Opfer der DDR-Justiz liest aus ihren Memoiren

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Herzogenrath. „Als sich die Tür hinter meiner Tochter schloss, zerbrach etwas in mir.” Seit dem Kinoerfolg von „Das Leben der anderen” sind nach langer Zeit die Betroffenen und Opfer des DDR-Regimes wieder in den Mittelpunkt gerückt.

Eine von ihnen ist Eva-Maria Neumann. Der Verein Burg Rode Herzogenrath gewann sie für eine Autorenlesung am Sonntag, 25. Januar, 15.30 Uhr, auf Burg Rode.

Fluchtversuch

In ihrer Autobiografie erzählt sie von ihrem missglückten Fluchtversuch, den Jahren in verschiedenen Gefängnissen und der schmerzvollen Trennung von ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter.

Ein bewegendes Dokument deutsch-deutscher Geschichte. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musikpädagogen Rudolf Neumann, beschließt die junge Violinistin Eva-Maria Neumann in den Westen zu fliehen, um dem System der Ausgrenzung, Bespitzelung und Kontrolle zu entkommen.

Mit ihrer damals dreijährigen Tochter wagen sie den Fluchtversuch in einem Kofferraum und werden verraten. Nach ihrer Verhaftung beginnt für die Eltern eine Odyssee durch die Härten verschiedener DDR-Gefängnisse, deren Qualen durch die schmerzhafte Trennung voneinander und von der geliebten Tochter noch vergrößert werden.

Im berüchtigten Frauengefängnis Schloss Hoheneck quälen Eva-Maria Neumann nicht nur die Sorgen um Mann und Kind, sondern auch ein schweres Gelenkrheuma, das ihre Karriere als Geigerin hochgradig gefährdet. Nach eineinhalb Jahren wird das Ehepaar von der Bundesrepublik freigekauft. Doch erst nach sechs weiteren Monaten, können sie auch ihre Tochter, die im Kinderheim und bei den Großeltern aufwuchs, zu sich holen. Noch lange nach der Haft hat Eva-Maria Neumann an deren Folgen zu tragen. Neben einer posttraumatischen Depression, wiegt das Gefühl der Schuld, die Tochter im Stich gelassen zu haben, am schwersten. Eva-Maria Neumann, geboren 1951 in Leipzig, war nach Beendigung ihres Musikstudiums Geigenlehrerin beim Kabinett für Instrumentalerziehung des Rates der Stadt Leipzig. Seit 1982 unterrichtet sie an der Städtischen Musikschule in Aachen und ist Mitglied des Aachener Kammerorchesters. Im Frühjahr 2007 erscheint ihre Geigenschule (Deutscher Verlag für Musik). Bereits kurz nach ihrer Haftentlassung hat Eva-Maria Neumann versucht, die tragischen Geschehnisse niederzuschreiben, doch erst jetzt, 30 Jahre später, war es ihr möglich, sich ihrer Lebensgeschichte zu nähern. Der ergreifende Bericht über eine gescheiterte DDR-Flucht und deren Folgen, ein dunkles Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.

Der Eintritt beträgt 4 Euro, Karten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich, telefonische Kartenreservierung unter 02406/5230 (Burg Rode).
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