Ort des Gedenkens an das Grubenunglück

Von: Verena Müller
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Vor Tafel und Mosaik: Rudolf Bast, Hans Vorpeil, Norbert Laufs (Sparkasse Aachen) und Bürgermeister Alfred Sonders (v.l.). Foto: Verena Müller

Alsdorf. An der Stelle, wo sich die Bergleute zum letzten Mal umzogen, bevor sie zum 25 Meter entfernten Schacht gingen, aus dem sie nicht mehr lebend zurückkehren sollten, ist am Donnerstag eine Dokumentationstafel zum zentralen Gedenken an die Opfer des Grubenunglücks von 1930 enthüllt worden: in der Waschkaue.

271 Menschen wurden am 21. Oktober vor 86 Jahren bei der Schlagwetterexplosion auf Anna 2 in den Tod gerissen, 300 wurden verletzt. Die Leichen wurden wenige Meter vom Standort der Tafel entfernt niedergelegt, bevor sie in Särgen abtransportiert wurden. Zum Teil in entsetzlichem Zustand.

Bislang gab es mehrere Orte des Gedenkens, nämlich auf Friedhöfen, „was aber fehlte, war eine zentrale Stelle, an der alle Opfer dokumentiert sind“, sagte Lokalhistoriker Rudolf Bast bei der Einweihung. Neben der Namensliste sind ein kurzer Erklärtext und ein Gedicht auf der schwarzen Tafel zu lesen, die in ihrer Optik an Struktur von Kohle erinnern soll.

Dazu gesellt sich ein Mosaik, das zunächst in der Brotfabrik, danach lange Jahre im Alsdorfer Gymnasium gehangen hat und vor kurzem aufs Energeticon-Gelände umgezogen ist: das Werk von Wilhelm Geißler, das das Grubenunglück zum Gegenstand hat. Es stammt aus dem Jahr 1934 und ist vielen Alsdorfern bekannt. Geißlers Bruder war Lehrer in Alsdorf, er selbst wohnte in Köln und hatte sonst wenig Bezug zur Zechen-stadt. Unter anderem war er Direktor der Meisterschule für das gestaltende Handwerk in Wuppertal, heute eine Fakultät der dortigen Universität.

Bast schlug in seinem kurzen Vortrag den weiten Bogen von der Wortbedeutung „Mosaik“ (etwas Schmückendes) über die kulturhistorische Genese und Verbreitung der künstlerischen Darstellungsform bis hin zum Alsdorfer Exemplar, nachdem Bürgermeister Alfred Sonders auf das Unglück an sich, die Ideenfindung und Umsetzung der Dokumentation eingegangen war.

Die Initialzündung zu einer „angemessenen und würdigen Gedenkstätte“ hatte Hans Vorpeil gegeben, an der Umsetzung und Finanzierung waren sehr viele beteiligt: die RWE-Tochter Innogy, die GSG Grund- und Stadtentwicklung, die Sparkasse, das Energeticon und dessen Förderverein, die Firmen Maassen, Frank Vorpeil, Elektro Wiertz, Showlight, Logo und die Pixelcowboys.

Den musikalischen Rahmen – und am Rande bemerkt auch optisch den Hingucker – lieferte bei der Einweihung der Knappenchor St. Barbara, der Chor des Bergbaumuseums Grube Anna Alsdorf. Sangesbruder Friedrich Ebbert schlug dann auch gemeinsam mit dem Bürgermeister das weiße Tuch zurück, unter der sich die Tafel verbarg – umgeben von den zahlreichen Unterstützern und Helfern.

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