Olympia im Blick: Zwei Schwestern auf dem Sprung

Von: Daniel Gerhards
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Erfolgreiche Wasserspringerinn
Erfolgreiche Wasserspringerinnen: Elena und Christina Wassen. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Wenn Christina und Elena Wassen hoch über dem Becken auf dem Turm stehen, ist eins klar: Der Sprung wird spektakulär. Die beiden jungen Mädchen gehören zu den größten deutschen Talenten im Wasserspringen. Bei den Deutschen Meisterschaften konnte keine der Konkurrentinnen den beiden Baesweilerinnen das Wasser reichen.

Die zwölfjährige Christina Wassen räumte bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig in ihrer Altersklasse alle Goldmedaillen ab, die vergeben wurden. Vom Einmeter- und Zweimeterbrett sowie vom Turm lagen ihre Wertungsnoten weit über denen aller anderen Starterinnen. Damit war ihr auch der Kombinationstitel nicht mehr zu nehmen.

Christinas jüngerer Schwester Elena durfte noch nicht bei den offiziellen Titelkämpfen teilnehmen. Doch beim sogenannten „Bestenwettkampf”, bei dem auch jüngere Springerinnen antreten dürfen, drehte sie richtig auf. Die Zehnjährige holte alle zweiten Plätze - hinter ihrer Schwester.

Im Synchronspringen war die Konkurrenz völlig chancenlos, denn dabei traten die Schwestern gemeinsam an. Sie gewannen überlegen. Die Schwestern kamen sehr früh zum Wasserspringen. „Ich bin früher oft mit meinen Eltern schwimmen gegangen. Als ich von Dreimeterbrett gesprungen bin, sagte meine Mutter, dass bei mir viel weniger Wasser spritzt, als bei allen anderen”, erinnert sich Christina.

Mutter Bettina Wassen meldete ihre Tochter kurzerhand zu einem Probetraining im Wasserspringen an. Damals war Christina vier Jahre alt. Zwei Wochen verbrachte die talentierte Springerin in der „Hobby- und Breitensportgruppe”, seither trainiert sie in der Leistungsgruppe. „Durch ihren Bewegungsablauf ist sie uns sofort aufgefallen”, erklärt Bundestrainerin Anne-Kathrin Hoffman.

Neues einstudieren

Als Elena ein Jahr später mit dem Springen begann, startete sie gleich in der Leistungsgruppe. Nun trainieren beide sechsmal wöchentlich für zweieinhalb Stunden beim „Wasserspringerclub Städteregion Aachen”. Beide fehlen fast nie beim Training. Das haben sie auch Mutter Bettina und Vater Josef Wassen sowie den Großeltern zu verdanken, die die Nachwuchstalente oft zur Aachener Ulla-Klinger-Halle fahren.

Zuhause bleiben möchten die beiden nicht, zu groß ist der Antrieb neue Sprünge einzustudieren. Dabei braucht man eine Menge Durchhaltevermögen: „Am Anfang denkt man schon mal, dass man einen Sprung nicht hinbekommt”, erklärt Elena Wassen. Doch dann ermutigt Hoffmann die beiden weiterzumachen. „Bis man einen Delphin-Sprung beherrscht, kann das schon mal ein halbes Jahr dauern, erklärt die Trainerin.

Angst kennen die beiden dabei nicht. Selbst Sprünge vom Zehnmeterturm meistern sie spielend. Dabei lassen sie sich auch von kleinen Rückschlägen nicht abschrecken. „Wenn man sich zu früh oder zu spät streckt, klatscht man auf den Bauch oder den Rücken”, sagt Christina Wassen. „Wenn sowas passiert, ist man das immer selber schuld.”

Dank ihres Talents und der richtigen Trainingseinstellung ist eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen nicht unrealistisch. „Davon träumt jeder Sportler”, sagt die Trainerin. Allerdings wird es 2012 in London noch nichts. „Da sind sie noch zu jung, man muss mindestens 14 sein, um teilnehmen zu dürfen”, erklärt Hoffmann. Aber das ist kein Problem, das Fernziel heißt Rio de Janeiro 2016.

Der junge Verein WSC Städteregion Aachen sucht Sponsoren

Beim Wasserspringerclub Städteregion Aachen trainieren Christina und Elena Wassen beinahe täglich. Der Club wurde vor etwa einem Jahr gegründet und hat bereits über 80 Mitglieder.

Neben dem Spitzensport liegt dem Club auch der Breitensport am Herzen. Das reguläre Training findet in der Aachener Ulla-Klinger-Halle statt. Der Club möchte auch in den Schwimmhallen im Kreis Aachen präsent sein, um Interessierten die Möglichkeit zum Training unter professioneller Anleitung zu geben.

Der junge Verein sucht derzeit nach Sponsoren. Die Sportler müssen lange Fahrten zu Wettkämpfen finanzieren und der Club muss professionelle Trainer bezahlen.

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