Onleihe: Jede Menge Lesestoff für die Ferienzeit

Von: mabie
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Elke Tetz (Baesweiler), Sigrid Hamann (Herzogenrath), Angela Silberberg-Schön (Alsdorf) und Kirsten Moss (v.l., Herzogenrath) sehen die vor zweieinhalb Monaten gestartete Onleihe als willkommene Ergänzung zum Angebot der öffentlichen Büchereien. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. Zweieinhalb Monate ist es her, da starteten auch die angeschlossenen Kommunen im Nordkreis mit der Onleihe in den öffentlichen Bibliotheken. Sie steckt also durchaus noch in den Kinderschuhen, die Online-Ausleihe mit digitalen Medien, aber für die beteiligten Stadtbüchereien in unserer Region ist sie schon jetzt mehr.

Das muss sich noch in den Köpfen der Menschen etablieren, da sind sich alle Vertreterinnen der hiesigen Bibliotheken sicher. Doch sie erfahren auch, dass sich ganz neue Synergieeffekte ergeben.

„Da die Jahresgebühr auch für die Onleihe bei uns bezahlt werden muss, kommen die Menschen auch in unsere Stadtbücherei und sind oft überrascht davon, welch breites Angebot wir haben“, so Angela Silberberg-Schön von der Stadtbücherei Alsdorf. „Man reaktiviert auch manchmal Menschen, die schon länger nicht mehr bei uns waren, aber über die Onleihe wieder Zugang zur Stadtbücherei bekommen“, ergänzt auch Kirsten Moss aus Herzogenrath. Repräsentative Zahlen gibt es aus Roda auch, so gibt es aktuell 122 aktive Onleihe-Nutzer, die gut zehn Prozent der gesamten, aktiven Nutzerzahl der städtischen Einrichtung ausmachen. „Natürlich sind das nur vorläufige Zahlen, die erst nach einem Jahr aussagekräftig werden“, unterstreicht Sigrid Hamann, Leiterin der Stadtbücherei Herzogenrath.

„In Baesweiler sind die Zahlen ähnlich“, weiß Elke Tetz von der Stadtbücherei Baesweiler. In Alsdorf wurden hingegen noch keine Erhebungen erstellt, der Zeitraum ist einfach noch zu kurz, sagt Angela Silberberg-Schön. Insgesamt zeigt sich der Trend, dass der Onleihe-Anteil an der Gesamtausleihe sich derzeit bei knapp über vier Prozent einpegelt. Das wird sich aber noch ändern, da sind die Profis von den öffentlichen Büchereien sicher, denn die Onleihe passt nicht nur zum digitalen Trend der Zeit, sondern hat auch Vorteile.

„Auf Reisen ist es von Vorteil, nur einen E-Reader oder ein Tablet zum Lesen dabei zu haben, statt kiloweise Bücher einzupacken“, sagt Elke Tetz. Auch in Sachen Schriftgröße zeigt die elektronische Variante des Buches seinem gedruckten Pendant die Rücklichter. „Es gibt viele Menschen, die bei den Großdruck-Büchern nicht fündig werden und im E-Reader die passende Alternative haben“, schließt Tetz. Toptitel neben den bestens für den elektronischen Lesegenuss geeigneten Romanen sind auch Magazine und überregionale Tages- und Wochenzeitungen.

„Online ins Buch zu gucken ist auch von Vorteil bei Sachbüchern oder Ratgebern, denn hier bleibt man immer auf dem neuesten Stand“, findet Sigrid Hamann. Einen regionalen Vorteil durch den Einkauf im Verbund machen die Damen von der Bücherei noch bei, gemeinsamen Einkauf der insgesamt elf angeschlossenen Bibliotheken im Raum Aachen aus. „Allerdings müssen wir noch lernen, damit umzugehen, welche Mengen an Lizenzen nötig sind, um alle Interessenten zufriedenzustellen“, ergänzt Angela Silberberg-Schön. Auch ist die fixe Ausleihzeit von 14 Tagen nicht bei allen Titeln und allen Nutzern ein Segen, denn es kommt schonmal vor, dass das Buch noch nicht ausgelesen ist, die Ausleihfrist endet und das Buch nicht mehr lesbar ist. Dafür entfällt die Erinnerung an das Rückgabedatum, denn die elektronischen Bücher werden einfach durch Ablauf der Leseerlaubnis automatisch zum angegebenen Datum „zurückgegeben“.

Technische Hürden, wie sie zu Beginn befürchtet wurden, gibt es so gut wie gar nicht, es sei denn der Nutzer verfügt nur über das „Kindle“-Endgerät von Amazon, das nur bei Amazon gekaufte Produkte unterstützt und für die Onleihe nicht genutzt werden kann. Allerdings bieten einige Verlage ihre elektronischen Bücher neuesten Datums nicht über die Onleihe an. „Beim gedruckten Buch haben wir das Recht, es verleihen zu dürfen, bei den elektronischen Daten des E-Books geht das noch nicht“, erklärt Elke Tetz diesen Umstand. Hier müsse noch etwas geschehen, um den Ansatz der öffentlichen Büchereien, Bücher in jedweder Form für jeden Bürger, unabhängig vom Einkommen zugänglich zu machen. Aber auch hier werde sicherlich die Zeit einen Weg aufzeigen, wenn die Onleihe aus den Kinderschuhen entwachsen ist.

Schließlich waren Bibliotheken auch in Sachen aktuelle Medien bei CDs, CD-ROMs, Konsolenspielen oder DVDs schon immer Vorreiter und sind es nun auch bei elektronischen Büchern. Und dadurch, dass die Nutzer ihren Ausweis nur bei den Bibliotheken vor Ort verlängern können, und eben nicht online, gibt es immer noch mindestens einen guten Grund, sich einmal wieder in der Bücherei umzusehen.

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