Orlando-Festival mit Musik vom Feinsten

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Konzert im Eurode-Bahnhof: Das „Life Quartet“ beeindruckt die Zuhörer beim Forum für Kunst und Kultur. Foto: Johannes Schaffeldt

Herzogenrath. Draußen der normale Trubel eines Bahnhofs, drinnen virtuoses Spiel der Streichinstrumente. Bereits zum vierten Mal nimmt das Forum für Kunst und Kultur im Herzogenrather Bahnhof als Austragungsort am Orlando-Festival teil. Großformatige Bilder des Fotografen Bernd Radtke sorgen für ein interessantes Ambiente.

Das „Internationaal Kamermuziek Festival“ mit angeschlossenem Wettbewerb ist mit seinen 35 Jahren das dienstälteste Festival für Kammermusik in den Niederlanden. Seit 1982 findet es jedes Jahr in der Abtei Rolduc statt. Es ist allerdings längst über diese altehrwürdigen Mauern hinausgewachsen. Im Rahmen des Festivals werden mittlerweile Konzerte in der gesamten Euregio gespielt, so auch in Herzogenrath.

In diesem Jahr lockten die Streicher vom „Life Quartet“ die Besucher in den besonderen Veranstaltungsort. Die beiden Geigerinnen Daria Motuz und Aleksandra Pertceva, Eugenia Zubova an der Bratsche und der Cellist Aliaksandr Avramchik formen das Quartett. Gegründet hat es sich 2011 am Staatlichen Moskauer P.I.-Tschaikowski- Konservatorium, wohl einer der bekanntesten akademischen Talentschmieden für Nachwuchsmusiker weltweit.

Während des Festivals nehmen sie an der internationalen Meisterklasse für Kammermusik teil. Hier erhalten junge Ensembles wie das „Life Quartet“ tägliches professionelles Coaching von Experten der Kammermusik, aber auch in anderen relevanten Bereichen wie etwa der Gruppenkommunikation. Bei Konzerten in der Region sollen die jungen Künstler weitere wichtige Bühnenerfahrung sammeln können.

Mitgebracht hatten sie dem Herzogenrather Publikum ein knapp über einstündiges Programm aus Streichquartetten von Franz Schubert, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und Joseph Haydn. Mit dem ersten Satz von Schuberts Quartett Nr. 14 in d-Moll „Der Tod und das Mädchen“ stiegen die vier Musiker in das Konzert ein. Nicht weniger düster und noch komplexer wirkte das achte Streichquartett in c-Moll von Schostakowitsch, welches das „Life Quartet“ energiereich vortrug.

Offiziell dem „Gedenken an die Opfer von Faschismus und Krieg“ gewidmet, verhandelte der Komponist in diesem Werk seine eigenen Erfahrungen mit Verfolgung, Unterdrückung und Krieg. Zum Abschluss wurden versöhnlichere Töne angeschlagen – die Tonart von Moll in Dur gewechselt. In Haydns Streichquartett op. 64 Nr. 5 zwitscherten die Instrumente das Lerchenthema des Werkes und holten das Publikum zurück in den unbeschwerten Sommertag.

Noch bis diesen Sonntag, 21. August, finden im Rahmen des Orlando-Festivals Konzerte statt. Die Ausstellung „Die Welt – der Blick auf eine Bühne“ mit Fotografien von Bernd Radtke können noch bis zum Samstag, 17. September, im Forum für Kunst und Kultur im Eurode-Bahnhof, Bahnhofstraße 15, besucht werden.

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