Herzogenrath - Ordensschwester erinnert an das Leben von Clara Fey

Ordensschwester erinnert an das Leben von Clara Fey

Von: mabie
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Viele Stationen skizziert: Schwester Ingrid Mohr erinnerte in St. Gertrud an das Leben von Clara Fey. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Fünf Jahre lang arbeitete Clara Fey mit armen Kindern. Fünf Jahre, in denen sie in Zeiten zunehmender Industrialisierung in ihrer Heimatstadt Aachen genügend Überlegungen angestellt hatte, um die Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus zu gründen.

Wie Clara Fey auf diesen Weg gekommen ist, wie sich der familiäre Hintergrund der aus einer wohlhabenden Tuchmacherfamilie stammenden Frau entwickelt hat, zeichnete Schwester Ingrid Mohr von der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus bei ihrem Vortrag in der Reihe „Montagsgespräche“ in der Pfarre St. Gertrud nach.

Sensibel und zart

„Clara war sehr sensibel und zart“, sagte Schwester Ingrid, und damit bot die spätere Gemeinschaftsgründerin den ruhenden Gegenpol zu ihrem ebenfalls sehr bekannten Bruder Andreas. „Der machte es mit seinem übersprudelnden Temperament seinen Lehrern und Geschwistern nicht gerade leicht“, sagte die Referentin. Doch schon früh waren sich beide über die Ausrichtung ihres späteren Lebens bewusst. So berichtete Schwester Ingrid davon, wie sich beide schon in jungen Jahren als Messdiener verkleideten und mit der Großmutter eine Messe nachspielten. „Die Eltern waren es, die das soziale Bewusstsein für Kinder weckten. So war das elterliche Gartenhaus beispielsweise die erste Suppenküche in Aachen“, wusste Schwester Ingrid. Dennoch dürfte nichts so sehr den Glauben und die Überzeugung von Clara Fey geprägt haben, wie der Traum, den sie an ihrem elften Geburtstag hatte.

Darin wollte Clara einem ärmlich gekleideten Kind ein Almosen geben. „Das Kind sagte, es sei ein Kind des armen Jesus“, erzählte die Schwester und so begann der Keim dessen zu wachsen, was 17 Jahre später Früchte trug und am 2. Februar 1844 zur Gründung der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus führte. In dem spannenden Vortrag, der viele historische Ansichten und Dokumente einband, wurden viele Spuren aufgezeigt, die Clara Feys Leben und Wirken in Aachen nachvollziehbar machten. Und sie zeigten auch einen eindringlichen Blick in eine Zeit, in der schon Kleinkinder zur Fa-brikarbeit antraten, um zwölf oder 14 Stunden täglich zu arbeiten.

„Die Not und die Verelendung empfand Clara als so erschreckend, dass die Sorge um das Heil der Kinder sie bewegte“, unterstrich Schwester Ingrid. Schließlich aber siegte das soziale Gewissen der Clara Fey auch über ihr Umfeld, dem das Engagement der Tochter aus gutem Hause entschieden zu weit ging. Doch die noch kleine Gruppe wuchs und erhielt 1888 die Anerkennung von Rom. Doch große Schwierigkeiten sorgten dafür, dass das Werk in andere Länder Europas umsiedeln musste und sich dort vor Ort neu gründete. 1878 schließlich wurde das Generalmutterhaus offiziell ins niederländische Simpelveld verlegt, wo Mutter Clara schließlich am 8. Mai 1894 starb. Doch das Charisma der Gründerin bleibt bis heute erhalten, nicht zuletzt in dem Spruch „Manete in me – Bleibt in mir“, wie Schwester Ingrid schloss.

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