Baesweiler - Oidtweiler: Vereine im Dorf haben endlich ein neues Zuhause

Oidtweiler: Vereine im Dorf haben endlich ein neues Zuhause

Von: Sigi Malinowski
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Stolz auf das gelungene Werk, an dem auch sie kräftig mitgearbeitet haben: (v.l.) Albert Dautzenberg, Robert Zander, Karl-Heinz Baldes, Anton Adamus und Christoph Baldes vor dem „Oidtweiler Treff“. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Das gibt es nur in Oidtweiler. Exklusiv sozusagen. Was dort so außergewöhnlich ist, dieses Geheimnis lüftet Karl-Heinz Baldes ganz unspektakulär. „Kiek ens hee, Jung, bei uns kommt das Bier aus der Decke“, zeigt er schmunzelnd auf die Leitung, die den Gerstensaft aus dem Kühlraum über die Decke bis zur Zapfanlage im „Oidtweiler Treff“, der am Samstag eröffnet wird, schießen lässt.

Kurz bevor Wirt Hans-Werner Herten die erste Hopfen-Kaltschale „offiziell“ füllt, sind Baldes und Freunde noch im Blaumann unterwegs. Damit so gut wie alles fertig ist. Denn am Samstag bekommt Oidtweiler sein neues Vereins-Zuhause. Auf den Namen „Oidtweiler Treff“ hat sich die Gemeinschaft verständigt. Und mächtig stolz ist sie.

Unermüdlich werkelten die Männer um Karl-Heinz Baldes, „um am Samstag auch alles schön zu haben“. Knapp acht Monate ist es her, da wurde abgerissen und direkt neu aufgebaut (wir berichteten mehrfach). Wenige Stunden vor der Übergabe an die im Ortsring Oidtweiler angeschlossenen Vereine sind Karl-Heinz Baldes, Fliesenleger Albert Dautzenberg, Maurer Anton Adamus, Elektriker Robert Zander, Willi Mandelartz und all die anderen in großer Vorfreude.

Wie sehr die Oidtweiler Gemeinschaft für dieses „Bürgerhaus“ gearbeitet hat, lässt sich an vielen Zahlenbeispielen aufzeigen. So ist der gebürtige „Ottwiller“ Albert Dautzenberg die vergangenen sechs Wochen täglich aus Dedenborn an die Bahnhofstraße gefahren. Das sind hin und zurück 140 Kilometer. „Meine Ziegen gucken mich schon schief an“, lacht der Handwerker, der in seiner neuen Wahlheimat einen Streichelzoo mit Zwergziegen unterhält – nun aber die Prioritäten auf die Fertigstellung des Treffs gelegt hat.

An ganz andere Zeiten erinnert sich der „Alterspräsident“ in der Baumannschaft, Anton Adamus. Der 76-jährige hat – mit Albert Dautzenberg – „vor mehr als 30 Jahren die Tribüne mitgebaut“. Dass er nun auch beim neuen Vereinsheim mitmacht, „ist für mich eine Ehrensache“. Ein Selbstverständnis, mitzuarbeiten, war es auch für die Mannschaften des FC Concordia Oidtweiler, die sich komplett in den Dienst der Sache stellten. Concorden-Schatzmeister Walter Eickels betont dennoch immer wieder: „Wir legen weiterhin großen Wert darauf, dass dieser Treff nicht nur ein Projekt Concordia Oidtweilers ist. Es ist für alle Vereine gedacht.“

„Wir müssen uns vor allem zauen, dass wir die Küche noch fertig bekommen“, sind sich Dieter Heipertz, Peter Derichs, Marc Bohlinger, Christoph Baldes, Randy Hennes und die anderen Kollegen einig, wo jetzt noch kräftig in die Hände gespuckt werden muss. Denn zur offiziellen Eröffnung Samstagabend um 18 Uhr wird es auch einen Dorfabend der Vereine (ab 20 Uhr) geben, „an dem alles für einen Euro verkauft wird“, erwarten die Vereine um ihren Vorsitzenden Alfred Mandelartz etwa 300 Gäste. Dazu wird dann auch die Turnhalle nebenan genutzt.

Starke Leistung

In dieser Turnhalle richtete der Tischtennisverein (TTC) Oidtweiler bereits seine Vereinsmeisterschaften in den vergangenen Tagen aus. Die Freude steht den beiden Funktionären Günter Breuer (Vize-Vorsitzender) und Helmut Winands ins Gesicht geschrieben. Drei neue Räume hat der TTC bekommen, der in der Landesliga beheimatet ist und sogar vor Jahren in der Oberliga zu Hause war. Als erster Vereinsmeister im „neuen Zuhause“ durfte sich Ting Zhang einschreiben, der in einem packenden Endspiel Michael Noack besiegte. Platz drei erreichte Sebastian Bremer mit seinem Erfolg über Arnd Sieben.

Ihre handwerklichen Erfolge werden die Arbeiter um Karl-Heinz Baldes („In den letzten Monaten war ich jeden Tag von morgens bis abends um acht hier“) heute Abend begießen. Die Augen des 60-jährigen frischgebackenen Opas (Lea-Sophie) blitzen bereits: „Das erste Bier aus diesem Hahn habe ich mit Albert Dautzenberg getrunken.“ Ein schlechtes Gewissen brauchen sie nicht zu haben. Denn sie sind Teil eines Teams, „das ein einmaliges Projekt für Oidtweiler“ (Alfred Mandelartz) gestemmt hat.

Und dafür wird man dann auch ab Samstag das eine oder andere Bierchen stemmen dürfen...

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