vollsortimenter heutiger Größenordnung und ergänzend weiteren attraktiven Einzelhandel anzusiedeln: Über unter anderem eine neu anzulegende Erschließungsstraße, so die Vorstellung Topas, sollte das neue Shopping-Ensemble dann von mehreren Seiten aus zugänglich gemacht werden.

Was unterdessen derzeit seitens der Stadtverwaltung als „Plan B“ favorisiert werde, einen Lebensmittelmarkt auf der Fläche des früheren Konsum-Gebäudes einzurichten, den dazugehörigen neuen Parkplatz jedoch jenseits des jetzigen Parkplatzes der VR-Bank anzulegen, hält Topa für wenig zielführend.

„Kein Kunde läuft mit seinen Einkäufen so weit – über einen VR-Parkplatz hinweg, auf dem er nicht parken darf!“ Die Besitzer der für den „Topa-Plan“ benötigten zusätzlichen Grundstücke hätten sich auf Anfrage auch verkaufsbereit gezeigt, weiß Topa. „Bis auf einen, der in der Tat sehr hohe Preisvorstellungen hat.“ Und der die gesamte Entwicklung aus Topas Sicht angeblich wieder zum Stocken gebracht habe.

Topa stellt unterdessen die Frage, warum die Stadt hingegen schon – für ebenfalls sehr viel Geld – zwei Grundstücke auf der anderen Seite der Südstraße mit Blick auf den Bau der Markttangente gekauft habe, die doch „frühestens erst in acht bis zehn Jahren zum Tragen“ komme?

Ungeduldig wird hier auch Björn Bock, FDP-Fraktionschef, dessen Fraktion zusammen mit Grünen, Linke und Piraten schon im April einen Antrag gestellt hatte, zeitnah einen weiteren Workshop zu den Entwicklungszielen in Kohlscheid zu veranstalten. Bock: „Um im Zeitplan zu bleiben, müssten in nächster Sitzung schon die passenden Beschlüsse fertig sein! Wir können nur dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen, dass die Stadt durch Grundstücksankäufe die Voraussetzungen schafft oder Entwicklungsprozesse mit einem Investor begleitet.“ Bock ist überzeugt: „Im vergangenen Jahr war richtig Schwung drin. Ich habe das in so vielen Gesprächen gespürt. Jetzt aber ist alles verpufft.“

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